Reetz, Eifel

Geschichte eines Dorfes in der Eifel, von Thomas Hellendahl

Reetz und Umgebung

Bau der Römervilla Blankenheim

Approx. 80 ac - Approx. 150

Die Baugeschichte des Haupthauses wurde von Oelmann geklärt. Er unterschied drei Bauperioden, wobei auch innerhalb einer Bauperiode verschiedene Um,- und Anbauten vorgenommen wurden. Anfangs war das Hauptgebäude ein langgestreckter Bau von ca. 48 Meter Länge und ca. 17 Meter Tiefe mit einem symmetrischen Grundriss. Dem Gebäude waren zwei Eckrisaliten vorgezogen, dazwischen lag eine Portikus. Der Zugang erfolgte über eine Treppe in der Mitte dieser Säulenhalle. Dieser Bau wurde am Ende des 1. Jahrhunderts errichtet und wurde in der Mitte des 2. Jahrhunderts nach einem Schadfeuer durch einen größeren Neubau ersetzt. Besonders auffällige Veränderungen betreffen die Ostfront des Gebäudes. Die gesamte Gebäudefront wurde mit einer durchgehenden Portikus mit einem neuen Haupteingang am Nordende versehen. Im Nordflügel wurde ein Bad eingerichtet, das im Wesentlichen bis zur Aufgabe des Hofes erhalten blieb. Der letzte bedeutende Umbau des Haupthauses fällt ins 3. Jahrhundert. Im Süden wurde eine neue Flucht von Räumen angelegt, weitere Anbauten erfolgten im Westen. Der große Mittelsaal wurde in mehrere Räume aufgeteilt und der Mittelteil beheizbar gemacht. In dieser Form bestand das Gebäude bis ins 4. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt verfielen die Heizungsanlagen und Türen und Fenster wurden teilweise vermauert.

Römische Wasserleitung nach Köln

Approx. 90 ac - Approx. 270

Die römische Eifelwasserleitung zählte zu den längsten römischen Fernleitungen und maß von der Eifel nach Köln direkt ca. 100 Kilometer, mit allen Nebenleitungen ca. 130 Kilometer. Die hohe Leistung der römischen Ingenieure wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen führt, daß nur rund 360 Meter Gefällhöhe auf rund 100 km Leitung zu verteilen war. Das ergibt ein Durchschnittsgefälle von 3,6mm (0,36%) auf 1m.

Neubau Römervilla nach Schadfeuer

Approx. 150 - Approx. 250

Erweiterung Römervilla

Approx. 250 - Approx. 350


Rekonstruktion der Römervilla Blankenheim aus der letzten Bauepoche nach der Erweiterung

Reetz wird Allod fränkischer Edelherren

555

Chlothar von Soissons übernimmt das Herrschaftsgebiet nach Theodebert Theudebald (Köln/Reims). Reetz und Dollendorf werden Allodien (frei verfügbare Eigenbesitztümer) fränkischer Edelherren, Blankenheim und Rohr fränkische Königshöfe. Ortsnamen auf "ingen" und "heim" gehen auf fränkische Besitznahme zurück (Mülheim, Blankenheim, Freilingen).
Chlothar I. (auch Chlotachar; * um 495; † Dezember 561 in Compiègne) war ein Frankenkönig aus dem Geschlecht der Merowinger.

Erste Erwähnung Rohrs

Approx. 893

Im Prümer Urbar verzeichnet der Mönch Caesarius als regelmäßige Einkünfte der Prümer Abtei die Abgaben und Dienstleistungen, welche die Bauern im Orte roire (Rohr) zu leisten haben:
"In Rohr sind 9 1/2 Mansen (Höfe), sie zinsen und dienen wie jene von Iversheim. Es gibt dort Wiesen für 30 Fuhren Heu, Wald für 200 Schweine."

Auszug aus dem Prümer Urbar (mit Nennung von Ahrweiler oben rechts)

Erste Erwähnung Arembergs

Approx. 1032

Burggraf Ulrich, ein Lehensmann des Kölner Erzbischofs, wird Herr über das heutige Aremberg.

Schloss Arenberg vor 1794, der Eroberung durch die Franzosen

Erste Erwähnung Burg Dollendorf (Schlossthal)

1077

1077 erste nachweisbare Erwähnung der Burg mit "Arnoldus de Dollindorp"

Quelle: http://burgen-der-eifel.de/Burg-Dollendorf

Die Burgsiedlung ist die kleinste Burg-Talsiedlung der Eifel. Sie ist nie über ihre Gründungsgröße hinausgewachsen und in ihren Grundzügen ungestört geblieben, obwohl die Burg bis auf geringe Reste und die Siedlungsbefestigung bis auf Teile der Ringmauer verschwand. Die Außenmauern der Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude stehen zum großen Teil auf der mittelalterlichen Ringmauer, deren Verlauf einschl. eines Torunterbaus man vor allem von nördlichen vorbeiführenden Weg aus gut nachvollziehen kann. Die Einwohner dieser Burgsiedlung genossen bis zur Auflösung der Herrschaft 1794 stets besondere Freiheiten und Rechte. #Quelle: Infotafel auf Burg Dollendorf
#Foto: Thomas Hellendahl

Erste urkundliche Erwähnung Blankenheims

Approx. 1112

Erste Erwähnung Blankenheims in einer Urkunde von 1112, bei der ein Gerhard von Blanchinheim als Zeuge zu Gunsten des Stifts Münstereifel unterzeichnet. Weiterhin existiert eine Urkunde aus dem Jahre 1115 mit dem Namen des Gerhard de Blankenhem. Ob die Blankenheimer Burg zu dieser Zeit bereits existierte, ist umstritten. Es könnte durchaus möglich sein, dass der Burgherr Gerhard noch auf der Alteburg (Reste zwischen Blankenheimerdorf und Blankenheim-Wald) residierte. #Quelle: 900 Jahre Blankenheim, Klaus Ring, Festbuch von 2015

Erste Erwähnung des Ortes Blankenheim(erdorf)

Approx. 1131

Den wichtigsten Hinweis auf den Ort Blankenheim liefert eine Urkunde von 1131, in der Papst Innozenz dem Bonner St. Cassiusstift dessen Rechte und Eigentum bestätigt. Hier nun wird Blankenheim - im Gegensatz zur Prümer Urkunde von 721 - eindeutig genannt, gemeinsam mit Dollendorf, Zingsheim, Kirchdaun und Ulmen. ... Im Hinblick auf die Entwicklung der Siedlung und der Burg Blankenheim jedoch kann die Existenz eines geistlichen Besitzes im heutigen Blankenheimerdorf ein wesentlicher Faktor gewesen sein.

Quelle: 900 Jahre Blankenheim, Klaus Ring, Festbuch 2015

2. Kreuzzug

Approx. 1147 - Approx. 1149

...zu dem Bernhard von Clairvaux den deutschen König Konrad III. und seinen Neffen Friedrich (Barbarossa) aufruft, an dem der erwähnte Gevehard von Trevenstorph aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen kann, weswegen er ersatzweise die erwähnte Stiftung des Jahres 1148 macht.
Bernhard von Clairvaux:

Erste urkundliche Erwähnung von Reetz

1148

"Gevehard von Trevenstorph, der das Gelübde gemacht hatte, mit einem Kriegszug nach Jerusalem aufzubrechen, wurde durch Krankheit daran gehindert, die lange Fahrt zu machen. Er schenkte der Kirche an Stelle dieser Reise drei kölnische Goldmünzen im Gebiet von Reetz. Reetz ist ein Landgut in der Nähe von Blankenheim, wo die Gegend Eifel genannt wird.
So lautet der Textausschnitt aus den "Annales Rodenses" vom Jahre 1148, in der zum ersten Mal der Name des Ortes Reetz auftaucht. Die erste Namensnennung verdankt Reetz also der Krankheit eines Mannes, über den sonst kaum etwas bekannt ist.

Zunächst einige Erläuterungen zum besseren Verständnis des Textes:

Bei dem erwähnten "Kriegszug nach Jerusalem" handelt es sich um den 2. Kreuzzug von 1147 bis 1149, womit ein zusätzlicher Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Datierung (1148) gegeben ist.

Die Kirche, die die Schenkung erhält, ist die Abtei Klosterrath (Kloosterraade, später Rolduc) bei Kerkrade/Herzogenrath nördlich von Aachen. Dieses Kloster war von einem Grafen von Saffenburg (vgl. Ruine Saffenburg bei Mayschoß) gegründet worden. Ebenso wie die Grafen von Aremberg stammten auch die Herren von Saffenburg von dem Geschlecht derer von Are ab (vgl. Ruine Burg Are in Altenahr). Man vermutet, das das Landgut des Gevehard von Trevenstorph ein Lehen der Saffenburger war, und es kann durchaus aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen in den Besitz der Aremberger gekommen sein. Trevenstorph ist das heutige Dransdorf, Stadtteil von Bonn.


Auszug aus den Annales Rodenses

Gottfried von Blankenheim wird Abt des Klosters Prüm

Approx. 1245 - Approx. 1274

war von 1245–1274 der 33. Abt des Klosters Prüm

Wärmster Winter für Jahrhunderte

1289 - 1290

Münstereifeler Chronik: Winter 1289/90 war von unerhörter Milde (wie 1185/86):Weihnachten blühten Bäume; Mädchen gingen mit frischen Blumen geschmückt zum Christfest; Knaben badeten in Flüssen und am 6. Januar brüteten die Vögel; am 14. Januar wurden Erdbeeren gefunden und Rebstöcke blühten; 1289 tragen Jungfrauen zu Weihnacht Kränze von Veilchen und Kornblumen.
Das Schleidener Unterhaltungsblatt notiert am 29. Januar 1890: Anno 1289/90 extrem milder Winter: Buben baden am heiligen Weihnachtsfest, Wiesen sind grün und Veilchen blühen.

Quelle: Der wärmste Dezember im Kreis Euskirchen seit 300 Jahren | Aus dem Kreis - Kölner Stadt-Anzeiger: http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/bilanz-aus-kreis-euskirchen-der-waermste-dezember-im-kreis-euskirchen-seit-300-jahren,16365918,33466718.html#plx1518156170

Reetz wird arenbergischer Besitz

1300 - 1400

Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass Reetz im 13. Jahrhundert arenbergischer Besitz wurde, ein genaueres Datum fehlt jedoch.

Blankenheim wird Marktflecken

Approx. 1341


Wellness à la Mittelalter

Turnier auf dem Hof zu Blankenheim

Approx. 1375

...abgehalten von Gerhard IV von Blankenheim

So oder so ähnlich wie hier auf Burg Satzvey in heutiger Zeit könnte es in Blankenheim 1375 wohl zugegangen sein.

Bau des Hirtentores

Approx. 1404

Das Hirtentor wurde 1404 erbaut und gehörte zum inneren Burgbering.

Fotos: Thomas Hellendahl

Heiltumsbuch Blankenheim

Approx. 1460

Das Heiltumsbuch ist ein schmales Heft, das zwölf Zentimeter breit und knapp 30 Zentimeter hoch ist. Die Handschrift wurde wahrscheinlich um 1460 verfasst. Denn eine wohl 1457 erbetene Reliquie des heiligen Hermann Joseph von Steinfeld erscheint bereits im Text.
Das Heiltumsbuch ist praktisch eine Regieanweisung für den Priester mit dem von ihm zu sprechenden Text.Die Abschnitte beginnen mit der Auflistung der in jedem Gefäß enthaltenen Reliquien, zum Teil sind es sehr viele. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Textilien, Knochen, Haar, Brot, Flüssigkeiten, Holz von Kreuzen und Stäben sowie Stricke und Kordeln. In jedem Abschnitt wird auf die dazu gehörigen Bibelstellen verwiesen. Jeder Abschnitt endet mit einer Ermahnung der Gläubigen und der Aufforderung zum Gebet.
Die Reliquienschätze waren vor allem in Monstranzen untergebracht oder in Silber gefasst.
Acht Reliquien aus Stoff waren auf bunte Schmucktücher aus Seide aufgestickt. Von diesen Schmucktüchern existieren heutzutage noch sechs Exemplare, die in der Blankenheimer Pfarrkirche aufbewahrt werden. Von den übrigen Gefäßen ist lediglich noch die Büste des heiligen Georg vor Ort verblieben. Am Schluss der Handschrift folgt zunächst eine Aufforderung an die Pilger, dem Vorbild der Heiligen zu folgen. Es schließen sich zahlreiche Fürbitten an, unter anderem für die Grafen von Manderscheid-Blankenheim, sowie ein allgemeines Schuldbekenntnis und eine weitere, abschließende Erinnerung an einzelne vorbildliche Taten der Heiligen und Märtyrer.
Die Wallfahrtszeremonie endet dann mit einem Segen. Unsicher ist, wie lange die Heiltumsfahrt in Blankenheim existiert hat.
Bericht aus der Kölnischen Rundschau vom 30.07.2103:
So wurde den Pilgern damals gar ein Stab gezeigt, mit dem angeblich Moses das Volk Israel geführt und das Meer geteilt hatte. Vordem, so hieß es, habe er in der Bundeslade gelegen. Reliquien wie diese waren von den Grafen von Manderscheid gestiftet worden, die damit ihre Macht demonstrieren konnten. Skepsis an der Echtheit dürfte es damals kaum gegeben haben. Die Beschreibungen seien teils ziemlich drastisch, so Gussone. So wurde damals ein Tuch vom heiligen Laurentius gezeigt, in das dieser eingewickelt worden sein soll, nachdem er vom Rost, auf dem er „gebraten“ wurde, abgenommen wurde. Zu sehen waren auch das Schulterblatt des heiligen Hubertus und der Ring eines Panzers der heiligen Elisabeth von Thüringen, den sie auf der Haut zu tragen pflegte. „Es gab aber auch Stücke von Fleisch, das unvergänglich gewesen sein soll“, sagt Monika Gussone. Auch ein Stück von Elisabeths Sarg war zu sehen. Insgesamt waren es wohl rund 500 Reliquien oder deren Fragmente, die gezeigt werden konnten. Abgefasst ist das Heiltumsbuch in Mittel-Niederdeutsch oder einem ähnlichen Dialekt. Dass die Volkssprache und nicht Latein verwendet wurde, deutet darauf hin, dass die Handschrift den Pilgern wohl während der Wallfahrt vorgelesen wurde.

Bauzeit Blankenheimer Kirche

Approx. 1495 - Approx. 1505

Fertigstellung 1505, Erhebung zur Pfarrkirche 1508
Sehenswert ist die spätgotische Pfarrkirche (1495-1505) mit Netzgewölbe, Heiligenfiguren auf den Schlusssteinen, einem geschnitzten neugotischen Altar mit Skulpturen ältester flämischer Arbeit sowie zwei dazu passenden Seitenaltären in der Krypta befinden sich ein Sarkophag mit den Gebeinen der gräflichen Familie, ein Votivstein, eine 70 cm hohe, in Silber geschlagene Büste mit den Reliquien des hl. Georg (16. Jh.) und ein Orgelwerk (166 Register), eines der ältesten in Westdeutschland.

Büste aus dem Jahr 1440 mit den Reliquien des hl. Georg. Die silberne und in Teilen vergoldete Büste enthält einen Teil des Schädels des heiligen Georgs und einen Beinknochen. Außerdem, und dies kann man auch dem Heiltumsbuch entnehmen, enthält sie einen Armknochen des heiligen Christophorus. Foto: Thomas Hellendahl

Verpfändung Reetz an Blankenheim

02/28/1498 - 09/07/1529

Ein erstes genaues Datum, das unseren Ort betrifft, ist der Aschermittwoch, der 28. Februar des Jahres 1498. An diesem Tag nämlich verpfändete Eberhard IV., Graf von der Marck-Arenberg, weil er offenbar unter Geldmangel litt, seinem Schwager Johann, Graf zu Manderscheid-Blankenheim, seine Dörfer Mülheim und Reetz (montheim und rentze)für 1000 rheinische Gulden. Am Erwerb dieser in der Nähe seines Schlosses Blankenheim gelegenen Orte musste dem Grafen von Manderscheid besonders gelegen sein. Im Jahre 1506 belehnte derselbe Johann von Manderscheid den Jakob von Reetz mit einem Burglehen daselbst.

Steinfelder Besitzungen in Reetz

1500 - 1570

In dieser Zeit besaß auch die Prämonstratenser-Abtei Steinfeld drei Hofplätze mit Zubehör im Dorf, deren Besitz wenigstens für die Zeit von 1500 bis 1570 nachweisbar ist. Das Lagerbuch der Abtei nennt für das Jahr 1503 als Lehnsträger für die Höfe:
Gerhard Buyllen
Wynant Symons
Dreyss.
Auch im folgenden werden einige Namen genannt, weil sie als Hausnamen bis in unsere Zeit erhalten geblieben sind. So werden in einem Güterverzeichnis aus dem Jahr 1548 als Lehnsleute des Grafen von Arenberg in Reetz u.a. genannt:
Wirichs Johann
Hilges Jentgen
Schroders Johentgen
Enkelen Linners Sohn
Techtges Eberhard.


Westportal, Basilika Steinfeld

Lehenshöfe in Reetz

1503

Gerhard Buyllen, Wynant Symons und Dreyss werden als Lehensleute mit drei Höfen in Reetz belehnt, die zur Praemonstratenserabtei Steinfeld gehören.

Blankenheim zählt 15 Häuser

Approx. 1505

Burglehen in Reetz

1506

Graf Johann von Manderscheid-Blankenheim belehnt einen Jakob von Roetz mit einem Burglehen in Reetz, vermutlich das Gebäude an Langenbusch 8, im Volksmund die Reetzer Burg genannt. Über die Geschichte des Hauses liegen nur wenige Nachrichten vor. Zumindest für das frühe 16. Jahrhundert ist in Jakob von Roetz aber ein Vertreter des einfachen Landadels nachgewiesen. Aus dem im Volksmund auch gebräuchlichen Namen Haus von der Marck kann auf den Eigentümer, den Herzog von Arenberg rückgeschlossen werden. Im 18. Jahrhundert wurde die Liegenschaft dann als Meyershof bezeichnet, der von dem Herzog von Arenberg einem Matthias Keller als Lehen übergeben worden war.
Bei der sogenannten Burg in Reetz handelte es sich wie bei vergleichbaren Anlagen in den Nachbarorten um ein typisches Burghaus, das sich lediglich durch seine Größe und zugehörigen Landbesitz von weiteren Lehenshöfen unterschied. Nach Harald Herzog kann das erhaltene aus Bruchstein aufgeführte zweigeschossige Burghaus in das 16. Jahrhundert datiert werden.

Reetz wird von Arenberg ausgelöst

09/07/1529

Doch auch für die Arenberger scheinen die Dörfer Reetz und Mülheim von einer gewissen Bedeutung gewesen zu sein, denn am Dienstag, 7. September 1529 versetzte Eberhard IV. Den Kirchenmompern (=Kirchenvorstehern) seines Dorfes Wershofen, Simon Schröder und Michael Kuckartz, seinen Hof zu Wershofen für 100 Goldgulden Kurfürstenmünze, um mit dieser Summe die Dörfer Mulhem und Reetze abzulösen. Dazu berichtet Graf Eberhard, dass die Grafen von Manderscheid-Blankenheim sich zunächst geweigert hätten, den pfandschilling in Empfang zu nehmen. Schließlich habe er das Geld in Münstereifel deponiert und damit seine erbdorfer Mülheim und Reetz wieder an sich gebracht.
Das Interesse an diesen Dörfern hängt wohl damit zusammen, dass schon am Ende des 15. Jahrhunderts für die Herrschaft Arenberg die Eisenindustrie von besonderer Bedeutung gewesen ist, wie einige aus dieser Zeit erhaltene Takenplatten zeigen. Es war für die Arenberger wichtig, in möglichster Nähe ihrer Eisenhütten nach Erz suchen zu können. Daran, dass auch in der Reetzer Gemarkung nach Eisenerz gegraben wurde, erinnern noch die Flurnamen "Iesekuhl" und "Erzlauch"; über die Ergiebigkeit dieser Grabungen ist allerdings nichts bekannt.
Westdeutschland.

Lehenshof Berck by Retze

1537

Dietrich von Aer trägt den Hof "Berck by Retze" als Arenberger Lehen. Daneben gibt es einen "Johans Hof oder Meyers gut" zu Reetz als Lehen, das "Jacob des Meyers son" trägt.

Reetz zählt 15 Häuser

1538

...diese müssen nach Aremberg Wächtergeld zahlen. Jedes Haus, das zu Wachdiensten verpflichtet ist, muss vier Albus jährlich an Maria Lichtmeß (2. Februar) entrichten.

Erste 4 Hexenprozesse Aremberg

Approx. 1540

Es finden die ersten 4 Hexenprozesse in der Herrschaft Arenberg statt. Üblicherweise werden die als Hexen denunzierten Personen "peinlich" verhört, d.h. sie werden gefoltert, bis sie unter den unerträglichen Schmerzen die ihnen zur Last gelegten Vergehen bekennen, um anschließend erdrosselt und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Ihr Vermögen, so welches vorhanden, geht zur Begleichung der Prozesskosten an die Ankläger.

Regierungszeit Margaretha von der Marck-Arenberg

Approx. 1544 - Approx. 1599

geb 15. oder 16.02.1527
Der große, durch die Erzverhüttung bedingte Bedarf an Holzkohle drohte mit der Zeit den Waldbestand mehr oder weniger zu verwüsten. Deshalb erließ schon Margaretha von der Marck-Arenberg - sie regierte von 1568 bis 1599 - eine Waldordung, durch die das Schlagen von Eichen und Buchen ohne Genehmigung des Landesherrn verboten wurde; ferner ordnete sie an, dass jeder Hausherr jährlich zehn Eichen im Gemeindewald pflanzen müsse. Da die Dorfbewohner im Winter selbst Brennholz benötigten, versuchte man häufiger, diese Waldordnung zu umgehen.

Margaretha von der Marck-Arenberg

Reetzer Maurer auf Arenberg

1550 - 1551

In den Jahren 1550/51 erfahren wir aus Rechnungen über Ausbesserungsarbeiten im und am Haus Arenberg, daß Peter Murer von Reetz einen neuen Ofen setzte. Derselbe Meister Peter Murer von Reetz paveit (=pflastert) in der gleichen Zeit den Steinweg vor der Burg. Für größere Umbauten am Haus Arenberg begann man als Vorbereitung 1555 mit der Errichtung eines Kalkofens. Ihn baute wieder der uns schon bekannte Meister Peter von Reetz auf der alten kaule zwischen Lommersdorf und Freilingen. Es ist anzunehmen, daß es derselbe Murers Peter ist, der 1561 den rechten Seitenaltar in unserer Kirche gab.

Schafszählungen

1550 - 1560

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts scheint die Schafhaltung auf den Höhen nördlich der oberen Ahr von großer Bedeutung gewesen zu sein. Über die Anzahl der gehaltenen Schafe sind wir gut unterrichtet, da der Graf von Arenberg jährlich für Schafe eine Abgabe verlangen konnte: Jeder Ort hatte für jedes Schaf 1/2 Albus (24 Albus = 1 Gulden) zu zahlen. Außerdem war jedes 30. Schaf im Mai als sogenanntes maischaf an die Burg abzuliefern. Für Reetz wird im Jahre 1550 die Zahl von 72 Schafen genannt, 1557 sind es schon 240 Tiere und 1560 sogar 510 Schafe - so daß das Dorf also gut 10 Gulden zahlen und 17 ,,Maischafe" abliefern mußte. Neben dem Hammel- und Schaffleisch, das in dieser Zeit sehr beliebt gewesen zu sein scheint, war die Wolle von großer Bedeutung: Händler aus Münstereifel und St. Vith, aus Aachen und dem Maasland kauften die Wolle; es heißt von ihnen, daß sie im landt die wolle zusammenraffen.

Territoriale Streitigkeiten

1553

Die Nähe unseres Ortes zum Blankenheimer Territorium und die Grenzlage führte wiederholt zu Auseinandersetzungen wegen der Nutzung der Wälder. Im November 1553 klagte Margaretha von der Marck-Arenberg dem Freiherrn Philipp von Winneburg, daß die Blankenheimer ihre Schweine in einem Busch bei Reetz zur Eckemmast getrieben hätten. Um die alten Rechte zu verteidigen, habe man einige Blankenheimer Schweine gepfändet. Auf der Gegenseite klagte im Herbst 1555 der Pfarrer Cornelius aus Blankenheim dem Rentmeister zu Arenberg, daß Reetzer Untertanen einen Busch, der zwar im Gebiet der Arenberger Herren läge, der aber ihm als Pfarrer zustehe, abgehauwen undt verwoest hätten. Noch auf einer Konferenz zwischen den beiden Amtmännern von Blankenheim und Arenberg im Jahre 1558 wurde dieser Streitpunkt besprochen. Keine Seite wollte eine noch so kleine Schmälerung ihres Rechtsstandes hinnehmen.

Schweinemast im Wald

Hochzeit auf Arenberg

1569

So heißt es z.B. in einer Aufstellung des Jahres 1569, daß bei einer Hochzeit in der Gräflichen Familie die Dörfer Reetz und Mülheim gemeinsam 150 Taler zahlen mußten. Bei der Ankunft des Grafen war die Summe von 50 Talern fällig.

1. Waffenerhebung

1577

Im Jahre 1577 ließ Margaretha von der Marck-Arenberg alle Männer in ihrem Lande Arenberg, die im Besitz einer Waffe waren, registrieren. Dabei kam man auf insgesamt 54 Schützen, von denen 5 aus Reetz kamen.

Schwere Luntenschloss-Hakenbüchse, steirisch um 1560/70

Lehnsurkunde Berckerhoff

1579 - 1580

Warum in dieser Aufstellung der Berckerhoff zu Reetz fehlt, weiß man nicht. In einer Lehnsurkunde des Jahres 1579/80 wird dieser Hof als schefferey bezeichnet. Der Arenberger Burgherr verteilte seine Schafherde auf verschiedene Höfe, die dann für Futter und Aufzucht zu sorgen hatten; auf dem Berckerhoff wurden damals 25 Schafe des Burgherrn gehalten. Ob jedoch hier die Schafzucht besonders intensiv betrieben wurde, ist unbekannt.

2. Waffenerhebung

1583

Eine zweite Musterung fand 1583 statt. Nun mußten alle Männer, unabhängig davon, ob sie Waffen besaßen oder nicht, an der Burg erscheinen. Hatte man inzwischen ,,aufgerüstet"? Von den erschienenen 310 Männern besaßen nun immerhin 113 eine Büchse. Die Reetzer waren mit 20 Männern vertreten.

Luntenschloss einer Büchse aus dem 16.Jht.

Pest in Arenberg

Approx. 1585

Margaretha von der Marck-Arenberg war eine tiefreligiöse Frau. Als 1585 zum zweiten Male in einem Zeitraum von zehn Jahren die Pest das Land heimsuchte, empfahl sie ihren Untertanen das Gebet und ordnete die Abhaltung von Prozessionen und Bittfahrten an.

Wolfsjagd um Arenberg

Approx. 1589

Aus Arenberg werden die benachbarten Amtleute aufgerufen, eine gemeinsame Wolfsjagd in der Nordeifel zu organisieren. Die großen Schäden, die durch die Wölfe in den Herden angerichtet würden, und die Gefahr, die für die Menschen von diesen wilden Tieren ausgehe, mache die gemeinsame Aktion dringend erforderlich.

Wolfsjagd im 17. Jahrhundert, zeitgenössischer Stich, anonym

Hexenverfolgung in Reetz

Approx. 09/23/1593

Zu einem betrüblichen Höhepunkt steigerte sich der Hexenwahn in Arenberg im Jahre 1593. Die zum Teil erhaltenen Akten dieses Jahres sind vermutlich nur deshalb noch vorhanden, weil sie bei weiteren Hexenprozessen als Belastungsmaterial Verwendung fanden. Unter den 15 zwischen dem Mi, 25.8. und Mi, 27.10.1593 verhafteten und zur Burg Arenberg gebrachten Personen befanden sich auch sechs Frauen aus Reetz:
Rohr Johannes Niesgen von Reetz (verhaftet am Mi, 1.9.)
Gierden Nellis Hansen Hausfrau von Reetz (Di, 26.10.)
Kirtgen Schind des Kohirten Hausfrau zu Reetz (Mi, 27.10.)
Peters Hausfrau zu Reetz (Mi, 27.10.)
Irnen Peters Hausfrau von Reetz (Okt.)
Gierdgen Schmitzen Hausfrau zu Reetz (Okt.)
Allein am Donnerstag, Do, dem 23. September 1593, mußten mindestens fünf Frauen - unter ihnen auch Rohr Johanns Niesgen von Reetz - in der Nahe von Arenberg ihr Leben lassen. Die Hinrichtung der unholden wurde zu einem großen Schauspiel, wie wir aus Dokumenten der Zeit wissen. Am Sonntag vorher mußten alle Geistlichen die Hinrichtung von der Kanzel verkündigen. Alle Männer der Grafschaft, die auf wehr gemustert sein, mußten morgens um sechs Uhr mit ihren Waffen auf der Burg erscheinen, um die Verurteilten zur Hinrichtung zu begleiten. Wer als Hausherr, Knecht oder Sohn ungehorsamig ausblieb, hatte eine empfindliche Geldstrafe zu zahlen. Auch Frauen, Mägde und selbst Kinder ab sechs Jahren mußten der Hinrichtung beiwohnen, das exempel anzuschauen und darus zu lernen.
Margaretha war eine tiefreligiöse Frau. Als 1585 zum zweiten Male in einem Zeitraum von zehn Jahren die Pest das Land heimsuchte, empfahl sie ihren Untertanen das Gebet und ordnete die Abhaltung von Prozessionen und Bittfahrten an. Am deutlichsten jedoch tritt die Persönlichkeit der Fürstin in das Licht der Geschichte mit ihrer Verordnung von 1593, darin sie sich mit der Zauberei und dem Hexenwesen befaßt. Es ist bekannt, wie befangen ihre Zeit in diesen ihr so wichtigen Fragen war. Margaretha betrachtete sie von einem durchaus selbständigen Standpunkte aus. Im Unglauben und im Mißtrauen auf Gottes Barmherzigkeit und Kraft sieht sie die Ursache für die Existenz von Hexen. In ihrer umfangreichen Verordnung schreibt Margaretha einen intensiveren Unterricht in den Glaubenswahrheiten vor und trifft darüber hinaus genaue Verfügungen. Darunter befindet sich auch die, daß dem Unterricht der Katechismus des Petrus Canisius zugrunde zu legen sei. Sie führt den obligatorischen Unterricht im Lesen, Schreiben und Katechismus ein und bestimmt die Pfarrer zu Trägern dieses Unterrichts. Den Eltern, die ihre Kinder nicht zu dem Unterricht schickten, wurde eine Strafe angedroht. Mit dieser Maßnahme eilte Margaretha ihrer Zeit weit voraus. Sie hat die Eifel und das Stammland ihres Geschlechts geliebt. Die letzten Jahre ihres erfüllten Lebens verbrachte sie vorzugsweise auf Schloß Zevenberghe.

Niederländer Freibeuter in Reetz

Approx. 1594

Bereits mit dem Krieg der Niederländer gegen die Spanier kam es seit etwa 1568 auch in der Eifel zu wiederholten Einfällen der sogenannten „Freibeuter“, wie man die Niederländer nannte.
Bei dem Raubzug 1594 hatten sie auch die Kapelle in Reetz heimgesucht und dort ein seiden meßgewandt, 1 kruzifix, bilder und engel gestohlen. Wie man aus solcher Gefahr heil heraus kommen konnte, hatte 1594 Barbara Kohlhaasen Witwe aus Lommersdorf bewiesen. Auch sie lebte angeblich in steter Gefahr, konnte aber mit geld und liebens einen Statischen gewinnen, daher nicht so viel schaden genommen.

Schultheiß Heinrich Hellendahl

1600 - 1675

10 Generationen vor dem Verfasser dieser Historiensammlung.
Geboren und gestorben in Uedelhoven.

Zollstation Reetz

Approx. 1601

In dem Bestreben, sich immer neue Einnahmequellen zu erschließen, richteten die Arenberger Herren im 16. Jahrhundert an den Grenzen ihres Territoriums mehrere Zollstationen ein. Auch auf Reetzer Gebiet bestand eine solche Zollstelle auff der Lucher Heiden; ein gewisser Lehnert aus Reetz erhob dort den Zoll. Allerdings scheint diese Station nicht sehr einträglich gewesen zu sein: Nachweislich wurden dort 1601 und 1607 keine Einnahmen erzielt. Eine letzte Erinnerung an diese Zollstation lebt wohl in dem Flurnamen "Auf Zollstock" weiter.

Reetz zählt 17 Häuser

Approx. 1601

Die erste Zahl über die Größe der Ortschaft Reetz stammt aus dem Jahre 1601; damals standen hier 17 Häuser.

Liste der arenbergischen Lehnsleute

Approx. 06/13/1604

Unter den Landesherren standen im Arenberger Land zunächst die Beamten, die ihren Wohnsitz meist auf der Burg hatten. Sie waren nicht selten zugleich auch als Lehnsmannen an das Haus Arenberg gebunden. Die Lehnsleute verwalteten das Lehen, das ihnen auf bestimmte Zeit oder auf Lebenszeit übertragen worden war. Eine Liste Arenberger Lehnsleute, die am So, 13. Juni 1604 erstellt wurde, besitzen wir im Arburgischen Mhänbuch. Darin finden wir unter ,,Reetz" folgende Eintragungen:
Lehnsträger: Lehnsgut
Hans Garol von Boken, Churfürstl. Pfaltzgravischer Ambtmann zu Hollenstein u. Johan Bernard von Botzhem:
von Niclas von der Ahr zu Herstorff hove auf Berk gelegen.

Clas Schroders Gerhardts zu Reetz Sohn u. seine miterben:
Hove Wollers zum 1/2 auf Berck gelegen

Johann Glaßmecher zu Blankenheim u. miterben:
Meihert hove und zweien theil im Vetten gut in der Weilerbach gelegen

Neußen Theis u. miterben:
der dritte Teil von Vetten gut, das auch das Rieschsgut genant wirdt

Glas Schroders sohn u. miterben:
Hacken gut zu Reetz

Nellis Hanßen Eidam, Heinrich Hutgen:
Keßels gut

Wachdienst auf Arenberg

Approx. 1607

Zeitweise waren nur vier Soldaten auf der Burg, welche die nacht und dagh wacht ahn der portzen thuen: unter ihnen ist im Jahre 1607 auch Thonis Schneider von Retz. Offenbar gingen die Vorgesetzten nicht immer freundlich mit ihren Wachsoldaten um. Die Untertanen beschwerten sich heftig: Sie klagten über unzureichendes Essen, über bißweilen gantz unverschuldtes unbarmliches straffen, schlagen und abbruegeln. Auch klagten sie, daß die Frauen und Kinder ohne Lebensmittel zu Hause bleiben müßten, während sie zur Wacht gingen. Ihnen bleibe schließlich nichts als der bettelstab.

Karneval erstmals erwähnt

Approx. 1613

Im Jahre 1613 hat der Blankenheimer Graf Arnold II. die „Junge Mannschafts-Companie“, den heutigen Junggesellenverein, mit der Wahrung des karnevalisitischen Brauchtums beauftragt.

Juh jah, Kribbel en der Botz
Wer dat net hätt, dä es nix notz!
Juh jah, Kribbel en der Botz
De Fassenach es do!

Ne richtige Fastelovensjeck
Dä freut sich över jeden Dreck!
Juh Jah kribbel en dr Botz
De Fassenaach es do!

Bildquelle: www.juh-jah.de

Waldordnung

Approx. 1613

Daher musste die Waldordnung den Untertanen immer wieder neu ins Gedächtnis gerufen werden, so z.B. im Jahre 1613 durch den Reichsgraf Karl von Arenberg. --> siehe auch 1544

Hexenprozesse in Blankenheim

Approx. 1614

1614 wurden in Blankenheim 14 Personen abgeurteilt - 12 Frauen und 2 Männer wurden verbrannt.

Weitere Hexenprozesse in Blankenheim

Approx. 1627

Von 1627 bis 1633 fanden dann die Massenprozesse gegen die Hexen in unserer Heimat statt. Der kölnische Hexenrichter Dr. jur. Johannes Möden war überall gefürchtet als der schlimmste Hexenjäger dieser Zeit. Er rannte von einer Gerichtsstätte zur andern, um neue Opfer auf den Scheiterhaufen zu bringen. Allein 1627 verurteilte er in Blankenheim 30 Personen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt
wurden.
http://thomashellendahl.homepage.t-online.de/preceden/maleus.bmp
Der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte.

Erneute Hexenverfolgung in Arenberg

Approx. 1629 - 1630

Von einer erneuten Hinrichtungswelle im Arenberger Land wissen wir aus den Jahren 1629/30 unter Graf Philipp-Karl von Arenberg. Aus diesen beiden Jahren sind 41 Prozesse erhalten, die vermutlich alle mit der Hinrichtung der unholde endeten. Unter den Opfern waren auch zwei Frauen aus Reetz:
Nachdem auf dem Gerichtsplatz die Anklageartikel nochmals öffentlich vorgetragen und die Angeklagte standhaft bei ihrem Geständnis blieb, wurde sie, nach abermaligem Bekenntnis und der Bitte um Verzeihung um 12 Uhr des gleichen Tages erdrosselt und verbrannt. Mit ihr exekutiert wurden: Suesten Plöntgen aus Reetz, Hilger Halbmanß Frau aus Reetz, Eva Jacobß aus Dorsel und Merghen Readz aus Wershofen.

Nieß Bender war eines der vielen Opfer, die die pathologische Erscheinung der Hexenverfolgung forderte. Die Tatsache, daß sie ohne Tortur bereit war, Taten zu bekennen, die nur aufgrund damals tradierter Wahnvorstellungen über Zauberei und Unholde jedem Dorfbewohner einfallen konnten, läßt erahnen, daß sie vermutlich eine vom Schicksal hart gezeichnete depressive Persönlichkeit war. Das Prozeßbeispiel zeigt auch, wie wenig solidarisch und wie stark distanziert sich die Verwandten zu der zur Hexe gemachten Person verhielten. Wer einmal denunziert war, wurde von der Verwandtschaft und der Dorfgemeinschaft preisgegeben und seinem Schicksal überlassen.
Nieß Brender denunziert 33 Frauen und vier Männer, die sie alle auf den Tanzplätzen gesehen haben will. Es sind Personen aus den Dörfern Antweiler, Aremberg, Eichenbach, Dorsel, Lommersdorf, Mülheim, Reetz und Wershofen. Auf Dieffenthal" hätte der Teufel der ganzen „zauberschen Rotte" vorgehalten, daß man alles verderben solle: Früchte, Baumfrüchte, Weinstöcke und alles Laub und Gras. Nachdem Nieß Brender dies alles ausgesagt hat, erklärt sie, bis in den Tod zu ihrem Bekenntnis zu stehen und ihrem sündigen Leben abzusagen. Nieß Brender wurde am Mittwoch, dem 7. August, in loco libero et a tortura remoto geführt, einem Ort, wo die Beschuldigte nicht durch die Folter bedroht wurde. Dort sagt sie, alles, was sie bekannt, sei wahr und alles, was ihr noch weiter einfalle, werde sie ihrem Beichtvater eröffnen und „gern und seliglich hinscheiden". Sie bittet darum, ihren Mann zu ermahnen, seine Kinder und die künftige Ehefrau besser als sie zu halten und keine fernere Trübseligkeit verursachen zu wollen. Dieselben solle er zur Ehre und Furcht Gottes anhalten und treulich ernähren. --> aus Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler.

Wieder Hexenprozesse in Blankenheim

Approx. 1629

1629 standen in Blankenheim 20 Personen vor Gericht, angeklagt als Hexen.

Hexenprozesse in Schmidtheim

Approx. 1630 - Approx. 1631

In Schmidtheim mit seinen damals 400 Einwohnern brach eine regelrechte Menschenjagd aus, geschürt von den Freiherrn Reinhard d.  J. und seinem Sohn Bertram Beissel von Gymnich und angefeuert von katholischen Theologen. Denunziation war an der Tagesordnung, es folgten Folterverhöre und grausame Hinrichtungen. Es gibt 59 überlieferte Gerichtsakten zu Hexenprozessen in Schmidtheim, das damals rund 400 Einwohner hatte. Die Federführung hatte Hexenkommissar Dr. Johannes Möden, der seine Blutspur unter anderem auch im benachbarten Blankenheim hinterließ. Auffällig an den Schmidtheimer Prozessen ist, dass dort außergewöhnlich viele Männer wegen Hexerei verurteilt wurden, darunter sogar Schöffen und ein Pfarrer. Bölkows Vermutung: „Wahrscheinlich waren die Männer besonders aufmüpfig gegenüber den Schmidtheimer Schlossherren.“

Allein in den Jahren 1630 und 1631 erfolgten wohl 48 Hinrichtungen, damit wären mehr als 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Schmidtheim Hexenprozessen zum Opfer gefallen. Kaum vorstellbar ist heutzutage noch, was die Menschen in einem überschaubaren Lebensraum dazu bewegt haben mag, ihre Nachbarn als Hexen zu denunzieren. Der Druck, besonders auch der emotionale, muss enorm groß gewesen sein. Denn die Dorfbevölkerung arbeitete ja zusammen auf dem Feld, besuchte die gleichen Messen in der Kirche. Herrschaftliche Fragen, die Ursache der Hexenverfolgung waren, sind hingegen bereits erschöpfend erforscht worden. Die Schmidtheimer Akten sind die letzten Quellen zur Hexenverfolgung, die noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden.

Freiherr Reinhard Beissel von Gymnich (links) und sein Sohn Bertram Beissel von Gymnich

Hexentanz in Blankenheimerdorf

Approx. 1641

1641 fand auf der Brückenpforte des Schlosses Blankenheim (vermutlich im Torbau) ein Verhör verschiedener Einwohner von Blankenheimerdorf über einen angeblich daselbst abgehaltenen "Hexentanz" statt. Schultheiß Nicolaus Eschermann und Notar Arnold Funck leiteten die Untersuchungen über das "Geschrei". Der Blankenheimerdorfer Pastor Adam Boseus führte im Ort Befragungen durch und nannte die Angelegenheit ein "Geschwätz". Der Richter verhängte über zwei Frauen eine Geldstrafe wegen ihres leichtsinnigen Redens.
...
Johann Schäfer erzählte, der Anton Leyendecker, der mit ihm auf der gleichen Kammer wohnt, habe bei einem nächtlichen Ausgang gesehen, wie die Hexen um den großen Baum an der Kirche ihren Tanz hielten. Die Hexen seien um ihn herum gesprungen, weil sie wohl meinten, er gehöre zu ihnen. Als er sie laut angeschrieen, sei der Haufe der Tanzenden dann plötzlich mit einem lauten „Hui“ verschwunden.
...
http://thomashellendahl.homepage.t-online.de/preceden/hexentanz.bmp

Ende der Hexenprozesse

Approx. 1643

1643 nahm man allmählich Vernunft an auf Grund der aufklärenden Schriften des Jesuitenpaters Friedrich von Spee, Trier und anderer Schriften. Zusammenfassend fanden von 1500 bis 1643 in unserer Gegend 210 Hexenprozesse statt. Davon waren 90 Prozesse in Blankenheim, 45 in Gerolstein, 15 in Jünkerath, 19 in Kronenburg, 17 in Stadtkyll. Die übrigen 24 andern Prozesse wurden an näher in den Urkunden nicht aufgezeichneten Orten abgehalten.

Bildquelle: Bildarchiv Gemeinde Dahlem

Arnold genannt Arend Hellendahl

1645 - 1708

Arnold (auch Arend genannt) Hellendahl, der Urururururururopa (7 x Uropa) des Autors dieser Website wird 1645 in Uedelhoven geboren. Er starb vor 1708 auch in Uedelhoven.

Erneuerung Waldordnung

Approx. 1656

Auch Philipp-Franz von Arenberg erneuerte im Jahre 1656 die Waldordnung, die nun eine eigenwillige Strafbestimmung enthielt: Wer am angesetzten Tag nicht zur Pflanzung der zehn Eichen erschien, sollte mit zwei Talern bestraft werden, von denen der eine an den Landesherrn fiel, während den anderen diejenigen vertrinken durften, die der Anordnung gefolgt waren.

Bau des Georgstores

Approx. 1670

Damals ordnete Graf Ernst von Manderscheid-Blankenheim die Wiederherstellung und den Ausbau der Ortsbefestigung an. Bei dieser Gelegenheit wurde Blankenheim erweitert. Häuser, die bis dahin außerhalb der alten Stadtmauer lagen, kamen mit der Erweiterung in den sicheren Kern.

Georgstor stadteinwärts, Foto: Thomas Hellendahl

Joh. Theodor Hellendahl

1676 - 1724

Geboren und gestorben in Uedelhoven.

Peter Hellendahl

1710 - 1778

Geboren und gestorben in Uedelhoven.

Skandal bei der Prozession

Approx. 1744

Skandal bei der Prozession

  • eine merkwürdige Begebenheit in der landesherrlichen Zeit

von Peter Baales Lehrer i.R.

Das Verhältnis der Eifeler Menschen zu ihrer kirchlichen Obrigkeit hat sich nicht immer friedlich gestaltet. Wir hier in Blankenheimerdorf haben im vergangenen Jahr erlebt, daß zwischen „Hirt und Herde“ sich Konflikte entwickeln können, die durchaus nicht mit dem Gebot des „Liebet einander“ zu vereinbaren sind. Das war schon immer so, nur in unserer Zeit zieht das wegen der allgemeinen Medien-Öffentlichkeit viel größere Kreise, als das früher denkbar gewesen wäre. So ist wohl das Ereignis, auf das ich bei der Durchsicht meiner heimatkundlichen Unterlagen gestoßen bin, kaum über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannt geworden. Es spielte sich im Mai 1744 ab. Unser Dorf ist dabei zwar nur am Rande berührt, aber interessant ist es allemal.

Die Kirche von Mülheim wurde im Jahre 1737 von den Baumeistern Johannes und Michael Cazzuola fertig gestellt. Gemälde von Albert Larres (1900-1987)Matthias Christophs, Pastor zu Mülheim, schickte damals eine geharnischte Beschwerde an seinen Landesherren, den Herzog von Arenberg. Er schrieb darin: Die Müllenheimer Pfarr sei, wie jedes Jahr, jährlichs zu Pfingstmontag nacher MünsterEiffelen und Dienstag danacher auff BlanckenheimDorff processionsweise hinzogen. Nun aber hatte der Graf von Blankenheim gerade in diesem Jahr auf genau diesen Tag in seiner Residenzstadt das erstemahl den Marckt versetzet. Diese Gelegenheit ließen sich die Wallfahrer „aus dem Ausland“ natürlich nicht entgehen: Auf dem Rückweg schickten sie Creutz und Fahnen nacher Haus voraus und besuchten dann ausgiebig den Markt im Flecken (auf dem heute „An der Pomp“ genannten Platz gegenüber Uhren/Optik Fink). Damit war natürlich anschließend eine geordnete Rückkehr der Prozession nicht mehr möglich, und trotz mehrmaliger Aufforderung des Pfarrers, daß gesamte Pfarrkinder processionsweis zurückziehen sollten, ist solches keineswegs von den Reetzern befolget worden und die Widersetzlichkeit theils zum offenbahren Unglimpf der Procession, theils zum Despect meiner (=des Pfarrers) Person ausgefallen. Auch für die kommenden Prozessionen wittert der Seelsorger beständigen Ärger, und so bittet er inständig umb künffigen Verhaltungsbefehl auff gesagten Ohngehorsam durch vorgebenden Gebrauch wegen jetzo angeordneten Marckt.

Um 1730 zeichnete der französische Landschaftsmaler Renier Roidkin diese Ansicht vom "Ahrenberg".Die herzogliche Kanzlei, an ihrer Spitze der Statthalter Kisselstein, hat sich am 26. Mai 1744 mit dieser Angelegenheit befaßt. Offenbar hatten die frommen Pilger sich durch das erstmals stattfindende Marktgeschehen doch sehr vom frommen Weg und Ziel ihrer Wallfahrt abhalten lassen. Das geht aus der behördlichen Anordnung hervorgeht, die erkennen läßt, daß die geschehene Unglimpf der Procession noch größer war, als die Beschwerde des Pfarrers zuerst vermuten läßt: Nachdem Herr Pastor von Mülheim die Procession nacher BlanckenheimDorff hinführen wollen, die Gemeinde zu Mülheim und Reetz aber das Creutz darbey mitzunehmen sich verweigert, sondern anstatt dessen einen Maybaum in der Procession vorgetragen, (den sie wohl beim Durchzug durch „Blangem“ entlang der unter Graf Salentin Ernst 60 Jahre vorher neu angelegten heutigen „Ahrstraße“ „mitgehen ließen“!) weilen aber die Gemeinde gegen die Ehre Gottes und der Christkatholischen Religion das Creutz auffsetzlich (= entgegen der Anordnung) abgelassen, also wird sie wegen solche Ungebühr in eine Straff von 10 Pfundt Wax condemniert (= verurteilt) mit dem Anhang, dasselbige inner acht Tage abführen oder darzu mit scharfer Execution angehalten werden sollen, welches Herr Pastor vom Cantzell zu publizieren vermag. Es wird also nicht erst das jährlich stattfindende „Herrengeding“, der allgemeine Gerichtstag, abgewartet - solch eine Tat erfordert eine sofortige Sühne! Und es war eine empfindliche Strafe, die da von der weltlichen Obrigkeit verhängt wurde. Die beiden Dörfer in ihrer Gesamtheit und nicht nur die beteiligten Wallfahrer hatten dafür aufzukommen. Die Beschaffung dieser nicht unerheblichen Menge an Bienenwachs doch sehr kurzer Zeit war gewiß nicht so einfach und erforderte eine erhebliche Anstrengung. Aber es war durchaus möglich, sonst wäre dieses Strafmaß wohl nicht angeordnet worden. Wir Heutigen könnten das nicht mehr zuwege bringen! Bei der Prozession statt des Kreuzes einen Maibaum voranzutragen, das war ja wirklich „die Höhe“, das erforderte ein energisches Eingreifen der Obrigkeit!

Damit aber in Zukunft solche Ohngesetzlichkeit nicht mehr möglich werden konnte, reagierte dann auch die kirchliche Obrigkeit, der Landdechant zu Lissendorf, am 7. Juni: Wegen einvermeldter Bewandnüsse, da zu Verschmälerung der Ehren Gottes, und Veranlassung vieller Ausgelassenheiten, Sünden und Seelengefahr solche Processiones auslaufen (= bei solchen Prozessionen oft vorkommen), wird Herrn Pastoren aufgeben, auf dem hl. Pfingstdienstag künfftighin keine Procession zu halten, sondern in der Pfarr drey Diensten Gottes feyerlichst abzuwarten (und zu) gestalten, (um) den Zorn Gottes nicht anzureitzen. Das war nun eine Entscheidung, die den Mülheimern und Reetzern auf keinen Fall schmecken konnte: Ihnen war damit der gewiß nicht unwillkommene Anlaß zum Besuch des Marktes in Blankenheim und seiner viellen Ausgelassenheiten genommen. Zudem war eine solche Wallfahrt eine der wenigen Möglichkeiten, einmal der Enge der eigenen Heimat und dem harten Alltagsleben zu entfliehen, und wenn es nur bis ins „Dorff“ war. Stattdessen mußten sie nun an einem einzigen Tag dreimal zu einem „feierlichen Hochamt“ in der Kirche in Mülheim erscheinen! Drei Hl. Messen als verstärkte Form der Bestrafung! Es waren schon „dolle Zeiten“, damals!! (Reetz ist erst im Jahre 1872 selbständige Pfarrei geworden.)

"Status- und Lägerbuch Dorffs Blanckenheim"Was war denn nun das Ziel dieser „Processiones nacher Dorffs Blanckenheim“? Anzunehmen ist, daß es nicht die Kirche in unserm Dorf war, sondern das schon öfter genannte „Creutz in der Ollbrück“, zu dem am Sonntag nach Fronleichnam auch unsere Gemeinde eine Wallfahrt durchzuführen hatte, wie es im „Status- und Lägerbuch Dorffs Blanckenheim“ bei der Aufzählung aller „Prozessionenes“ aufgeschrieben ist. Der Wallfahrts -Termin der Mülheimer und Reetzer, nämlich der Dienstag nach Pfingsten, scheint das nahe zu legen. Um diese Zeit war offenbar Wallfahrt - Saison in Olbrück! Über das eigentliche Ziel dieser Wallfahrten aber, das Kreutz in Olbrück, konnte ich noch nichts in Erfahrung bringen. Offenbar ist davon heute nichts mehr bekannt.

(B. Michels hat die dieser Darstellung zugrundeliegenden Aktenstücke aus dem Pfarrarchiv Mülheim in „Um Burg und Quelle“ Nr. 91 veröffentlicht.)

Verbot zur Errichtung neuer Häuser

Approx. 1744

Im Jahre 1744 sah sich die herzoglich-arenbergische Regierung veranlaßt, ein Verbot der Errichtung neuer Häuser und Wohnungen auszusprechen, weil "die überhäuften Untertanen und Einwohner eines Landes Verderben sind".

Joes Peter Hellendahl

1750 - 1822

Geboren und gestorben in Uedelhoven.

Strafprozess Kindstod

Approx. 1755 - Approx. 1777

Aus dieser Zeit sind auch die Akten über zwei Strafprozesse gegen Reetzer Bewohner erhalten. Der erste ist nicht mehr genau datierbar; er stammt aus den Jahren zwischen 1755 und 1777. Es geht da um die etwa 10- bis 12-jährige Margarethe Schröder, die eines Morgens ertrunken im Reetzer Bach gefunden wurde. Die Eltern wurden nicht nur wegen "Verletzung der Aufsichtspflicht", wie es heute heißen würde, angeklagt, sondern auch wegen Totschlags; denn da das Kind offenbar geistig zurückgeblieben war, entstand der Verdacht, daß sie sich auf diese Weise des lästigen Anhängsels hätten entledigen wollen. Es erschienen alsbald auch in Reetz Beamte von Schloß Arenberg, die nicht nur die Eltern, sondern auch die verschiedenen Nachbarn unabhängig voneinander vernahmen. Die Aussagen der Nachbarn stimmten mit denen der Eltern überein: Das Kind war manchmal bei Tage, öfter aber noch des Nachts heimlich aus dem Haus fortgelaufen, und trotz seiner geistigen Beschränktheit hatte es immer wieder Wege gefunden, das Haus unbemerkt zu verlassen. So war es in der fraglichen Nacht offenbar aus dem winzigen Fensterchen seiner Schlafkammer nach draußen geklettert. - Der Prozeß gegen die Eltern wurde eingestellt.

1. Verbot des Kartenspiels

Approx. 12/15/1755

Der arenbergische Landschultheiß Lersch schreibt unter dem Mo, 15. Dezember 1755: "Nachdem ich kürzlich in Erfahrung gebracht habe, daß in Mülheim und Reetz in verschiedenen Häusern, besonders bei nächtlicher Weil, manigmal aber auch über Tag das Kartenspiel stark gebraucht wird, solches aber von Seiten der Obrigkeit gar nicht gestattet werden kann, zumal die Jugend dadurch verführt wird, auch manchmal Hader und Zank entsteht, deshalb wird hiermit allen und jedem ein für allemal das Kartenspiel allerschärfstens verboten unter 1 Gulden Herrenstrafe und 1 Pfund Wachs Kirchenstrafe. Diejenigen, welche das Kartenspiel in ihren Häusern dulden, sollen jedesmal 3 Gulden Herrenstrafe und 3 Pfund Wachs Kirchenstrafe verwirkt haben, weshalb jeder vor Schaden gewarnt wird.... Auch wird der Herr Pastor von Mülheim hiermit geziemend gebeten, diesen Befehl von der Kanzel zu verkünden."

Kartenspiele von 1545 (deutsch) und 1750 (englisch)

Erste Karte von Reetz

Approx. 1771

Die erste Karte des Ortes wurde 1771 von dem arenbergischen Geometer Gallibert gezeichnet; eine Abzeichnung dieser Karte durch Pfarrer Jansen 1889 befindet sich im Pfarrarchiv. Dabei sind die Häuser durch Ziffern gekennzeichnet; eine Liste nennt die Bewohner der Häuser (siehe auch "Die erste Karte des Ortes")
1a Kirche
1b Kirchhof
2 Vicarie
3 Michael Prämassing Wittwe
4 Mathias Wassong (das Backes-Haus)
5 Georg Cremer (das Bramersch-Haus)
6 Jacob Wassong (das Ohligschlägersch-Haus)
7 Johannes Sticken Kinder
8 Joseph Bouvy
9 Jacob Sticken Wittwe
10a Friedrich Caster Wittwe
10b Garten desselben
11 Johann Franzen
12 Peter Dahmen
13 Johann Kleuser
14 Peter Knur Wittwe
15 Stephan Theren
16 Mathias Wassong
17 Peter Huth
19 Peter Schröder
20 Anton Langen
21a Salentin Schnichels
21b Scheune desselben
22 Peter Dechens
23a Hans Peter Keller (Maierlehen)
23 b Scheune desselben
24 Schmiede von Georg Franzen Wittwe
25 Helgers Hof
26 Hubert Sticken
27 Peter Huth
28 Friedrich Valkenberg Wittwe
29 Joseph Müllenmeister
30 Joseph Wassong
Die eingetragenen Straßennamen lauten: Brüllengasse (= Hardtstr.), Wingertzgasse (=Langenbusch), Stockgasse (=Oberdorf), Kummengasse (heute ohne Namen); am heutigen Borrenweg steht: nach Mülheim, an der Heltenstr.: nach der Helt.
Thomas Hellendahl

Reetz zählt 29 Häuser

Approx. 1782

Die nächste Zahl aus dem Jahre 1782 nennt für Reetz 29 bewohnte Häuser mit 170 Einwohnern.

Sommerschule

Approx. 1783

Von 1783 an wurde im Herzogtum Arenberg auch die Sommerschule eingeführt. Diese Anordnung scheint bei vielen Eltern auf Ablehnung gestoßen zu sein, sei es, daß sie ihre Kinder für landwirtschaftliche Arbeiten brauchten, sei es, daß sie das zu zahlende Schulgeld sparen wollten. Jedenfalls sah sich 1784 der Statthalter Bornschlegel veranlaßt, den Schultheißen "unter schwerster Verantwortung anzubefehlen, über die im vorjährigen Herrengeding anbefohlenen Sommerschulen sorgfältig zu wachen, daß nämlich alle Kinder, Buben wie Mädchen von 6 bis 11 Jahren einschließlich, unausbleichlich in die Schule geschickt werden. Deshalb sollen Eltern, die ihre Kinder der Schule entziehen wollen oder widerspenstig sind, unnachsichtlich mit einer Strafe, welche pro Monat auf 1 Reichstaler festgesetzt wird, belegt werden... Um die Sommerschulen etwas zusammenzuziehen und zu verstärken, so können die Kinder von Mülheim nach Reetz in die Schule geschickt werden. - Da schon wirklich Klagen eingelaufen sind, daß viele Eltern den von den Schulmeistern so sauer verdienten Lohn nicht zahlen, denselben, wenn er ihn fordert, mit trotzigen Worten abweisen, so sollen die Eltern ohne weiteres mittels Execution zur Zahlung gezwungen werden.- Dieser Befehl ist alsbald durch Landboten an allen Orten zu verkünden und nach geschehener Publikation sollen die Herren Pastores denselben von der Kanzel verkünden und seinen Inhalt den Untertanen deutlich vorhalten."

2. Verbot des Kartenspiels

Approx. 01/21/1784

Bei einer Erneuerung dieses Verbots am Mi, 21. Januar 1784 werden nicht nur die Ortschaften Mülheim und Reetz genannt, sondern die Verordnung richtet sich an die "Ortschaften des Herzogtums Arenberg"; dabei werden die Strafen spürbar erhöht. Der Stadthalter Bornschlegel schreibt: "Nachdem die Herzogliche Regierung mißfälligst vernommen hat, daß das Kartenspiel, ungeachtet des diesfalls schon bestehenden Verbotes in den Ortschaften des Herzogtums Arenberg dennoch fortgetrieben wird, deshalb wird dieses zum Verderben führende Übel wiederholt und zwar so verboten, daß derjenige, der in seinem Hause eine Gattung von Spiel gestattet, hierfür mit 4 Gulden, die Spieler aber selbst jeder mit 2 Gulden unnachsichtig und zwar auf frischer Tat gestraft werden; auch sollen die Eltern, deren Söhne sich im Spiel antreffen lassen, wegen ihrer sträflichen Nachsicht für und anstatt ihrer Kinder mit der Strafe bedacht werden." Weiter wird verfügt, daß diese Verordnung den Untertanen durch die öffentliche Kanzel kundgemacht und deutlich vorgelesen werde".

Erste Feuerlöschtruppe

Approx. 06/13/1784

Nachdem in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Blankenheimer Hospital abbrannte und das Feuer sich aller Löschversuche zum Trotz im Ort ausbreitete und gut die Hälfte aller Häuser vernichtete, wandte sich Gräfin Augusta, eine hervorragende Verwalterin und Organisatorin, sich der Organisation der Feuerbekämpfung zu. Mit dem gräflichen Erlass vom 13. Juni 1784 bestellte sie die erste Löschtruppe, mit einer Feuerkommission und einem Feuerkommissar an der Spitze und 8 Rotten zu 9-13 Helfern, die vom Rottenmeister angeführt wurden, sowie Spritzenaufsehern und Tambouren.

Joseph Hellendahl †

Approx. 04/10/1786 - Approx. 1813

geb. 10.04.1786, 6. franz. Canonier zu Fuß, vermißt 1813 in Saratow (Haus Bäckesch,Uedelhoven).
Napoleons Garde, Kriegsteilnehmer der Großen Armee
Zwecks Gewinnung von Unterlagen für Todeserklärungen, wie sie z.B. bei Erbschaftsregelungen, Wiederheiraten usw. erforderlich waren, schickte die preußische Regierung im Jahre 1818 den Leutnant Meyer nach Rußland mit dem Auftrage, in den dortigen Lazaretten, Krankenhäusern und bei Verwaltungsstellen Nachforschungen anzustellen über den Verbleib der zur Großen
Armee Napoleons oder zu den königlich westfälischen Truppenteilen Einberufenen, soweit sie aus den im Wiener Kongreß preußisch gewordenen Landesteilen Westfalen und Rheinland gekommen, aber nicht zurückgekehrt waren.

Strafprozess Vikarsmord

Approx. 1787

Der andere Strafprozeß aus dem Jahre 1787 betraf den herzoglich-arenbergischen Förster Peter Mertens von Reetz; er war wegen Totschlags angeklagt. Nach seiner Darstellung hatte sich folgendes ereignet: Er sei mit dem Reetzer Vikar Wilhelm Falkenberg zu einem ausgedehnten Jagdgang durch die Wälder aufgebrochen. Als sie durch den Lommersdorfer Bann gegangen seien, habe er über einen Graben springen müssen; dabei habe sich seine Flinte entladen und den hinter ihm gehenden Vikar so unglücklich getroffen, daß dieser auf der Stelle tot gewesen sei. Er selbst - Peter Mertens - sei ohne Zögern zum Schloß Arenberg gegangen, um dort den Unglücksfall zu melden.

Der Förster wurde im Civil-Arrestzimmer im Torbau des Schlosses Arenberg gefangengesetzt.

Sogleich schickte man Beamte nach Reetz, die sich in der Bevölkerung - ohne den Vorfall zu erwähnen - umhören sollten, wie das Verhältnis zwischen dem Förster und dem Vikar sei, ob sie häufiger gemeinsame Jagdgänge unternahmen und ob es irgendwelche Anzeichen von Unstimmigkeiten zwischen den beiden gäbe. Keiner der Befragten hatte Kenntnis von Unstimmigkeiten; die beiden galten allgemein im Dorf als gute Freunde.

Inzwischen wurde der Förster Mertens im Schloß Arenberg verhört: Warum er sofort zum Schloß Arenherg gegangen sei; wieso er habe sicher sein können, daß der Vikar wirklich tot gewesen sei. Ob er seine Flinte regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit hin überprüfe; wann er sie zuletzt überprüft habe. Hierauf antwortete Mertens, daß er seine Flinte vor zwei Tagen einem Reetzer Mitbürger geliehen habe; danach habe er sie nicht mehr überprüft: Sofort wurde ein Bote beauftragt, den betreffenden Reetzer zu befragen, wann er die Flinte des Försters entliehen habe und ob ihm irgendetwas an dem Gewehr aufgefallen sei. Die Angaben von Mertens wurden bestätigt, Unregelmäßigkeiten waren nicht aufgefallen, da der Reetzer die Waffe nicht benutzt hatte.

Unterdessen war der Schmied aus Tal Arenberg aufs Schloß gerufen worden. Er erhielt den Auftrag, besagte Flinte sorgfältig zu untersuchen. Auf Befragen hin bestätigte er dann, daß sich die Waffe aufgrund eines bestimmten Fehlers bei starker Erschütterung leicht selbst entladen könnte. (Die genaue Beschreibung des Fehlers ist heute höchstens noch Fachleuten verständlich, sie kann daher hier übergangen werden).

Wegen der übereinstimmenden Aussagen glaubte man dem Peter Mertens. Unter der Auflage, seine Waffen nicht mehr zu verleihen und sie zukünftig mit äußerster Sorgfalt zu pflegen, wurde er von der Anklage des Totschlags freigesprochen; auch sein Amt als herzoglich-arenbergischer Förster durfte er behalten.


Steinschlossflinte, wie sie um 1787 verwendet wurde, vgl. 1577 und 1583.

Peter Joseph Hellendahl

1789 - 1838

Geboren in Uedelhoven, gestorben vermutlich in Lommersdorf.

Französiche Revolution

Approx. 1794

Das letzte Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts brachte für Reetz wie für die ganze Eifel einschneidende Veränderungen. Die im Herbst 1794 anrückenden französischen Revolutionstruppen löschten im linksrheinischen Gebiet die bisherigen althergebrachten Herrschaftsstrukturen aus. Auch das Herzogtum Arenberg verschwand. An seine Stelle traten französische Verwaltungseinrichtungen: Reetz kam zur ,,Mairie de Blanckenheim" im ,,Department de la Sarre".
Es gibt keine Nachrichten darüber, wie die Reetzer Einwohner zu diesen Umwälzungen standen. Einerseits mag es wohl angenehm gewesen sein, daß die Lehen vielfach in den Besitz der bisherigen Lehnsträger übergingen; andererseits aber werden die Kontributionen, d.h. die Leistungen, die für den Unterhalt der Besatzungstruppen aufzubringen waren, die einheimische Bevölkerung schwer belastet haben. Hinzu kam in späteren Jahren zu Zeiten der Feldzüge Napoleons, besonders um 1810 bis 1814, daß so mancher einfache Bauernjunge mehr oder weniger zwangsweise in den französischen Truppen zu dienen hatte und dabei in Gegenden und Länder kam, von denen er vorher wohl nie gehört hatte. Oft waren sie mehrere Jahre von der Heimat fort, und die Angehörigen blieben in Ungewißheit über ihr Schicksal, da es nur geringe Möglichkeiten gab, miteinander in Kontakt zu bleiben; so mancher Soldat kehrte allerdings auch nicht wieder zurück.

Die Freiheit führt das Volk. Marianne, die Nationalfigur der Franzosen: für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

2. Karte von Reetz

Approx. 1808

Die erste Karte, die annähernd unseren heutigen Anforderungen entspricht, ist die Kartenaufnahme des französischen Ingenieur-Geographen Maissiat aus den Jahren 1808/09. Sie zeigt ebenso wie die erste preußische Karte von 1847, daß neben Langenbusch und (unterer) Hardtstr. der Bereich um die Kirche mit Borrenweg und Spielplatz bebaut war; das Oberdorf reichte gerade einmal bis zur Abzweigung der Heltenstr.; die Bebauung meidet die unmittelbare Nähe des Reetzer Baches, so daß dessen Verlauf deutlich zu erkennen ist.

Eifel wird preußisch

Approx. 1814 - Approx. 1815

Als nach dem Wiener Kongreß 1814/15 die Eifel mit dem größeren Teil des linksrheinischen Landes an Preußen fiel, wurde unsere Gegend ein preußisches Randgebiet; man kennt das Wort vom "preußischen Sibirien". Infolge des allmählichen Niedergangs der Eifeler Eisenindustrie waren die Bewohner mehr oder weniger auf die dürftigen Erträge ihrer eigenen Landwirtschaft angewiesen; Mißernten führten zu Hungersnöten und einer schlimmen Verarmung der Bevölkerung, die schließlich eine Auswanderungswelle nach Amerika bewirkte. Aus Reetz sind die Namen von zwei Familien bekannt, die nach Amerika auswanderten: zum einen der Köhler Georg Cremer aus Bramersch-Haus, zum anderen ein gewisser Peter Schnell; Jahr und genaueres Ziel ihrer Abreise sind nicht bekannt.

1. Schulgebäude

Approx. 1825

Gebäude heute noch vorhanden an Oberdorf 5,
vorher war Unterricht der Schule gegenüber bei Knur

Einführung Schulpflicht

Approx. 1825

Preußen führt 1825 die allgemeine Schulpflicht ein. Kinder ab 6 Jahre gingen für 8 Jahre zur Schule. Unterrichtet wurden 12 Std Religion, 11 Std Lesen, 6 Std Schreiben, 3 Std Sprache (Hochdeutsch), 2 1/2 Std Rechnen, 1Std Geschichte und 1/2 Std Singen. In der Praxis bedeutete dies ein Unterricht mit Schwankungen wegen der saisonbedingten Arbeit in der heimischen Landwirtschaft.

Reetz zählt 201 Einwohner

Approx. 1826

mit Reetzer Mühle (12 Bewohner)
*VdEnA

Michael Hellendahl

1833 - Approx. 1890

Geboren in Uedelhoven, gestorben vermutlich in Trierscheid.

Gerichtsprozess Jagdfrevel

Approx. 1840

Auch die zentralisierte Verwaltung war für die Bewohner der abgelegenen Eifeldörfer eine Beschwernis. Hatten z.B. zu Zeiten der arenbergischen Herrschaft Gerichtsverhandlungen im Ort selbst oder auf Schloß Arenberg stattgefunden und Berufungsverhandlungen in Lommersdorf, so waren jetzt erheblich weitere Wege in Kauf zu nehmen, wie der Fall des Ackerers Heinrich Schmitz aus Reetz im Jahre 1840 zeigt. Dieser war aufgrund verleumderischer Aussagen des Gustav Letixerant, Sohn des Posthalters in Blankenheim, vom Forst-Polizeigericht zu Blankenheim als Jagdfrevler verurteilt und mit der Zahlung von 120 Francs (!?) bestraft worden. Als rechtschaffener Mann wollte Heinrich Schmitz dieses Unrecht nicht einfach hinnehmen: Er legte Berufung ein. Die weitere Verhandlung mußte nun beim Königlichen Landgericht in Aachen geführt werden. Von dort erhielt Heinrich Schmitz am 22. Januar 1841 die Aufforderung, am 27. Januar um halb neun Uhr morgens persönlich in Aachen zu erscheinen.

Wie sollte er nun nach Aachen kommen? Natürlich zu Fuß! In Anbetracht der Kürze der Tage, der eisigen Kälte und des schlechten Zustandes der Wege mußten wohl drei Tage für den Weg nach Aachen veranschlagt werden. Aber Heinrich Schmitz ist überfordert: Er kommt nur bis Einruhr, wo seine Tochter Anna Catharina lebt, die dem dortigen Vikar Arnold Joseph Anaclet Trebels den Haushalt fuhrt. (Dieser Anaclet Trebels war etwa von 1832 bis 1836 als Vikar in Reetz tätig gewesen und hatte die Anna Catharina Schmitz als Haushälterin mit nach Einruhr genommen.) Heinrich Schmitz schreibt einen Brief nach Aachen, in dem es heißt, er sei bis Einruhr gekommen "und zwar so entkräftet, daß ich, ein Mann von 62 Jahr alt, es vorsehe, daß ich den Weg bis Aachen weder gehend noch fahrend auszuhalten im Stande bin". Es folgt eine ausführliche Darlegung der Angelegenheit, und der Brief schließt mit der Bitte: "Nach Verlauf der Verhandlung möge man mir so bald wie möglich deren Ausgang schriftlich zukommen lassen".

Welchen Ausgang die Verhandlung genommen hat, ist nicht bekannt. Doch zeigt die Geschichte, daß die Zentralisierung der Verwaltung für die Eifelbewohner manche Mühen und Nachteile brachte, so daß sie oft noch nach Jahrzehnten die alte Landesherrschaft zurücksehnten.

Reetz zählt 246 Einwohner (41 Häuser)

Approx. 1852

mit Reetzer Mühle (3 Bewohner)
*VdEnA

Deutsch-Französischer Krieg

Approx. 07/19/1870 - Approx. 05/10/1871

Thomas Hellendahl

Johann Peter Premassing †

10/18/1870

...fällt als Soldat im Deutsch-Französischen Krieg (Dienstag)
Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden vom Freitag, 25. Februar 1853 ist Johann Peter Prämassing als 4. Kind des Ackerers Johann Peter Prämassing (gleicher Vorname Sohn wie Vater) erwähnt. In diesem Artikel wird Haus und Grundbesitz versteigert (Montag, 14. März 1853 im Haus des Wirts Peter Joseph Bovy zu Reetz). Interessant hierbei auch, dass der Nebenvormund Heinrich Prämassing nach 1853 und vor 1873 nach Amerika ausgewandert ist.

Peter-Josef Hellendahl

1875 - Approx. 1935

Geboren in Trierscheid, gestorben vermutlich in Mülheim.

Reetz zählt 44 Hauseigentümer

Approx. 1877

gemäß des Feuer-Societät-Katasters

3. Karte von Reetz

Approx. 1893

Die nächsten Karten von 1893 und 1910 zeigen nur geringe Veränderungen, und zwar im Bereich Heltenstr. und entlang des Weges zur Ahr (Oberdorf). Auf den Karten sind allerdings die Wohnhäuser nicht von Scheunen und Schuppen zu unterscheiden.

Reetz zählt 212 Einwohner (46 Häuser)

Approx. 1895

mit Reetzer Mühle(7 Einwohner)
*VdEnA

Gründung einer Feuerwehr

Approx. 1902

Die Beschaffung von Kappen für die Jugendfeuerwehr lässt darauf schließen, dass 1902 bereits eine Feuerwehr bestand. Wie lange diese bereits existierte, lässt sich aus dem Ratsprotokoll des Reetzer Gemeinderates nicht erkennen.

Johann Hellendahl

1904 - 1975

Geboren und gestorben in Mülheim.

4. Karte von Reetz

Approx. 1910

Die nächsten Karten von 1893 und 1910 zeigen nur geringe Veränderungen, und zwar im Bereich Heltenstr. und entlang des Weges zur Ahr (Oberdorf). Auf den Karten sind allerdings die Wohnhäuser nicht von Scheunen und Schuppen zu unterscheiden.

2. Schulgebäude

Approx. 1911

Im Jahr 1868 wird das jetzige Haus Rollmann (heute Hardtstr. 1) mit Scheune und Stallung gebaut. Der Erbauer soll Johann Mauer (Lange) gewesen sein. Am 11.08.1905 gingen die Gebäude in den Besitz der Gemeinde Reetz über zum Zwecke einer Umgestaltung in ein neues Schulgebäude. Der Platz in der seit 1825 in Betrieb befindlichen Schule an Backes reichte für die wachsende Schülerzahl nicht mehr aus. Die Stallung wurde bis 1911 in einen großen Klassenraum verwandelt. Seitlich dazu wurden die Aborte für die Kinder gebaut.

Betrieb der Ahrtalbahn

Approx. 05/01/1913 - Approx. 02/27/1961

Bericht des Reetzers Pfarrers Löffelsend:
Und nun ist 1913, nach rund 25 Jahren, die obere Ahrtalbahn Ahrdorf - Blankenheim (Wald) auch endlich fertig. Am Do, 1. Mai d. J. soll sie eröffnet werden. Was die klarsten Petitionsbeweise von den hier in der Eifel ruhenden Bodenschätzen usw. nicht zuwege bringen konnten, das gelang den nüchternen militärischen Erwägungen; die Eifelbahnen haben heutzutage und in Zukunft hohen strategischen Wert - daher mußten sie gebaut werden. Die guten Eifler aber freuen sich, daß sie nun doch zur Erfüllung ihrer langjährigen Wünsche gekommen sind.

Am Fr, 1. April 1910 wurde die jetzt betriebsfertige Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald) in Angriff genommen. Aus aller Herren Länder strömten die Arbeiter zusammen - vom Balkan und aus Italien, aus Holland, Frankreich und vom Norden und Süden des eigenen deutschen Vaterlandes. 1911 und 1912 waren zeitweise über 5000 fremde Bahnarbeiter allein in der Bürgermeisterei Blankenheim beschäftigt. In Reetz wohnten (bei zirka 230 Eingesessenen) monatelang über 100 Holländer, Kroaten und Italiener, Genau wie es die Herren Amtsgerichtsrat Draf und Ingenieur Mohr in Nr. 6, 1912, Seite 124 bzw. in Nr. 9 Seite 194 unseres Blattes in so anziehender Weise geschildert haben, genau so ging es natürlich auch diesmal bei uns zu. Rauhe Menschen, gute Menschen, harte Arbeit, viel Verdienst, viel Spargroschen für die Angehörigen in der fernen Heimat, viel Durst, manche Unglücksfälle, manche Ungebührlichkeiten, manche Exzesse. Doch nun sind sie wieder verschwunden, die fremden Gesellen und es ist alles wieder in Ruhe und Frieden.
Der letzte (Güter-)zug befuhr am Mo, 27. Feb 1961 die Strecke Ahrdorf Blankenheim.

Bahnbau bei Mülheim

1. Weltkrieg

Approx. 08/01/1914 - Approx. 11/11/1918

deutsche Kriegserklärung vom Sa, 1. August 1914 an Russland, es folgten binnen zwei Tagen die Kriegserklärungen an Frankreich und Großbritannien
Pfr. Paul Meyer zum Ende des 1. Weltkrieges: Die Verluste unseres Dorfes sind verhältnismäßig sehr klein! Andere Dörfer der Umgegend wurden viel härter getroffen. Hat die Pfarrgemeinde einen besonderen Schutz gehabt?

Foto: Thomas Hellendahl

Ernst Linnartz †

03/27/1917

gefallen (Di)

Josef Sion †.

03/28/1918

geb. ? - Kanonier - gefallen (Do) - Frankreich, nahe Compiègne
Josef Sion ruht auf der Kriegsgräberstätte in Nampcel.
Endgrablage: Block 4 Grab 303

Mathias Heinen †.

07/25/1918

geb. ? - Gefreiter - gefallen (Do) - Frankreich,
Mathias Heinen ruht auf der Kriegsgräberstätte in Souain (östlich von Reims)
Endgrablage: Block 1 Grab 1120

Mathias Franzen †

11/04/1918

gefallen (Mo)

Erste Wasserleitung in Reetz

Approx. 1922

Pfr. Lambert Schäfer: Durch die Anlage der Wasserleitung in Reetz im Jahre 1922 wurde es möglich, Klosettanlagen mit Ausspülung herzustellen.

Gründung Hertha Reetz

1926

Aufruf! Wer kennt die Gründungsmitglieder? Bitte melden bei Thomas Hellendahl.

Erster Musikverein

1930

Im Jahre 1930 ergreifen die „Spellmanns“-Brüder, Christian, Peter und Hermann-Josef Mauer, die Initiative und bilden eine musikalische Vereinigung. Hierzu gehören auch Josef Wassong (Peisch), Franz Wassong (Kaus), Adolf Wassong (Täkes) und nochmals Josef Wassong (Frederichs). Sie gründen keinen eigenständigen Verein, sondern schließen sich dem 1926 gegründeten Sportverein Hertha Reetz in einer Art Unterabteilung an. Vier Flügelhörner, ein Tenorhorn, eine Posaune und eine große Trommel bilden das erste „Orchester“ in Reetz, das bei verschiedenen Auftritten Verstärkung durch den Bassisten Matthias Meier aus Weyer bei Mechernich erhält.

Nach ca. 3 Jahren ist die Kapelle nicht mehr spielfähig, da Adolf Wassong und Hermann-Josef Mauer ihren Heimatort verlassen und ein Teil der Restmannschaft zum Dienst in der Reichswehr herangezogen wird. Später fordert auch der zweite Weltkrieg seinen Tribut von den Reetzer Musikanten. Peter Mauer und Josef Wassong (Frederichs) kehren nicht in ihre Heimat zurück. Sie werden als Gefallene gemeldet.

Einige Jahre nach dem Krieg, im Jahre 1952, ist es wieder Christian Mauer, der sich um die Blasmusik in Reetz bemüht. Er sucht nach Mitstreitern und findet sie in Siegbert und Jakob Knorr, Herbert Krämer (Kaus), Alfred Kolf, Konrad Franzen und Theo Plützer. Man trifft sich wöchentlich im Wechsel in der Wohnung eines Mitglieds zur Probe. Mit drei Trompeten, einem Es-Horn, zwei Tenorhörnern und einer Ventilposaune sind die Musikanten bald schon ein fester Bestandteil bei den Veranstaltungen in Reetz. Zwei Jahre später, 1954, beginnen Albert Brenner und Ferdi Plützer mit dem Erlernen der Zugposaune und des Tenorhorns. Theo Plützer wechselt zum Baß. Ein weiteres Jahr später stößt Walter Trappen als Es-Hornist hinzu.

Zu besonderen Anlässen erhält man Unterstützung von weiteren Musikern aus verschiedenen Nachbarorten. Im Jahre 1957 wird in Reetz erstmals ein Karnevalsprinz inthronisiert. Dem Prinzenwagen von Johann Fries folgt die Musik mit einem eigenen Wagen.

Die Proben sind nach überlieferten Schilderungen nicht immer zur Zufriedenheit des Dirigenten Christian Mauer abgelaufen. Beim Einstudieren der Lausitzer-Märsche ruft er einmal dem Nachschlag zu: „Ihr schafft das nie!“ Trotzdem geht es weiter mit der Blasmusik in Reetz.

Wegen Heirat und Wohnungswechsel verlassen in den folgenden Jahren die Brüder Siegbert und Jakob Knorr sowie Herbert Krämer ihren Heimatort und damit gleichzeitig auch die Musikkapelle. Im Jahre 1963 erhöhen Klaus Riethmeister, Hermann-Josef Schnorrenberg und Adolf Rud die Anzahl der Bläser wieder auf 10 Personen. 1964
werden eine große Trommel und Becken angeschafft, die von Adolf Rud und Winfried Dietz geschlagen werden. Später stößt noch Hans-Peter Schnorrenberg als Trompeter hinzu.

Zum Ende der Sechziger Jahre läßt das Interesse am Musizieren nach. Die Proben werden nicht mehr regelmäßig besucht und auch bei Auftritten fehlen ständig Musiker. Zu einer der letzten Aktivitäten zählt wohl die musikalische Begleitung zur Einführung des Pfarrverwalters, Friedrich Lebouille, im Juli 1969. Die Auflösung der Blaskapelle erfolgt im Jahre 1970. Zum Abschluß wird ein gemütlicher Abend durchgeführt.

Nach Meinungsverschiedenheiten trifft man sich kurze Zeit später noch einmal und beschließt, einen Betrag von 300,00 DM auf ein Sparbuch einzuzahlen. Diese Summe soll eine Starthilfe sein, falls sich in Reetz wieder ein neuer Musikverein gründen sollte.

Quelle: Chronik des Musikvereins Reetz

3. Schulgebäude

Approx. 02/22/1930

Am Sa, 22. Februar 1930 wurde die neue Schule feierlich eingeweiht.
Heutiges Gebäude in Hardtstraße 20

Blitzschlag Hof Josef Mauer

Approx. 08/13/1932

Ein Unglück von besonderem Umfange ereignete sich am Sa, 13.8.1932. Um 10.20 Uhr abends schlug der Blitz in die Scheune des Josef Mauer ein. ... Im Nu entstand eine Gefahr für die Kirche und das ganze Dorf. ... Das Anwesen Mauer war völlig eingeäschert.

Gründung Freiwillige Feuerwehr Reetz

Approx. 1933

Eine "Feuerwehr Reetz" findet tatsächlich bereits im Jahre 1893 ihre erste Erwähnung, als Reetzer Männer mit ihrer Spritze beim Kapellenbrand in Freilingen beim Löschen unterstützt haben.
Eine weitere Erwähnung liegt aus dem Jahr 1902 aus einem Gemeinderatsprotokoll vor, wo kurioserweise Kappen für die "Jugend"-Feuerwehr angeschafft wurden. Aber erst das Jahr 1933 kann laut amtlichen Unterlagen als offizielles Gründungsjahr betrachtet werden.

Brand Anwesen Ring

Approx. 07/17/1933

Am Mo, 17.7.1933 um 10.30 Uhr abends stand das Anwesen des hiesigen Schusters Ring in Flammen; wie im Vorjahr.... standen auch hier die Nachbarn mit Leben, Hab und Gut in größter Gefahr.

Karte von 1937

Approx. 1937

Die Karte von 1937 zeigt einige neue Straßen und Wege: Neben der neuen Straße zur Ahr (mit Talstr.) und dem (alten) Weg nach Freilingen sind im Dorf neue Wege angelegt worden: In der Laach, Schäferspesch, Am Backofen, Köppenweg, Am Birnbaum, Zemerweg; die Anzahl der Gebäude hat sich kaum verändert, ebensowenig wie auf der Karte von 1955.

2. Weltkrieg

Approx. 09/01/1939 - Approx. 05/08/1945

Pfr. Franz Hillebrand nach dem Durchzug der Amerikaner gegen Ende des 2. Weltkrieges: Nun ist das Dorf wieder ruhig und still. Garnichts mehr erinnert daran, daß der entsetzliche Krieg darüber hinweggegangen ist. Kein Haus ist beschädigt, keine Dachziegel verschoben, es ist ganz wunderlich. Ob Reetz einen besonderen Schutz hat?

Fotos: Thomas Hellendahl

Peter Mauer †.

09/13/41

geb. 02/24/1915 - Obergefreiter - gefallen (Sa) - Russland, Kozlova
Peter Mauer wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Tschichowa / Smolensk n.ö. - Russland

Franz Kubiak †

January 1942

vermisst
Russland
nur Januar 1942 bekannt

Aloys Wassong †.

03/01/1942

geb. 11/02/1918 - Gefreiter - gefallen (So) - Russland, Pesochnya
Alois Wassong wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.
Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Ljudinowo - Rußland

Josef Wassong †.

07/11/1942

geb. 02/16/1906 - Oberschütze - gefallen (Sa) - Lettland, Krgslaz. 2/608 Riga
Josef Wassong wurde seinerzeit auf dem sogenannten Ehrenfriedhof Riga-Ost (Lettland), dem heutigen Waldfriedhof bestattet. Die dortigen Soldatengräber wurden nach Kriegsende mit Ziviltoten überbettet. Die Namen dieser Kriegstoten sind auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Riga - Beberbeki auf Natursteinstelen verzeichnet. Zur Erinnerung an die ursprünglichen Grablagen hat der Volksbund auf dem heute als Zivilfriedhof dienenden Waldfriedhof einen Gedenkplatz errichtet.

Josef Wassong †.

07/23/1942

geb. 06/14/1908 - Obergefreiter - gefallen od. vermisst? - Russland, Ramushevo (südlich Novgorod)
Josef Wassong ist vermutlich als unbekannter Soldat auf die Kriegsgräberstätte Korpowo überführt worden.
Grablage: wahrscheinlich unter den Unbekannten.
Leider konnten bei den Umbettungsarbeiten aus seinem ursprünglichen Grablageort nicht alle deutschen Gefallenen geborgen und zum Friedhof Korpowo überführt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Josef Wassong einer der deutschen Soldaten ist, dessen Gebeine geborgen wurden, die aber trotz aller Bemühungen nicht identifiziert werden konnten.

Peter Knorr †.

01/28/1943

geb. 02/23/1923 - vermisst (Do) - Dienstrang unbekannt - Russland, Raum Kastornoye
Nach den uns vorliegenden Informationen ist Peter Knorr seit 28.01.1943 vermisst.
In dem Gedenkbuch des Friedhofes Kursk - Besedino haben wir den Namen und die persönlichen Daten des Obengenannten verzeichnet.

Erich Michael Bauer †.

03/19/1943

geb. 07/09/1922 - Kanonier - gefallen (Fr) - Finnland, Salmijärvi.
Der Ort Salmijärvi liegt südöstlich von Kirkenes im Norden Finnlands an der russischen Grenze.
Erich Michael Bauer ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Petschenga.

Karl Rolauf †

10/18/1943

vermisst(Mo)
Russland

Gottfried Mies †.

12/11/1943

geb. 11/08/1908 - Grenadier - gefallen (Sa) - Russland, H.V.Pl. Sanko 2/4 Kirowograd (Hauptverbandplatz, Sanitätskompanie).
Gottfried Mies ruht auf der Kriegsgräberstätte in Kirowograd.
Endgrablage: Block 12 Reihe 7 Grab 439

Leo Schmitz †

02/12/1944

gefallen (Sa)
Russland

Heinrich Schmitz †.

02/26/1944

geb. 08/14/1904 - gefallen (Sa) - Lettland, Kriegslazarett 917 Wenden /Cesis
Eintritt in die Wehrmacht: Juli 1941
Teilstreitkraft/Einheit: Pionier-Bataillon
Einsatzorte: Lettland
Verwundung: Garnatsplitter am 26.02.1944
gefallen: am 29.02.1944 in Kriegslazarett 917 Wenden, Lettland
Letzter Dienstgrad: Gefreiter
Heinrich Schmitz ruht auf der vom Volksbund hergerichteten Kriegsgräberstätte in Wenden / Cesis.
Quelle: Reetzer Soldaten beider Weltkriege (Gerold Linnertz, Michael Meis)

Matthias Knorr †

03/15/1944

vermisst (Mi)
Russland

Hugo Franzen †

04/28/1944

gefallen (Fr)
Russland

Lambert Schmitz †.

05/17/1944

geb. 01/07/1925 - Jäger - gefallen (Mi) - Italien, Cassino.
Lambert Schmitz ruht auf der Kriegsgräberstätte in Cassino.
Endgrablage: Block 22 Grab 22.

Albert Feyen †

06/29/1944

vermisst (Do)
Russland

Arnold Wassong †.

08/16/1944

geb. 05/21/1910 - Dienstgrad unbekannt - vermisst (Mi) mglw. auch 08/01/1944 - Estland, Narva.
Nach den uns vorliegenden Informationen ist Arnold Wassong seit 01.08.1944 vermisst.
In dem Gedenkbuch des Friedhofes Narwa / Narva haben wir den Namen und die persönlichen Daten des Obengenannten verzeichnet.

Heinrich Wassong †

08/20/1944

vermisst (So)
Rumänien

Josef Bauer †.

08/25/1944

geb. 12/31/1907 – vermisst (Fr) – Rumänien, Kischineff (Kischinew).
Nach den dem Volksbund vorliegenden Informationen ist Josef Bauer seit 22.08.1944 vermisst.

Peter Mauer †.

09/01/1944

geb. 12/25/1911 - Feldwebel- gefallen (Mo) - Serbien, Todesort nicht verzeichnet
Peter Mauer wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.
Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Nis - Serbien

Willi Schmitz †

01/01/1945

geb. 29.08.1906 - vermisst (Mo) - Jugoslawien
wohnhaft in Köln, eine Tochter
Anlässlich der Todesmeldung von seinem Bruder Heinrich Schmitz im März 1944 notiert Lehrer Leonhard Schürkens in der Schulchronik (S.56), dass Willi Schmitz zur Besatzung der Insel Kreta gehöre. Diese zog sich im Oktober 1944 nach Griechenland zurück. Alle deutschen Soldaten verließen auch Griechenland Anfang November 1944.
Grablage: unbekannt
Quelle: Reetzer Soldaten beider Weltkriege (Gerold Linnertz, Michael Meis)

Peter Wurms †

03/02/1945

vermisst (Fr)
Russland

Matthias Franzen †.

04/10/1945

geb. 05/11/1920 - Oberwachtmeister - gefallen (Di) - Sudetenland, Jägerndorf (heute Tschechien).
Matthias Josef Franzen konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Valasske Mezirici war somit leider nicht möglich. Sein Name ist auf dem o.g. Friedhof an besonderer Stelle verzeichnet.

Heinrich Leufgens † ?

08/13/1946

gefallen (Di)
Frankreich (gestorben in Kriegsgefangenschaft?)

Ist Heinrich Leufgens mglw. nicht in Frankreich gestorben, sondern bereits am 01.01.1944 in Russland gefallen/vermisst? Beim Volksbund gibt es nur einen einzige Heinrich Leufgens, hier die Daten:
Geburtsdatum: 31.12.1911
Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1944
Todes-/Vermisstenort: Russland, Friedhof Sologubowka

Raketenstation Niki

Approx. 1962

Bei Reetz waren ab 1965 nukleare Flugabwehrraketen (Nike Boden-Luft-Raketen) und stationiert. Somit war der Kreis Euskirchen von 1965 bis Juni 1989 zum Atomwaffenstandort geworden. Bei den Nike-Raketen handelte es sich um Kurzstreckenwaffen, die im Rahmen der Flugabwehr sowohl konventionelle als auch bei Bedarf nukleare Sprengköpfe inmitten angreifender feindlicher Flugzeugpulks zur Explosion bringen sollten. So sollten die gegnerischen Maschinen zum Absturz gebracht oder am weiteren Angriff gehindert werden. Angeblich soll die Sprengkraft der größten Raketenköpfe bei 40 Kilotonnen TNT gelegen haben. Sogenannte „Shelter“ mit der Funktion von „Raketen-Garagen“ wurden errichtet, in denen die Flugkörper auf Laufschienen vor Sicht und Witterung geschützt standen. Hinzu kamen Abschuss-Plattformen vor den Sheltern, ein Wachturm und ein Munitionsdepot, in dessen innerem Bereich seit November 1965 amerikanische Spezialtruppen für die Atomsprengköpfe verantwortlich waren. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Lenkwaffen im Ernstfall über der Eifel zum Einsatz gekommen wären, mit allen Folgen nuklearer Detonationen in der Atmosphäre. Die Militärs betrieben einen hohen Absicherungsaufwand, es blieb dennoch kein Geheimnis, dass häufig auf dem Parkplatz an der B 51, von dem man die Raketenbasis einsehen konnte, Ostblock-Lastwagen verdächtig lange geparkt waren.
Im Juni 1988 räumten Belgier und Amerikaner mit ihren Atomsprengköpfen schließlich die Anlagen.

Während Übungen wurden die Lenkwaffen der Luftverteidigungsbasis regelmäßig in Startposition gebracht. Foto: ARCHIV F.A. HEINEN

Karte 1965

Approx. 1965

Von 1965 an ist eine Ausdehnung des Ortes in den Bereichen Hardtstr. und Talstr. festzustellen, ganz besonders aber im Oberdorf.

☼ Thomas Hellendahl wird geboren

Approx. 1967

der Autor dieser Historie erblickt das Licht der Welt

Gründung Singgemeinschaft Reetz

Approx. 1968

Die Singgemeinschaft Reetz wurde 1968 durch den damaligen Reetzer Lehrer, Karl Croé, Charly Croé gegründet.

Seine Durchlaucht Dr. Erik Herzog von Arenberg, dessen Familie den ursprünglichen Kapellenbau (heute Pfarrkirche) in Reetz ermöglichte, stiftete der Singgemeinschaft 1984 eine Standarte mit den entsprechenden Insignien und gestattete dem Chor gerne, sein Wappen zu führen.

Reetz zählt 322 Einwohner

Approx. 1968

*VdEnA

Reetz wird eingemeindet

Approx. 07/01/1969

Am 1. Juli 1969 wurden die damaligen Gemeinden Ahrdorf, Alendorf, Blankenheimerdorf, Dollendorf, Freilingen, Hüngersdorf, Lindweiler, Lommersdorf, Mülheim, Reetz, Ripsdorf, Rohr, Uedelhoven und Waldorf eingegliedert.[

Gründung Musikverein Reetz

Approx. 1976

1976 wurde der Musikverein Reetz gegründet. Es gab jedoch lange vorher bereits einen Zusammenschluss von Blasmusikern, der jedoch noch keinen festen Vereinscharakter besaß. Insbesondere eine musikalische Grundausbildung und die Begeisterung der Jugend für die Blasmusik sorgte für eine solide und bleibende Institution, die das Dorfleben bereichert.

Kirche und Burg wurden (vereint dargestellt) zum Vereinsemblem.

Gründung Tennisverein Rot/Weiß Reetz

Approx. 1978

Der Tennisverein Rot-Weiß Reetz e.V. wurde im Nov. 1978 gegründet und war somit der erste Tennisverein der Gemeinde Blankenheim. Die Tennisplätze wurden von 1980 - 1982 gebaut.

Flugzeugabsturz F15

Approx. 1979

Im August 1979 fiel bei Reetz ein Düsenjäger Phantom F-15 aus dem amerikanischen Fliegerhorst Spangdahlem vom Himmel. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten, das Flugzeug stürzte "im Hooch" (Ortsausgang Hardtstr. Richtung Tennisplatz) in eine Heuwiese. Glücklicherweise wurde keiner der Dorfbewohner, die gerade mit der Heuernte beschäftigt waren, verletzt. Ein Jahr später folgte eine weitere Maschine des gleichen Typs ganz in der Nähe, bei Freilingen.


Soldaten der Bundeswehr übernahmen an dieser Absturzstelle bei Reetz die erste Absperrung. (Bild: Archiv Heinen)

An der Absturzstelle eines amerikanischen Düsenjägers nahe Reetz: Experten der US-Luftwaffe untersuchten den Absturzkrater, in dem der größte Teil der Maschine im Erdreich verschwunden war. (Bild: Archiv Heinen)

Erneuerung Wegekreuze

Approx. 1980

Erneuerung der Wegekreuze rund um Reetz auf Initiative durch den Heimatverein. Standorte sind: 5-Wegekreuzung auf der Helt, am Johnenbusch, alter Reetzer Weg, im Borren, vor der Sandkaul, Richtung Isekuhl (Eisenkaule) vor dem oberen Jagdhaus

Wegekeuze auf der Helt und im Borren. Fotos: Thomas Hellendahl

Gründung Matthiasbruderschaft Reetz

Approx. 1985


Das Ziel der Pilger: St. Matthiasbasilika in Trier.

Partnerschaft mit Tegernau

1987

Im Jahre 1987 wurde durch einen Urlaub des damaligen Bassisten Peter Jaax eine Partnerschaft der beiden Musikvereine aus Tegernau im Schwarzwald und Reetz begründet. Diese Partnerschaft hält bis heute an und wurde seither durch gegenseitige Freundschaftsbesuche, die alle paar Jahre stattfinden, aufrechterhalten und gestärkt. Seit 2007 sind auch die Feuerwehren der beiden Orte daran beteiligt.

Nike-Station wird geräumt

Approx. Jun 1988

Raketenstellung, Luftaufnahme (2015)

Karte 1998

Approx. 1998

Bis 1998 werden mehr neue Häuser gebaut als in den fast 200 Jahren vorher. - Im übrigen werden dem, der die einzelnen Karten aufmerksam miteinander vergleicht, noch manche Einzelheiten auffallen, die hier nicht alle erwähnt werden können.

Sonnenfinsternis über Reetz

Approx. 08/11/1999

Eine fast totale Sonnenfinsternis (97%) stellt sich am Mi, 11.08.1999 über Reetz ein. Die Dauer war von ungefähr 11:15 bis ca. 14 Uhr, die totale war gegen 12:40. Die nächste totale Sonnenfinsternis mit Kernschatten über Deutschland wird am 3. September 2081 stattfinden.
Hier eine Originalaufnahme, aufgenommen am Tag der Sonnenfinsternis direkt in Reetz von Thomas Hellendahl:

Diashow mit Originalaufnahmen aus Reetz von Thomas Hellendahl

Gründung Dorfgemeinschaft Reetz

Approx. 11/14/2009

Der noch junge gemeinnützige Verein wurde am 14.11.2009 gegründet.

Erster Reetzer Krimiroman

Approx. 2013

Nadja Quint schreibt einen Kriminalroman, der im Reetz des Jahres 1856 spielt:
Nadja Quints zweiter Roman erzählt die Geschichte von Fine Aldenhoven, die in einem verschlafenen Eifeldorf lebt. In die Stille des Örtchens brechen mehrere Morde herein – allesamt junge Frauen.

Empfehlung vom Autor dieser Website: Ein interessanter Roman, erst recht für Ortskundige.

Erstmals schnelles Internet

Approx. 06/23/2014

Seit dem 23.06.2014 werden sog. schnelle Internetanschlüsse in Reetz vermarktet. Lange Jahre haben die Bürger hierauf gewartet. Bisher waren lediglich Geschwindigkeiten mit bis 2 MBit/s möglich (keine bewegten Bilder möglich), seit 2012 über Funk (LTE) auch mit bis zu 16 MBit/s, aber nicht für alle. Ab jetzt sind Bandbreiten von bis zu 50MBit/s nutzbar (3D-Fernsehen). Viele Haushalte haben umgehend umgestellt.

Erste Landung auf einem Kometen

Approx. 11/12/2014

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist die Landung eines Mini-Labors auf einem Kometen gelungen. Mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt setzte das kühlschrankgroße Landegerät "Philae" am Mittwochnachmittag auf dem Himmelskörper "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" auf.

Foto: DLR.de, Komet Churyumov-Gerasimenko aus drei Kilometern Entfernung

Nächste totale Sonnenfinsternis ;-)

Approx. 09/03/2081

Die nächste totale Sonnenfinsternis, bei der der Kernschatten über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinwegzieht, wird am Mi, 3. September 2081 stattfinden.

Ereignisse in der Eifel und der weiten Welt

Erste Eisenverhüttung

Approx. 500 BC - Approx. 400 BC

Die erste Eisenverhüttungsanlage nördlich der Alpen entstand in der La-Tène-Zeit im 5. Jahrhundert vor Christus in Hillesheim.

Julius Caesar erobert Gallien

Approx. 58 BC - Approx. 51 BC

Vom gallischen Krieg: Julius Caesar hatte schließlich 51. v. Chr. Gallien, das Land der Kelten über Frankreich bis zu uns in den Norden und an den Rhein erobert. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass er im Gallischen Krieg mehrmals durch die Eifel gezogen ist.

Schlacht des Ambiorix

54 bc

Ambiorix war in der Zeit um 54/53 v. Chr. neben Catuvolcus Doppelkönig des keltischen Stammes der Eburonen[1], der am Nordrand der Eifel zwischen Rhein und Maas siedelte. Unter seiner Führung lehnten sich die Eburonen im November 54 v. Chr. gegen die römische Besatzungsmacht auf. Bei Atuatuca wurden dabei eineinhalb Legionen vernichtet. #Quelle: Wikipedia
Der Ort Atuatuca ist nicht gesichert, es könnte verschiedenen Forschern nach bei Eschweiler oder Nideggen gelegen haben.

Gründung von Trier durch die Römer

Approx. 16 BC


Modell von Trier zur Römerzeit, allerdings zur Blüte um 300 n. Chr.

Jesus von Nazareth

Approx. 4 BC - Approx. 30 AC

Jesus von Nazaret (aramäisch ישוע Jeschua oder Jeschu`, gräzisiert Ἰησοῦς; * wahrscheinlich vor 4 v. Chr. in Nazareth; † 30 oder 31 in Jerusalem) war ein jüdischer Wanderprediger. Etwa ab dem Jahr 28 trat er öffentlich in Galiläa und Judäa auf. Zwei bis drei Jahre später wurde er auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus von römischen Soldaten gekreuzigt.

Schlacht im Teutoburger Wald

9 ac

In der Varusschlacht (auch: Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht, von römischen Schriftstellern als clades Variana, als „Varusniederlage“ bezeichnet) in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius („Hermann“), eines Fürsten der Cherusker.
Die Schlacht, in der ein Achtel des Gesamtheeres des Römischen Reiches vernichtet wurde, leitete das Ende der römischen Bemühungen ein, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe (Fluvius Albis) zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen. Sie gehört daher zu den wichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Römer in Germanien und der Entwicklung Germaniens. #Quelle: Wikipedia

Franken plündern Trier

Approx. 275

Franken und Alemannen ziehen gen Trier und plündern die römische Stadt.

Abzug der Römer

Approx. 400

Die Römer ziehen ab und verlassen Germanien, die Eifel und Trier.

Schlacht bei Zülpich

Approx. 496

Die Schlacht von Zülpich (lateinisch Tolbiacum, französisch Tolbiac) wurde im Jahr 496 zwischen den Rheinfranken unter Sigibert von Köln mit der Hilfe der Salfranken unter Chlodwig I. gegen die angreifenden Alamannen ausgetragen. Durch die Schlacht wurden die Alamannen entscheidend geschwächt. Der Eingriff Chlodwigs I. stärkte seine Position bei den Rheinfranken. Der Austragungsort der Schlacht war möglicherweise die Wollersheimer Heide zwischen Langendorf (Zülpich) und Wollersheim (Nideggen), etwa 60 km östlich der heutigen deutsch-belgischen Grenze. Die Franken siegten über die Alemannen. #Quelle: Wikipedia

Gründung Kloster Malmedy

Approx. 648

gegr. durch den Benediktinermönch Remaclus (* um 600; † 673 oder 679), Remaclus war Mönch in Luxeuil, als ihn Eligius 632 zum Abt des Klosters Solignac berief. Als ihm dann König Sigibert III. das Recht gewährte, eine Abtei zu gründen, errichtete Remaclus sogar zwei davon, nämlich die Klöster Stablo und Malmedy.

Gründung Kloster Prüm

Approx. 06/23/721

Bertrada zu Prüm (Urgroßmutter Karls des Großen, * 660; † nach 721) macht eine Schenkung an Blancio (Blankenheimerdorf - ob hier wirklich das heutige Blankenheimerdorf gemeint ist, ist umstritten: laut Klaus Ring, Quelle: 900 Jahre Blankenheim, Festbuch). Dort befindet sich nach Peter Baales auch der ursprüngliche Sitz der Blankenheimer Herren, die "Alte Burg" Blancio, von der aus diese später auf die neue Burg Blankenheim umsiedeln.

Kloster Prüm heute

Karl der Große

Approx. 747 - Approx. 01/28/814

794 - Aachen wird dauerhafte Residenz
Fr, 25.12.800 - Krönung zum Kaiser am ersten Weihnachtstag 800 durch Papst Leo III. in Rom.

Karl der Große (links) und sein erster Sohn Pippin der Bucklige, darunter ein Schreiber; Miniatur aus dem 10. Jahrhundert, Kopie einer verlorenen, zwischen 829 und 836 in Fulda für Graf Eberhard von Friaul hergestellten Miniatur, Biblioteca Capitolare, Modena, Norditalien

EIFEL erstmalig erwähnt

Approx. 762

Erstmaliges Auftauchen des Namens Eifel (efflinse) in einer Urkunde
Im Altertum war der Name "Eifel" unbekannt. Erst im frühen Mittelalter, bei der fränkisch-karolingischen Einteilung des Landes in Gaue, wird die Eifel erstmalig schriftlich erwähnt: Im Jahr 762 schenkten König Pippin I. und seine Gemahlin Bertrada dem Kloster Prüm "... villam nostram in pago Efflinse qui dicitur Sarabodis villa" (... unser Gehöft /den Weiler im Eifelgau, das/der "Sarabodis villa" heißt), der spätere Pfarrort Sarensdorpht/Sarresdorf, Gerolsteins Stadtteil. In den folgenden Jahrhunderten tauchten mit Efflinsis pagus (im Jahr 772), in pago aquilinse (804), Efflinsis pagus (845), Agflinse (860), Aiflensis pagus (975) und Eiffilia (1051) verschiedene Namensbezeichnungen auf.
Schwierigkeiten bereitet die etymologische Herkunft des Namens "Eifel".
1. Vor allem im Prümer Raum kommt der Begriff "Efel" oder "Eefel" vor. Er bedeutet "Steifer Lehmboden", aber auch "trockener, flacher oder langsam abfallender (für die Landwirtschaft geeigneter) Hang."
2. Heinz Renn berichtet im Buch DIE EIFEL, 1889 über Ableitungen von Eibe, Ulme (auch Ovele, Auel), Ville (= Ebene), Akuella (= Gipfel) und Eich-Ville (= Eichen-Ebene).
3. Etwas wahrscheinlicher erscheint die Herleitung von der Bezeichnung "Eifel" = Wasserland". Dafür spräche die Abwandlung des römischen "aqua" (= Wasser) über apa
(Apulien = Wasserland) zum Fränkischen afa und e(i)fa. Im Jahr 804 wird (s. o.) unser Verwaltungsbezirk als "pago aquilinse" (= wasserreicher Gau) benannt. Kaum ein anderes Bergland besitzt so viele Fluss- und Bachläufe wie die Eifel.

Karte aus Sebastian Münsters "COSMOGRAPHIA UNIVERSALIS" von 1541, die Himmelsrichtungen sind vertauscht.

Gründung Kloster Echternach

Approx. 798

gegr. durch Benediktiner
Übrigens: Die ältesten überlieferten deutschen Worte (mit Ausnahme einiger weniger Runeninschriften) finden sich in einer Handschrift aus Echternach vom Beginn des 8. Jhdts. Sie wurden dort als Übersetzungshilfe der lateinischen Texte mit einem Griffel in das Pergament gekerbt. --> Kleine Geschichte der deutschen Sprache, Wolfgang Krischke.

Gründung Niederlassung Monasterium in Eiflia (Münstereifel)

Approx. 830

Die Prümer Mönche gründen die Niederlassung Münstereifel (gegr. durch Benediktiner)

Münstereifel um 1600 (Rekonstruktion)

Wikingerüberfall Nr. 1

Approx. 881 - Approx. 882

881: Wikinger plündern und brandschatzen Neuss, Jülich, Zülpich, Köln, Bonn und die Kaiserpfalz Aachen sowie die Klöster Kornelimünster und Stavelot-Malmedy.
Wikipedia: Am 6. Januar 882, dem Dreikönigstag, griff eine Horde Wikinger, die den Angaben nach etwa 300 Krieger umfasste, die größte fränkische Abtei Prüm in der Eifel an. In der Kirche dieser Abtei lag Kaiser Lothar I. begraben, der hier im Jahr 855 gestorben war. An das Kloster war ein Hospital angeschlossen sowie eine bedeutende Klosterschule, in der der Nachwuchs des fränkischen Hochadels erzogen wurde. Die Abtei beherbergte zudem eine der umfangreichsten Bibliotheken des Reiches mit dazugehörigem Scriptorium. Neben Aachen war Prüm das kulturelle Zentrum des fränkischen Reiches. Das Kloster hatte umfangreiche Besitzungen, über hundert Kirchen standen unter seiner Verwaltung, der Landbesitz erstreckte sich bis weit in die Niederlande, auch die Wälder entlang der Mosel gehörten dem Kloster.
Eine Schar von Bauern aus der Umgebung stellte sich den Angreifern entgegen und wurde restlos aufgerieben. Daraufhin steckten die Wikinger alle Gebäude des Klosters in Brand. Die Abtei brannte bis auf die Grundmauern ab, da niemand mehr lebte, der das Feuer hätte bekämpfen können (Regino von Prüm, 882). Zu den größten Schätzen des Klosters gehörte eine der kostbarsten Reliquien des christlichen Abendlandes, die Sandalen Christi, die vor dem Ansturm der Wikinger rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Von der zuvor von Chronisten oft gelobten Handschriftensammlung konnte hingegen nur etwa ein Zehntel des Bestandes vor den anrückenden Wikingern abtransportiert werden, der gesamte Rest wurde Opfer der Flammen.

Wikingerüberfall Nr. 2

Approx. 892

erneuter Überfall auf Prüm mit Plünderungen und Toten

Schlacht zwischen fränkischen und normannischen „Rittern“ in einer Darstellung des 14. Jahrhunderts

Gründung Kloster Steinfeld

Approx. 920

Das Benediktinerkloster Steinfeld wird von Sibido, dem Grafen des Ahrgaus, gegründet.

Kloster Steinfeld heute

1. Supernova

Approx. 1054

Chinesen beobachten erste nachgewiesene Supernova (Sternexplosion) im Sternbild Stier.

Der Überrest der Supernova 1054 ist der Krebsnebel

Gründung Kloster Maria Laach

Approx. 1093

gegr. durch Benediktiner (Pfalzgraf Heinrich II. von Laach)

Erster Kreuzzug nach Jerusalem

Approx. 1096 - Approx. 1099

Der Erste Kreuzzug war ein christlicher Kriegszug zur Rückeroberung Palästinas, das unter islamische Herrschaft geraten war, zu dem Papst Urban II. im Jahre 1095 aufrief. Er begann im darauf folgenden Jahr und endete 1099 mit der Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterheer. Jerusalem ist 88 Jahre unter christlicher Herrschaft.

ROuten der Kreuzzüge

Gründung Kloster Himmerod

Approx. 1134

gegr. durch Bernhard von Clairvaux als Zisterzienserkloster.
Nach der Berufung des Albero von Montreuil zum Erzbischof von Trier im Jahre 1131 setzte sich dieser bei Bernhard von Clairvaux für die Gründung eines Zisterzienserklosters auf trierischem Gebiet ein. Daraufhin entsandte Bernhard 1134 von Clairvaux aus einen Gründerkonvent unter dem Abt Randulf. Zunächst ließ sich der Konvent bei Winterbach an der Kyll (Eifel) nieder. Bei einem Besuch im Jahre 1135 bestimmte Bernhard Himmerod im Salmtal als neuen Standort. Himmerod war das 14. Zisterzienserkloster und das erste deutsche Kloster, das direkt von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Zunächst wurde in Himmerod ein Behelfskloster errichtet, bevor Bernhard den Mönch Achard als Baumeister der Klosteranlage nach Himmerod entsandte.

Zweiter Kreuzzug

Approx. 1147 - Approx. 1149

Der Zweite Kreuzzug war ein von der Kirche geförderter Kriegszug zur Entlastung der Kreuzfahrerstaaten, der durch den Verlust der Grafschaft Edessa im Jahr 1144 veranlasst wurde. Er begann 1147 und endete nach mehreren Niederlagen der Kreuzfahrer im Heiligen Land im Jahr 1149 als Misserfolg; die Christen konnten allerdings auf anderen Schauplätzen Erfolge verbuchen. #Quelle: Wikipedia

Ankunft des Kreuzfahrerheeres in Konstantinopel (Jean Fouquet, um 1460)

Errichtung der Nürburg

Approx. 1150

...durch Graf Ulrich von Are

Dritter Kreuzzug

Approx. 1189 - Approx. 1192

Der Dritte Kreuzzug war ein Kriegszug, zu dem der Papst in einer Bulle die Königreiche des Abendlandes aufrief, nachdem Sultan Saladin das Kreuzfahrerheer des Königreichs Jerusalem besiegt und die Stadt Jerusalem erobert hatte. Der Kreuzzug begann 1189 unter Führung von Friedrich Barbarossa, dem Kaiser des römisch-deutschen Reiches, der vor Erreichen des Heiligen Landes ums Leben kam, Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz von England. Der Kreuzzug endete 1192 mit einem Friedensvertrag, ohne dass die Stadt Jerusalem von den Kreuzfahrern erobert worden wäre. Dem Königreich Jerusalem konnte lediglich der Küstenstreifen von Beirut bis Jaffa gesichert werden, und Akkon, das die Kreuzfahrer nach langer Belagerung erobert hatten, wurde die neue Hauptstadt. Unbewaffneten christlichen Pilgern wurde der freie Zugang nach Jerusalem zugesichert. #Quelle: Wikipedia

In Deutschland leben rund 10 Millionen Menschen (Schätzung)

Approx. 1200

Errichtung Burg Neuenahr

Approx. 1225

Die um 1225 von Graf Otto von Neuenare erbaute Burg war der Amtssitz der Grafschaft Neuenahr, dabei nannte er sich noch Ottonis Comitas (Graf) de Landahr und 1231 wurde ein Graf Otto von Neuenahr erwähnt. Otto, der Sohn Gerhards von Are und Nürburg, war der erste, der sich nach der neu erbauten Burg nannte. Im Jahr 1372 wurde die Burg auf Befehl des Erzbischofs von Köln, Friedrich III. von Saarwerden mit Unterstützung der Bürgerschützen von Ahrweiler zerstört, um das Raubrittertum, das von dieser Burg ausging zu beenden. #Quelle: Wikipedia

Baubeginn Kölner Dom

Approx. 1248

so präsentierte sich die Ansicht des unfertigen Kölner Doms über viele Jahrhunderte dem Betrachter:

Pest in der Eifel

Approx. 1349

Im Herbst 1349 hält die Pest Einzug in der Eifel. Sie rafft ca. 30% der gesamten Bevölkerung dahin. Das Dorf Weinfeld am Totenmaar (Weinfelder Maar) wurde während der Pest entvölkert und nie wieder neu besiedelt. Heute steht nur noch die kleine alte Kapelle über dem Nordufer. Es kommt zeitgleich zu Pogromen gegen Juden als vermeintliche Sündenböcke. Die jüdischen Gemeinden Koblenz, Trier, Wittlich und Köln wurden vernichtet.

Darstellung der Beulenpest in der Toggenburgbibel (1411)

Johannes Gutenberg erfindet den Buchdruck

Approx. 1450

So hat eine Buchdruckerpresse zu Zeiten Gutenbergs ausgesehen:

Martin Luther

Approx. 11/10/1483 - Approx. 02/18/1546

war der theologische Urheber der Reformation. Als zu den Augustiner-Eremiten gehörender Theologieprofessor entdeckte er Gottes Gnadenzusage im Neuen Testament wieder und orientierte sich fortan ausschließlich an Jesus Christus als dem „fleischgewordenen Wort Gottes“. Nach diesem Maßstab wollte er Fehlentwicklungen der Christentumsgeschichte und in der Kirche seiner Zeit überwinden.

Seine Betonung des gnädigen Gottes, seine Predigten und Schriften und seine Bibelübersetzung, die Lutherbibel, veränderten die von der römisch-katholischen Kirche dominierte Gesellschaft in der frühen Neuzeit nachhaltig. Entgegen Luthers Absicht kam es zu einer Kirchenspaltung, zur Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen und weiterer Konfessionen des Protestantismus.

Martin Luther. Porträt von 1528, Lucas Cranach der Ältere

Christoph Kolumbus entdeckt Amerika

Approx. 10/12/1492

es war ein Freitag

Weltkarte des Martin Waldseemüller, 1507

2. Supernova

Approx. 1572

Am Abend des 11. November 1572 (Di) blickte Tycho Brahe mit gewohnter Aufmerksamkeit zum Himmel. Erstaunt sah er dort im Sternbild Kassiopeia einen Stern so hell wie die Venus, der dort nicht hingehörte. Ein Fixstern konnte es nicht sein, denn der Fixsternhimmel war ewig und unveränderlich, so die damalige Überzeugung. Ein Planet konnte es auch nicht sein, denn er zeigte keinerlei Ortsveränderung. Ein Jahr nachdem der Stern erschienen war, verblasste er schließlich. #Quelle: Wikipedia

Bild der Supernova 1987A nach ca. 20 Jahren

Sinter aus römischer Wasserleitung

Approx. 06/15/1580 - Approx. 1590

Bei Erweiterungsarbeiten der Burg Aremberg im Jahr 1580 wurde Kalksinter (Aquäduktmarmor) aus der römischen Eifelwasserleitung im Bereich der Herrschaft Kommern eingesetzt. Der Schultheiß von Kommern sandte am 15. Juni 1580"eine Kar sindern gen Arnberg". Im August 1590 ließ man in Düren gekauftes Tafelblei "mit etliche sandt und sindern" nach Aremberg bringen. Hier haben wir erstmal einen - wenn auch kleinen - Hinweis auf den Transport des Materials. Nach dem Urkundentext scheint der Transport zwischen Kommern und Burg Aremberg tatsächlich auf dem Landwege erfolgt zu sein.

Klaus Grewe, Aquädukte. Wasser für Roms Städte (2014)


Kalksinter, auch Aquäduktmarmor (seitliche Kalkablagerung) wird durch Steimetzarbeit zu einem Schmuckstück der Stiftskirche Bad Münstereifel.

Bau der Stahlhütte bei Dorsel

Approx. 1633

Die Erbauung der Stahlhütte bei Dorsel durch eine Familie Kölzer ist für das Jahr 1633 belegt. Das beste Erz der Eifel wurde nach Angaben verschiedener Autoren in der Gemarkung Lommersdorf im Herzogtum Arenberg gefördert. Das Bergwerk Lommersdorf soll schon zur Römerzeit in Betrieb gewesen sein #Quelle: Aremberg in Geschichte und Gegenwart

Westfälischer Friede

Approx. 1648

Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten. #Quelle: Wikipedia

James Watt erfindet die Dampfmaschine

Approx. 1769

Das Arbeitsprinzip der Dampfmaschine:

Amerikanische Unabhängigkeitserklärung

Approx. 07/04/1776

In der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: Declaration of Independence; offiziell: The Unanimous Declaration of The Thirteen United States of America) proklamierten die dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika am 4. Juli 1776 ihre Loslösung von Großbritannien und ihr Recht, einen eigenen souveränen Staatenbund zu bilden. #Quelle: Wikipedia

Erstes Telefon

Approx. 1861

Johann Philipp Reis (1834–1874) gelang es als erstem Menschen, eine funktionierende elektrische Fernsprechverbindung aufzubauen.[5] Im Zuge seiner Erfindung hatte er auch das Kontaktmikrophon entwickelt und das Wort „Telephon“ eingeführt.

Erfindung des Automobils

Approx. 1886

Das Jahr 1886 gilt mit dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 vom deutschen Erfinder Carl Benz als das Geburtsjahr des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor.

Erster kontrollierter Segelflug

Approx. 1891

Die ersten systematischen Flugversuche mit starren Segelfluggeräten unternahm der Deutsche Otto Lilienthal (1891) in Berlin und in Brandenburg. Ihm gelangen mit seinen Fluggeräten beachtliche Gleitflüge (mehr als 6000).

Lilienthal 1891 zwischen Krielow und Derwitz

Erster Motorflug

Approx. 1903

Mit Hilfe eines solchen Benzinmotors (Ottomotor) gelang den amerikanischen Brüdern Orville und Wilbur Wright im Jahre 1903 der erste erfolgreiche gesteuerte Motorflug, der durch die von ihnen erfundene aerodynamische Flugsteuerung um alle drei Achsen möglich wurde.

17. Dezember 1903: Orville Wright fliegt mit dem Flyer

Relativitätstheorie

Approx. 1905

Die Relativitätstheorie befasst sich mit der Struktur von Raum und Zeit sowie mit dem Wesen der Gravitation. Sie besteht aus zwei maßgeblich von Albert Einstein geschaffenen physikalischen Theorien, der 1905 veröffentlichten speziellen Relativitätstheorie und der 1916 abgeschlossenen allgemeinen Relativitätstheorie. Die spezielle Relativitätstheorie beschreibt das Verhalten von Raum und Zeit aus der Sicht von Beobachtern, die sich relativ zueinander bewegen, und die damit verbundenen Phänomene. Darauf aufbauend führt die allgemeine Relativitätstheorie die Gravitation auf eine Krümmung von Raum und Zeit zurück, die unter anderem durch die beteiligten Massen verursacht wird.

Bau Westwall

Approx. 1938 - Approx. 1939


Panzersperren des Westwalls bei Hollerath/Eifel (2008)

Erste Mondlandung

Approx. 07/21/1969

Neill Armstrong und Buzz Aldrin betraten am Mo, 21. Juli 1969 koordinierter Weltzeit als erste Menschen den Mond, während Michael Collins im Mondorbit verblieb. Insgesamt haben in den Jahren von 1969 bis 1972 zwölf Menschen mit den Apollo-Missionen den Mond betreten.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit – Neil Armstrong bei der Mondlandung

Unsere Kirche, Pfarrer, geistliche Berufungen und das Pfarrhaus

Rohr ist Pfarrei

Approx. 1316

Die Pfarrei Rohr wird im Liber Valoris (Wertbuch) des Bistums Köln aufgeführt. Sie gehört somit zu den ältesten Pfarreien des Dekanates, wozu auch Reetz als Filiale Rohrs zählt.

Bau der Kirche, Gießen der Glocken

Approx. 1486

Spätestens im 15. Jahrhundert besaß Reetz eine Kapelle, für die im Jahre 1486 von Johann von Alfter zwei Glocken gegossen wurden. Zwar musste die größere Margaretenglocke, die diese Jahreszahl trug, im 2. Weltkrieg abgeliefert werden, doch aus den Inschriften der beiden Glocken geht hervor, dass die noch erhaltene kleinere Marien-Glocke zusammen mit der erstgenannten gegossen wurde.
Größere Glocke: Margareta heissen ich, die ere gods luden ich. MCCCCLXXXVI (im 2. Weltkrieg eingeschmolzen)
Kleinere Glocke: Ich heissen maria vol ghnaden, hier hangen ich ende margareta. Johann von Alfter.

Geistliche für Reetz

Approx. 1500

Die Herren von Aremberg ernennen eigene Geistliche für die "capellen zo Moelheim und zo Reetz".

Pfarrer Wilhelm von Eich ...

Approx. 1519

...wird neuer Pfarrer von Mülheim (also vermutlich auch über Reetz)

Um- oder Neubau der Kirche

Approx. 1550 - Approx. 1560

Im 16. Jahrhundert muss das kleine arenbergische Territorium in der Eifel eine Zeit eines gewissen Wohlstandes erlebt haben. Hierfür sind mehrere Kirchenum- oder -neubauten ein Zeugnis. Auch die Kirche in Reetz muss um die Mitte des 16. Jahrhunderts neu gebaut worden sein. Wenn auch kein genaues Jahr bekannt ist, so kann doch die Bauzeit sehr eng eingegrenzt werden: Einerseits zeigt der Schlussstein im Gewölbe des Chorraums das arenbergische Wappen, umgeben von der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies; die Insignien dieses Ordens waren dem Grafen Johann von Arenberg im Jahre 1546 von Kaiser Karl V. verliehen worden. Andererseits befindet sich an der Vorderseite der Altarmensa des rechten Seitenaltares die Inschrift: Murers Peter gaf dusen Altar 1561. Als Bauzeit der Kirche kann daher nur das Jahrzehnt von 1550 bis 1560 in Frage kommen.

Peter Weiler, Geistlicher in Mülheim

Approx. 1565 - Approx. 1585

Als dieser fast 5 Monate von seinem Dienstort abwesend ist, wird er von Dechant Johannes Eich seines Amtes enthoben. Der bald zurückgekehrte Weiler erklärt, er sei - einem Gelübde folgend - auf einer Wallfahrt nach Maria Einsiedeln gewesen und habe sich länger aufgehalten, weil er auf dem Heimweg erkrankt sei.

Mülheim wird Pfarre

Approx. 1571

Das Jahr 1571 brachte für Reetz eine folgenreiche Veränderung. Seit Menschengedenken war Reetz ebenso wie Mülheim eine Filiale der alten Pfarrei Rohr gewesen. Zwar gab es seit etwa 1500 eigene Geistliche für die capellen zo Moelheim und zo Reetz, aber im Jahre 1569 klagte der pastoir Bernard Weyler in Mulheim der Gräfin Margaretha von der Marck-Arenberg, dass seine Einkünfte so geschmälert seien, dass er kaum davon leben könne. Schließlich versehe er auch alle 14 Tage den Sonntagsdienst in Reetz. So wurde die Kapelle in Mülheim auf Bitten der Gräfin Margaretha im Jahre 1571 zur Pfarrkirche erhoben, und Reetz wurde dieser neuen Pfarrei Mülheim als Filiale zugewiesen. Es ist gesagt worden, daß die Erhebung Mülheims zur selbständigen Pfarre ihren Grund darin gehabt habe, daß der erste Pfarrer von Mülheim, jener Bernhard Weiler, ein naher Verwandter des arenbergischen Hauses gewesen sei. Neben der Sicherung eines einträglichen Auskommens für den Pfarrer dürfte aber der eigentliche Grund gewesen sein, daß Margaretha die beiden Orte enger an das Haus Arenberg binden konnte, wenn sie eine eigenständige Pfarrei wurden, da der alte Pfarrort Rohr nicht zum Territorium der Arenberger gehörte.

Adamus Bosen Pfarrer in Mülheim

Approx. 11/21/1585

Pfarrer Bernhard von Weiler stirbt (Donnerstag), sein Nachfolger wird vermutlich Adamus Bosen.

Kruzifixgruppe Reetzer Kirche

Approx. 1600

Die Kruzifixgruppe aus Holz am Stirnbogen des Chores stammt ungefähr aus der Zeit um 1600.

Anschaffung Altäre

Approx. 1637 - Approx. 1680

Indem Bestreben, sich immer neue Einnahmequellen zu erschließen, richteten die Arenberger Herren im 16. Jahrhundert an den Grenzen ihres Territoriums mehrere Zollstationen ein. Auch auf Reetzer Gebiet bestand eine solche Zollstelle auff der Lucher Heiden; ein gewisser Lehnert aus Reetz erhob dort den Zoll. Allerdings scheint diese Station nicht sehr einträglich gewesen zu sein: Nachweislich wurden dort 1601 und 1607 keine Einnahmen erzielt. Eine letzte Erinnerung an diese Zollstation lebt wohl in dem Flurnamen "Auf Zollstock" weiter.

Pfarrer Laurentius Sprüncker

1637 - 1680

Laurentius Sprüncker, von 1637 bis etwa 1680 Pfarrer in Mülheim
Aus anderer Quelle (Aremberg in Geschichte und Gegenwart von Gerold Rosenthal):
Lorenz Sprüncker, *1631 in Zilsdorf, 1657 Pfr. in Mülheim, 1663 vom Herzog von Arenberg für Arenberg präsentiert (bis 1720). Stifter der Schutzengelbruderschaft (1669) und der Schutzengelkapelle.

Neubau Pfarrhaus Mülheim

Approx. 1717

Im Jahre 1717 hatten die Reetzer noch willig ihren Beitrag zum Neubau eines Pfarrhauses in Mülheim geleistet. Nun aber waren sie so erbost, daß sie dem damaligen Pfarrer von Mülheim, Johann Lambert Bach, der ihnen angedeutet hatte, er könne den Empfang der hl. Osterkommunion nicht in Reetz, sondern nur in der Pfarrkirche zu Mülheim gestatten, ohne jeglichen Respekt antworteten, sie wollten lieber ein Stück gewöhnliches Brot essen als in der Pfarrkirche in Mülheim die hl. Osterkommunion empfangen.

Neubau Pfarrkirche Mülheim

Approx. 1730 - Approx. 1737

Daß sich aber solche Unzufriedenheiten und Anneigungen von Geschlecht zu Geschlecht vererben können, zeigte sich beim Neubau der Mülheimer Pfarrkirche in den Jahren 1730 bis 1737. Da es auch ihre Pfarrkirche war, hatten die Reetzer ihren Anteil am Bau des Gotteshauses zu leisten. Aber sie sträubten sich und suchten allerlei Ausflüchte, um sich der ihnen zustehenden Baupflicht zu entziehen. Einmal erklärten sie, ihre Pferde hätten Fohlen, weshalb sie nicht arbeiten könnten, ein andermal schickten sie nur einige arbeitsunfähige Leute, um dadurch ihrer Pflicht zu genügen. Als ihr Ortsvorsteher eine Eiche aus dem Reetzer Wald für den Kirchenbau in Mülheim versprochen hatte und nun die betreffende Eiche gefällt werden sollte, widersetzten sich die Reetzer diesem Vorhaben mit der Erklärung, der Ortsvorsteher habe dieses Versprechen in betrunkenem Zustand gemacht.
Im Jahre 1717 hatten die Reetzer noch willig ihren Beitrag zum Neubau eines Pfarrhauses in Mülheim geleistet. Nun aber waren sie so erbost, daß sie dem damaligen Pfarrer von Mülheim, Johann Lambert Bach, der ihnen angedeutet hatte, er könne den Empfang der hl. Osterkommunion nicht in Reetz, sondern nur in der Pfarrkirche zu Mülheim gestatten, ohne jeglichen Respekt antworteten, sie wollten lieber ein Stück gewöhnliches Brot essen als in der Pfarrkirche in Mülheim die hl. Osterkommunion empfangen.

Pfarrer Bach sah sich angesichts dieser Zustände gezwungen, sich an den herzoglich Arenbergischen Rat und Syndicus Stoll in Köln mit der Bitte um Hilfe zu wenden. Dessen Antwort vom April 1731 machte den Reetzern klar, daß sie Mülheim als ihre Pfarrkirche anzusehen und zu deren Bau und Unterhalt das ihre beizutragen hätten. Auch seien etwaige Klagen vor die Obrigkeit zu bringen; sie dürften sich nicht selbst in unpassender Weise Recht zu verschaffen suchen.

Aus diesem Brief des herzoglichen Rates Stoll ist auch zu erkennen, warum die Reetzer so aufgebracht waren. Offenbar hatten die ,,Eingesessenen zu Mülheim" den Kirchenneubau eigenmächtig beschlossen und angeordnet, ohne die Pfarrangehörigen von Reetz um ihre Zustimmung zu fragen. Außerdem scheint unklar gewesen zu sein, welche pastoralen Dienste der in Mülheim wohnende Pfarrer in Reetz zu verrichten hatte. Der herzogliche Rat Stoll beauftragt nämlich den Herrn Landschultheißen zu Arenberg, die Vorgänge in Reetz zu untersuchen und ,,die Eingesessenen daselbst zu vernehmen, welche Pastoralfunctiones sie vermeinten, daß der Herr Pastor zu Mülheim dem Herkommen nach in der Kapelle zu Reetz zu verrichten schuldig sei". Der Herr Landschultheiß sollte mithin versuchen, zwischen dem Pastor und den Reetzern darüber einen Vergleich zu erzielen. - Es hat den Anschein, als hätten die Bemühungen des Landschultheißen Erfolg gehabt, denn in den folgenden Jahren bis zur Fertigstellung des Kirchenneubaus in Mülheim 1737 hören wir keine Klagen mehr über Zwist und Streiterei.

Pfarrer Johann Joseph Jentges

Approx. 1764 - Approx. 09/7/1842

Priesterweihe Sa, 22. Sept. 1787
ab 1800 Pfarrer in Mülheim

Kirchturmseingang, Renovierung

Approx. 1765

Vikar Wilhelm Falkenberg

Approx. 1769 - Approx. 1787

Vikar von Reetz
Der oben genannte Vikar Wilhelm Falkenberg war der erste nach Reetz berufene Geistliche. Wie die Anstellung eines eigenen Priesters für die Kapelle Reetz möglich wurde, soll im folgenden dargestellt werden. Zugleich wird damit deutlich, daß der Streit zwischen Reetz und Mülheim nicht ständig loderte, sondern nur gelegentlich aufflackerte; es gab auch Zeiten gemeinsamen und einvernehmlichen Handelns.

Da zu jener Zeit die Pfarrgemeinden für das Einkommen und den Unterhalt ihres Pfarrers sorgen mußten, waren Stiftungen, deren Erträge dem jeweiligen Geistlichen zustanden, wenn er dafür bestimmte Leistungen - z.B. Messen lesen - erbrachte, von großer Bedeutung. Nun machte im Jahre 1765 ein offenbar wohlhabender Mülheimer Pfarrangehöriger, der Gerichtsschöffe Matthias Everhard, eine so umfangreiche Stiftung, daß damit ein Hilfsgeistlicher für den Pfarrer angestellt werden konnte, zu dessen Aufgaben es auch gehöre, "von Martini bis halben März fleißig und getreulich Schule zu halten."

Am Mi, 22. Februar 1769 erschien in Schloß Arenberg vor dem dortigen Statthalter von Seyll der Mülheimer Pfarrer Johann Schneichels mit einer Abordnung von Mülheimer und Reetzer Einwohnern. Sie erklärten, daß die Stiftung des Matthias Everhard nach Reetz übertragen werden solle, da die Reetzer bereit seien, dem Vikar neben einer passenden Wohnung auch Holz, Heu, Ackerland und Weidgang zu stellen. Auch sollte der Vikar in Reetz die Kinder vier Monate während des Winters unterrichten, wofür jedes Kind ihm monatlich sechs Albus zu zahlen habe. - Nachdem der Herzog von Arenberg den diesbezüglichen Vertrag am 6. April 1769 bestätigt hatte, konnte nun ein eigener Geistlicher für die Kapellengemeinde nach Reetz berufen werden. Der erste Vikar (oder Rektor) war der bereits erwähnte Wilhelm Falkenberg, der vielleicht schon 1769 oder doch bald nachher seinen Dienst antrat.

Glockenstuhl, Renovierung

Approx. 1789

Pfarrer Arnold Klinkhammer

Approx. 12/06/1796 - Approx. 1845

Priesterweihe Sa, 09.08.1828
17 Jahre Pfarrer in Lissendorf

Vikar Arnold Joseph Anaclet Trebels

Approx. 1832 - Approx. 1836

Vikar in Reetz
Anaclet Trebels war etwa von 1832 bis 1836 als Vikar in Reetz tätig gewesen und hatte die Anna Catharina Schmitz als Haushälterin mit nach Einruhr genommen.
Siehe auch 1840

Bau der Kirchenmauer zur Straße am alten Friedhof

Approx. 1846

Pfarrer Johann Peter Weißkopf

Approx. 05/08/1848 - Approx. 07/01/1883

Priesterweihe So, 8. Sept. 1878
Reise mit Sambesi-Mission am Fr, 30. Jan. 1880
starb dort in Panda-Ma-Tenka (heute Pandamatenga, Grenzort in Botswana zu Simbabwe) am So, 01. Juli 1883,ca 100 km von den Victoriafällen entfernt

Pfarrer Johann Peter Prämaßing

Approx. 05/14/1849 - Approx. 02/25/1922

Priesterweihe Sa, 14. Aug. 1875
Aufenthalte in Stallwang bei Straubing, Braggenbach bei Unterviechtag im Böhmerwald, Kaplan in Haardt, Pfarrer in Mutscheid, in Selgersdorf bei Jülich, ab 1904 Vinzenzkloster Sülzburgstr. Köln-Nippes

Bau des Pfarrhauses

1854

Reetz wird von Kapellen- zu Pfarrgemeinde

Approx. 1872

Das wichtigste Datum für Reetz aus der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts ist wohl der 17. Januar 1872; an diesem Tage wurde die Kapelle Reetz zur selbständigen Pfarrei erhoben. Diesem Ereignis waren jahrelange zielstrebige Bemühungen vorausgegangen. Begonnen hatte es mit dem Neubau eines Wohnhauses für den Vikar - das spätere Pfarrhaus und heutige Pfarrgemeindehaus - im Jahre 1854. Viele Jahre dauerte es, bis es der Gemeinde Reetz gelungen war nachzuweisen, daß sie ein angemessenes Gehalt für einen eigenen Pfarrer aufzubringen im Stande war. So konnte endlich am 17. April 1872 Wilhelm Kirch als erster Pfarrer von Reetz feierlich eingeführt werden. Er starb hier am 15. September 1885; sein Grab ist als einziges auf dem ehemaligen Kirchhof erhalten geblieben.

Pfarrer Wilhelm Kirch

Approx. 04/17/1872 - Approx. 1885

Pfarrer von Reetz
Mi, 17. April 1872

Neuer Kronleuchter

Approx. 1873

für 180 Mark aus dem Vermächtnis des Junggesellen Mathias Schnichels

Anschaffung Taufstein

Approx. 1874

von Steinhauer Scheerer aus Blankenheim

Verbot des Schulunterrichts für Pfarrer

Approx. 1875 - Approx. 1880

Stichwort Kulturkampf:
Den Kampf des Staates gegen die kath. Kirche nahm Bismarck auf, weil ihm die staatliche Sicherheit des Reiches durch den politischen Katholizismus gefährdet erschien.

Sanitätspolizeiliche Kirchhofmessung

Approx. 1877

Messungen durchführen, Wege anlegen, Gräber durch nummerierte Pfähle kennzeichnen

Ordensfrau Anna Heinen

Approx. 03/02/1883

Eintritt in die Genossenschaft der barmherzigen Schwestern in Köln-Nippes am Mi, 15. April 1903,
eingekleidet im Mutterhaus der armen Dienstmägde Jesu Christi in Dernbach, erhielt den Namen Sponsaria

Anschaffung Baldachin

Approx. 1884

rotgelbe Brokatseide

Pfarrer Franz Jansen

Approx. 1886 - Approx. 1890

Pfarrer von Reetz

Renovierung Kirchenmauer zur Dorfseite

Approx. 1888

Pfarrer Johann Laaf

Approx. 1891 - Approx. 1892

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Johann Paul Aschenbroich

Approx. 1892 - Approx. 1904

Pfarrer von Reetz

Renovierung nördl.-südl. Kirchendach

Approx. 1894 - Approx. 1895

Schieferdach inkl. Asphaltdecke (nur auf nördl. Dach)
Dachdecker Behrens aus Zingsheim
334 Mark, 65 Pfennige (4,50 pro Quadratmeter)

Neuer Putz innen-außen

Approx. 1899

Feuchte nasse Mauer
Abschlagen innerer und äußerer Verputz bis Fensterhöhe
Graben ausheben bis auf Fundamente
Innere Mauer mit Asphlat (Goudron) beworfen und ausgefugt
Pliestermeister Pönsgen aus Nettersheim: Bewurf mit vulkanischem Sand und hydraulischem Kalk

Neubedachung des Pfarrhauses

Approx. 1900

Renovierung innen

Approx. 1900

Siegbert Hutsch, Dollendorf: Dachrinne (46,85 Mark)
Bauunternehmer Johann Schröder:Abzugskanal aus Tonröhren (13,- Mark)
Anstreichermeister Aloys Heuser: Tünchen mit Ausnahme der Sakristei, Sockel in Ölfarbe, Auffrischen Chorgewölbe in blau, Streichen Dachrinne mit Mennig und Bleiweiß (325,- Mark)(1901)
Familie Johann Prämassing: Einsetzen vier neue Fentser an der Südseite und Fenster am Muttergottesaltar durch Glasmaler Friedrich Reinartz aus Linnich (141,- Mark)

Pfarrer Wilhelm Josef Lauscher

Approx. 1904 - Approx. 1910

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Peter Loeffelsend

Approx. 12/29/1910 - Approx. 1913

Pfarrer von Reetz
Do, 29. Dezember 1910

Malerarbeiten in der Kirche

Approx. 1911

L. Fervers aus Frechen, Kirchen- und Dekorationsmaler: Ausmalen der Kirche
700,- Mark

Pfarrer Paul Meyer

Approx. 1914 - Approx. 1921

Pfarrer von Reetz

Trockenlegung Pfarrhaus Süd- und Ostseite

Approx. 1921

Pfarrer Lambert Schaefer

Approx. 1921 - Approx. 01/05/1929

Pfarrer von Reetz
1921 bis Sa, 05. Januar 1929

Reparatur Kirchendach

Approx. 1922

Dachdecker Schlemmer, Blankenheim
Reparatur Kirchendach und Kirchturm
"...der Pfarrer war glücklich, dass die Instandsetzung ohne Unglück verlief, denn es stellte sich heraus, dass Haken und Klammern für die Leitern durch aus nicht mehr den Anforderungen entsprechend waren..."
Eine vorgesehen Neubemalung unterblieb:
"... Wenigstens hätte der Pfarrergerne die durch die Feuchtigkeit in zehn Jahren sehr angegriffene alte Ausmalung der Kirche auffrischen lassen, doch Herr Schmuck in Blankenheim, mit dem Verhandlungen angebahnt wurden, blieb wieder aus bei Abschluss der Besprechung..."

Kamillianer P. Josef Faller

Approx. 1925

aus dem Hause Bille
Primizfeier am So, 27. Dez. 1925 in Reetz

Ordensschwester Gertrud Wirfs

Approx. 05/22/1925

eingekleidet am Fr, 22.Mai 1925 bei den armen Schwestern vom hl. Franziskus in Aachen als Schwester Notburga

Anbau von Klosett und Badeanlage

Approx. 1927

Teilung des Saals im 1. Stockwerk

Approx. 1928

Vorschlag zum Abriss/Neubau der Kirche

Approx. 05/22/1928

Vorschlag von Weihbischof Dr.Josef Hammels bei der Visitation am Di, 22.05.1928: "die jetzt stehende Kirche als Querschiff stehenbleiben, eine neue Apsis zum Pfarrhause hin und das Langschiff über den Kirchhof, der ja doch geschlossen werden sollte, gebaut werden möchte".

Einweihung altes Kriegerdenkmal

Approx. 09/23/1928

es war Sonntag

Abriss alte Scheune zwischen Kirche und Pfarrhaus

Approx. 1929

Erstes Telefon im Pfarrhaus

Approx. 1929

Pfarrer Theodor Baaken

Approx. 07/10/1929 - Approx. 1939

Pfarrer von Reetz
Mi, 10. Juli 1929

Renovierung Sakristei

Approx. 1930

Einzimmern Sacristei, Verlängern Ankleidetisch, Wandbrett für Paramente, mit Haken und Brettchen versehen
Schreinermeister Kesseler aus Euskirchen (180,- Mark)

Anlegen eines Nutz- und Gemüsegartens

Approx. 1930

Eröffnung neuer Friedhof

Approx. 1930

Letzte Beerdigung alter Friedhof: Margarete Franzen geb. Reetz (18.03.1930)
Erste Beerdigung neuer Friedhof: Franz Franzen (09.04. 1931) und im Mai desselben Jahres sein 6jähriger Sohn Karl Peter
"...Da der alte Kirchhof vom Kreisarzte für geschlossen erklärt wurde aus sanitären Rücksichten, soll im Herbste 1929 ein neuer Friedhof außerhalb des Ortes in Benutzung genommen werden. Der Platz des alten Friedhofes muss einem in absehbarer Zeit notwendigen Erweiterungs- oder Neubau der Pfarrkirche dienen...."

Einsegnung Marienkapellchen im Oberdorf

Approx. 05/29/1932

damals noch am Dorfende, es war Sonntag

Foto: Thomas Hellendahl

Bild des hl. Judas Thaddäus

Approx. 10/30/1932

Am So, 30. Oktober 1932 wurde ein von einer Kölner Familie gestiftetes und hergerichtetes Bild des hl. Judas Thaddäus feierlich gesegnet und zur Verehrung in unserer Kirche ausgehängt.

Einsturz der Zimmerdecke im Studierzimmer

Approx. 05/07/1935

Di, 07. Mai 1935

Regulierung Gelände

Approx. 1936

Friedhof - Kirche - Pfarrhof

Erneuerung der Kirchenmauer zur Straße

Approx. 1936

Kirchturmneubedeckung

Approx. 1937

Neubedeckung Turmdach: Gebrüder Schröder aus Baasem
Vollständige Verschalung mit kostbarem Kirchturm-Kreuzschmuck, vergoldeter Kugel - vergoldetem Hahn
"... befand sich der Kirchturm der Pfarrkirche Reetz in einem beklagenswertem Zustand. Zur Seite des Turmes ein zerfetztes viereckiges Ziffernblatt mit noch einem Zeiger von einer Turmuhr! Seit Menschengedenken war diese unansehnliche Reliquie einer alten Turmuhr das Wahrzeichen von Reetz..."
(1408,- Mark)

Anschaffung eines Ofens

Approx. 1939

Ein "Dauerbrenner".

Pfarrer Franz Hillebrand

Approx. 1939 - Approx. 1952

Pfarrer von Reetz

Neubau der Orgelbühne

Approx. 1941

Schreinermeister Heinrich Marx, Uedelhoven
Architekt Peter Daniels, Lommersdorf
"..so war nun im September das große Werk des Neubaus der Orgelbühne fertiggestellt zur großen Freude der ganzen Gemeinde und besonders der Reetzer Männer, die jetzt einen guten Platz bekommen hatten in der Kirche..."
(470,70 Mark)

Neue Haustür

Approx. 1941

Neubemalung der Kirche

Approx. 1943

Maler Johannes Schmitz aus Hinsbeck, Herr Lüthen aus Breyell
Gerüst aufstellen: Hubert Harzheim, Josef Wassong, Walter Rahmann und 5 Polen als Hilfe
Gerüstbretter von Bauunternehmer Neu, Ahrhütte
Abholender Bretter durch Bauer Mey, Reetz, zurückgebracht durch Matthias Ehlen
Malen des neuen Kreuzweges ebenfalls durch Johannes Schmitz
(2.600,- Mark)

Neuanstrich Außen

Approx. 1946

Anstreichermeister Peter Müller, Evakuierter aus Köln, Wohnung bei Franz Fries
Weißer Anstrich, um die schmutzige Zementfarbe (aus Luftschutzgründen im Krieg bekommen) zu überstreichen,
Anstrich von Fensterstäben, Dachrinnen, Kirchentür und Dachgesimsen mit Ölfarbe

Aufstellung der Mutter-Gottes-Statue vor der Kirche

Approx. 1947

Pfingstsamstag
Pfarrer Baaken löste sein Versprechen ein und schenkte der Pfarrgemeinde eine künstlerisch hochstehende Muttergottesstatue. ... Sie bildet einen wirklichen Schmuck für den Kirchplatz.
hergestellt von einem Künstler aus Neersen

Einweihung Hochkreuz Friedhof

Approx. 1948

Am Pfingstmontag 1948 zog die Gemeinde zum Friedhof zur Einweihung des neuen Hochkreuzes.
Firma Joh. Rittel, Mayen

Neue Margarethen-Glocke

Approx. 12/23/1949

Am Sonntag, dem 23.12.1949 (T.Hellendahl: der 23. war ein Freitag, es war also vermutlich der 25.12. als 1. Weihnachtstag), wurde die neue Glocke zum ersten Mal geläutet.
Glockengießerei Petit und Edelbrock aus Gescher (Westfalen)
Einweihung Dechant Lux aus Blankenheimerdorf
Inschrift: St. Margaretha heisse ich / Hellauf läute ich / Predigt und Mess / Christ nicht vergess

Einbau einer Warmluftheizung

Approx. 1952

Kauf Grundstück zum Bau eines Pfarrjugendheims

Approx. 1952

was aber nie gebaut wurde, stattdessen wurde dort ein Spielplatz eingerichtet (es handelt sich um das freie Grundstück zwischen Liene und Täkes)

Pfarrer Edmund Behringer

Approx. 1952 - Approx. 1961

Pfarrer von Reetz

Blitzschlag im Kirchturm mit beträchtlichem Schaden

Approx. 07/06/1952

es war Sonntag

Neuer Außenputz Pfarrheim

Approx. 1953

Neuer Fußboden

Approx. 1953

Neuer Belag mit Kyllburger Platten, Firma Spiluttini, Euskirchen (3.183,88 Mark)
Neue Spindeltreppe Schreinerei Milz, Blankenheimerdorf (635,69 Mark)
Zement (220,- Mark)
neuer Beichtstuhl (585,- Mark)
neue Treppe (650,- Mark)
Farben und Lacke (50,- Mark)
Architektengebühr (300,- Mark)

Neue Kirchenfenster

Approx. 1956

Pfarrer Antonius Franken

Approx. 1961 - Approx. 1968

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Rolf-Dieter Plum

Approx. 1969

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Friedrich Lebouille

Approx. 1969 - Approx. 1973

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Leopold Wiggers

Approx. 1973 - Approx. 1977

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Manfred Engels

Approx. 1977 - Approx. 1984

Pfarrer von Reetz

Neubau des Kirchenschiffes (stimmt das Jahr?)

Approx. 1977

1977??? Abriss des alten Kirchenschiffes und Neubau inkl. Verbreiterung. Fund von mglw. fränkischen Gräbern? Verlegung der Bodenplatten aus Basalt durch Maurermeister Konrad Hellendahl.

Pfarrer Johannes Weber

Approx. 1984 - Approx. 1992

Pfarrer von Reetz

Erneuerung Bildstock

Approx. 1985

Erneuerung des Bildstocks "Im Borren", geweiht dem Heiligen Isidor, Heiliger der Bauern. Er ist abgebildet mit einem Bündel Ähren und einem Dreschflegel in der Hand. Der Hl. Isidor wurde 2001 vom Papst Johannes Paul II. zum Schutzpatron des "Internets" ernannt.
Erbaut von Konrad Hellendahl und Philipp Blum (lt. Gravur auf Rückseite).

Fotos Thomas Hellendahl

Gründung der St. Matthias Bruderschaft Reetz

Approx. 1985

Im Jahr 1984 gingen Reetzer Pilger zum ersten Mal als eigenständige Bruderschaft zum Grab des hl. Matthias nach Trier. Vorher waren sie gemeinsam in der Blankenheimer St. Matthias Bruderschaft mitgepilgert.

Pfarrer Winfried Reidt

Approx. 1992 - Approx. 1994

Pfarrer von Reetz

Pfarrer Hans-Peter Meuser

Approx. 1994 - Approx. 2014

Pfarrer von Reetz

Anbau des Bürgerhauses

Approx. 2010 - Approx. 2011

Finanzierung aus dem Konjunkturpaket 2 der Bundesregierung
(Zuschuss 150.000,- Euro)
vorher Abriss kleines Sälchen, Ausbaggern des alten Pfarrgartens auf der Südwestseite des Pfarrhauses

Renovierung Marienkapelle

Approx. 2012 - Approx. 05/30/2013

Die kleine Kapelle, errichtet 1932 durch ??? Heinen, als Versprechen im 1. Weltkrieg, wurde nach der Renovierung (Restauration Marienbildnis durch Tim Bade, neuer Verputz, neuer Anstrich, Restauration des Eisentores, neue Blecheindeckung und neue Basaltfliesen) zu Fronleichnam am Do, 30.05.2013 wieder eingeweiht durch Pfarrer Meuser. Neu hinzugekommen ist ein Sandsteinkreuz auf dem Dach der Kapelle.

Foto: Thomas Hellendahl

Renovierung der Kirche

Approx. 2013

Nach Jahrzehnten wurde es notwendig, den Innenraum der Kirche aufzufrischen, da die Umrisse der Porotonsteine aus den 1970er Jahren sich auf der nicht mehr weißen Innenfarbe abzeichneten und tiefe Mauerrisse im Chorbogen und am Turm sichtbar waren. Außerdem wurden im Turmdurchgang die Bodensockelfliesen erneuert, da die Wand feucht war. Die Kreuzgewölberippen im Chor sowie der umlaufende Sims im Kirchenschiff wurden sandsteinrot gestrichen. Die Sakristei bekam neue Einbauschränke sowie ein neues Waschbecken. Außerdem wurden sämtliche Lampen (bis auf den Kronleuchter, der erhalten wurde) erneuert und mit moderneren stromsparenden Lampen versehen. Bei der ersten Messe nach Renovierung am 01.12.2013 (1. Adventssonntag) wurden die frische Farbe und das helle Licht von allen Kirchenbesuchern gelobt und als sehr angenehm empfunden. Bei dieser Messe wurden auch die neuen Kommunionkinder sowie die neuen Messdiener vorgestellt.

Renovierung Versammlungsraum

Approx. 2013 - Approx. 2014

Nach Fertigstellung des Bürgerhauses wird als nächstes Vorhaben der Versammlungsraum im alten Pfarrhaus renoviert, da dieser insbesondere vom Keller herauf feucht ist (Abdichtung Außenwände durch eine Feuchtesperre, Abhängen der Decke, Einbringen von Estrich und Holzfußboden, Tapezieren und Streichen, neue Beleuchtung und Elektrik).

Erneueurng Kirchenmauer und Kirchplatz

1 August 2016 - 26 November 2016

August: Mauer zwischen Bürgerhuas und Kirchplatz durch Firma xxx aus yyy - mit Wiederverwendung der alten Mauersteine - erneuert.
September: Restliche Fläche vor Zwischenmauer in Eigenleistung gepflastert.
Oktober und November: Treppe zur Straße mit Basaltblöcken gesetzt, Hof vor altem Pfarrhaus sowie Kirchplatz an 4 aufeinanderfolgenden Samstagen komplett gepflastert.
Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Flächen rund um Pfarrhaus, Bürgerhaus und Kirche runden das gesamte Bild nun ab. Fehlt nur noch die Abdeckung der Mauer mit Abdeckplatten aus Basalt.

Foto: Thomas Hellendahl

Reetzer Auswanderer

Auch aus Reetz sind einige Einwohner nach Amerika ausgewandert, wenn auch aus Reetz nicht viele. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, häufig war es aber die wirtschaftliche Not, die die Bürger auf ein besseres Leben in der neuen Welt hoffen ließ.

Peter Schnell

Approx. 1815

nach Amerika, Ort nicht bekannt
Grund für die Auswanderung war wohl in erster Linie die Hungersnot des Jahres 1815
?ist das Jahr korrekt oder müsste hier 1845 stehen?

Georg Cremer

Approx. 1815

von Beruf Köhler, wohnhaft ehemals in Bramersch-Haus,nach Amerika, Ort nicht genauer bekannt
Grund für die Auswanderung war wohl in erster Linie die Hungersnot des Jahres 1815

Familie Cremer

Approx. 1842

Matthias Cremer (geb. 02.01.1783), Kohlenbrenner
Veronika Cremer, geb. Schnell (geb. Di, 23.10.1787)
Kinder:
Hermann Josef Cremer (geb. Fr, 03.03.1815)
Anna Christina Cremer (geb. Sa, 15.11.1817)
Maria Catharina Cremer (geb. Mi, 21.06.1820)

eine der beiden Töchter ist geblieben, trotz Ausreisegenehmigung
Martin Aloysius Cremer (geb. Do, 21.11.1822)
Peter Josef Cremer (geb. Do, 21.4.1825)
Johann Joseph Cremer (geb. Mi, 12.12.1827)
Jacob August Cremer (geb. Sa, 28.08.1830)
02.06.1842 Entlassung aus dem Preussischen Unternanenverband
*VdEnA
03.05.1842: Verkauf von Haus, Hof und Land (ca. 32 Morgen) für 634 Taler und 15 Groschen (Mathias Michels,
Blankenheim ist beteiligt); 14.05.1842: Versteigerung der Immobilien (ca. 10 Morgen in Freilingen) für 61 Taler 20
Groschen; 24.05.1842: Auktion Geraide für 101 Taler 2 Groschen 9 Schilling; 07.07.1842: versch. Verkäufe für
489 Taler 39 Groschen 6 Schilling in Bar und Übernahme von 148 Taler 1 Groschen als Cedent von Mathias
Krämer auf Martin Mungen, Blankenheim und Levy Wolff, Münstereifel; Auswanderungskonens erteilt am
02.06.1842 für die Ehefrau und die 7 Kinder: Hermann Josef, Christina, Catharina, Martin, Peter Joseph, Johann
Joseph und Jacob Cremer; eine der beiden Töchter wanderte 1842 nicht mit aus und bestritt ihren
Lebensunterhalt in den öffentlichen Häusern verschiedener Rheinischer Städte; 02.06.1842 Entlassung aus dem
Preussischen Untertanenverband
Auswanderung über Antwerpen (15.06.1842 dort Abfahrt)

Familie Schnell

Approx. 1845

Peter Schnell (geb. Mi, 27.07.1796 in Lommersdorf)
Gertrud Schnell, geb. May (geb. Mo, 04.01.1813 in Schönecken)
Kinder:
Anton Schnell (geb. So, 23.08.1829 in Reetz)
Maria Schnell (geb. Fr, 04.07.1834 in Reetz)
Christian Schnell (geb. Do, 17.05.1838 in Reetz)
Anna Maria Schnell (geb. So, 01.12.1844)
?ist Peter Schnell derselbe wie unter Jahr 1815?
Auswanderung über Antwerpen

Auswandererschiff um 1855
*VdEnA

Anton Hansen

Approx. 1857

Besucher aus der neuen Welt: 1887 hält sich der Geschäftsmann Anton Hansen, Di, 01.08.1826 in Reetz geboren, in Blankenheim auf. Hansen hatte 1857 das Land in Richtung Amerika verlassen und lebte jetzt in zweiter Ehe in Chatfield, Minnesota.
*VdEnA
Ackerer Anton Hansen oo 30.10.1852 Standesamt Lommersdorf, Anna Josepha Berg, * 26.03.1832 (Eltern: Johann Berg, Gerber und Wirt, und Katharina Giefer), sie wandern 1863 nach Chatfield, Minnesota, aus.
1880 Census:
Kolonialwarenhändler,
Chatfield, Fillmore,
Minnesota
USA
05.03. und 14.03.1857: Öffentl. Verkauf von Immobilien der Eheleute Anton Hansen und Josepha Berg, Ackerer
in Ahrdorf, 22.03.1857: Cession der Kaufschillinge aus den Urk. Nr. 1687 und 1703 (1274 Taler, 18 Groschen, 1
Pfennig auf Wwe Carl Schmiz, Hillesheim für 1058 Taler, 9 Groschen, 1 Pfennig; Amtsblatt 1859, S.334, Nr.635:
Hansen, Anton mit anderen "Landwehrleuten" beschuldigt, "ohne Erlaubnis ausgewandert zu sein", Geldbuße;
19.12.1887: Vollmacht des Anton Hansen, Geschäftsmann, Chatfield, Minnesota, zu Blankenheim sich aufhaltend auf seine Ehefrau Louise Reichart in Chatfield; 1880: oo um 1877/78 Louisa N., geb. um 1838
Preussen

Heinrich Praemassing

Approx. 1873

Der Aufenthalt des Sattlers Heinrich Praemassing , geb. am Fr, 28.08.1818 in Reetz, wird an diesem Tag (19.07.1873) in Lockport, Niagara, im Staate New York bestätigt. Seine Auswanderung erfolgte vermutlich vor 1873.
Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden vom Freitag, 25. Februar 1853 wird Haus und Grundbesitz der Witwe Anna Juditha Bovy versteigert (Montag, 14. März 1853 im Haus des Wirts Peter Joseph Bovy zu Reetz). Interessant hierbei auch, dass der Nebenvormund Heinrich Prämassing nach 1853 und vor 1873 nach Amerika ausgewandert ist.

Hermann Joseph Schumacher

Approx. 1880

In den Auswandererlisten nach Amerika taucht der Schneider Hermann Joseph Schumacher, geb. am Fr, 06.04.1827 in Reetz, als Tagelöhner in diesem Jahr in Hamilton und Butler, Ohio auf, verheiratet mit einer Clara N. aus Preußen, 1 Tochter namens Phelia.

Grafen von Blankenheim

Ein Herr von Blankenheim wird erstmals Anfang des 12. Jahrhunderts in einer Kölner Urkunde erwähnt, eindeutige Nennungen von Burg und Ort datieren ebenfalls aus dieser Zeit. Vermutlich gingen, nach Ausweis des Wappens, die Blankenheimer aus einer Nebenlinie der Grafen von Jülich hervor. Zumindest seit dem 14. Jahrhundert waren die Herren von Blankenheim auch Besitzer von Gerolstein und Kasselburg. 1380 wurden sie zu Grafen erhoben. Im 13. und 14. Jahrhundert werden sie als Kölner, Brabanter, Kurtrierer und Luxemburger Vasallen bezeichnet. Die Lehnshoheit von Jülich wurde bis ins 16. Jahrhundert anerkannt, dann aber bestritten. Schließlich verzichtete 1668 Pfalzgraf Philipp Wilhelm als Herzog von Jülich auf die Lehnsrechte über Blankenheim und Gerolstein. Danach beanspruchte der Graf von Manderscheid-Blankenheim die volle Landeshoheit, er hatte Stimmrecht auf den Reichstagen und im Reichsfürstenrat.

Gerhard I. von Blankenheim

Approx. 1115

Bau der Burg Blankenheim

Approx. 1115

Basis der Reichsgrafschaft Blankenheim war die nach 1115 erstmals erwähnte Burg Blankenheim an der Ahrquelle. Nach ihr nannte sich eine Familie von Edelherren. Sie bildete um die Burg allmählich eine reichsunmittelbare Herrschaft von 25 Flecken und Dörfern aus. 1380 wurde die Familie in den Grafenstand erhoben.

Gerhard II.

Approx. 1149 - Approx. 1174

Gerhard II. von Blankenheim (1149-1174)

Konrad

Approx. 1190

Gerhard III.

Approx. 1220

Friederich I..

Approx. 1268

Gerhard IV.

Approx. 1273 - Approx. 1308

26.01.1273 Gerhardus IV. dominus de Blanckenheim (+1308) beleibzuchtet seine Gemahlin Ermensentin mit seiner Burg Blanckenheim und allem Zubehör.

Friederich II.

Approx. 1308 - Approx. 1329

Arnold I.

Approx. 1308 - Approx. 1352

Gerhard V.

Approx. 1308 - Approx. 1350

Arnold III.

Approx. 1350 - Approx. 1358

Gerhard VI.

Approx. 1350 - Approx. 1364

Gerhard VI. von Blankenheim stiftete nach 1355 die Linien Blankenheim und Gerolstein.

Gerhard VII.

Approx. 1358 - Approx. 1406

1405 Gerhard von Blankenheim erlangte von König Wenzel die erbliche Grafenwürde

Grafenstand

Approx. 1380

1380 wurde die Familie in den Grafenstand erhoben.

Gerhard

Approx. 1384
  1. 12.1384 (fer. 6. p. Andree) Gerhard von Blankenheim, Herr zu Castelberg und Gerntstein, quittiert dem Herzog von Berg über alle Forderung. 05.06.1387 Gerhard von Blankenheim, Herr zu Castelberg und Gerartstein, bekennt, dass ihm von Herzog Wilhelm von Berg der an dem Zoll zu Düsseldorf zu Mannlehen tragende „Tornois“ mit 800 schweren Gulden abgelöst worden sei und er und seine Erben bis zur Rückzahlung dieser Summe nichts Feindliches gegen den Herzog und dessen Land beginnen wollen.Formalbeschreibung: „in profesto Sacramenti“

Arnold V.

Approx. 1395

Arnold V., 1395 Graf, (+ 1405)

erbliche Grafenwürde

Approx. 1405

1405 Gerhard von Blankenheim erlangte von König Wenzel die erbliche Grafenwürde.

Elisabeth

Approx. 1406 - Approx. 1463

Der Mannesstamm der Grafen von Blankenheim starb 1406 aus, Nachfolger wurden 1415 bis 1468 die Grafen von Loen; seit 1469 war Blankenheim im Besitz der Grafen von Manderscheid, die auf Burg Blankenheim (neben Manderscheid und Schleiden) einen zentralen Ort ihrer Verwaltung der Eifelterritorien ausbauten. In Blankenheim wurde 1488 nach einer Erbteilung eine der drei Linien des Hauses Manderscheid ansässig. Ihr wurden die Herrschaft/Grafschaft Gerolstein und die Unterherrschaft Jünkerath zugewiesen.

Kronenburg kommt zu Blankenheim

Approx. 1414

Als schließlich Ritter Peter von Kronenburg im Jahre 1414 ohne männliche Nachkommen starb, wurde Kronenburg zu einer Nebenherrschaft der Grafschaft Blankenheim-Manderscheid. Unter Karl V. fiel die Kronenburg mit dem Ort 1555 wegen seiner Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg bis zum Jahre 1715 sogar unter spanische Herrschaft. Aus diesem Grund wird die ehemalige spanische Insel in der Eifel noch heute als „Spanisches Ländchen“ bezeichnet.

Reichsgrafentitel

Approx. 1457

1457 schließlich wurde Dietrich III. von Manderscheid der Reichsgrafentitel verliehen.

Dietrich III.

Approx. 1457 - Approx. 1488

1457/1488 Dietrich III. (Graf) (* um 1420, † 1498)
∞ Elisabeth von Schleiden († 1469), 1488 teilte er seinen Besitz unter seinen Söhnen auf.
Graf Cuno, Stifter der Linie Manderscheid-Schleiden. Dieser Linie fielen die Grafschaft Manderscheid und die Niederburg zu.
Graf Johann, Stifter der Linie Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein
Graf Wilhelm, Stifter der Linie Manderscheid-Kail
Vater: Dietrich II. Graf von Manderscheid (vor 1400-10.11.1469)
Mutter: Irmengard von Daun (um 1400-14.04.1456)

Reichsgrafen

Approx. 1461

1461 macht Kaiser Friedrich lll. Graf Dietrich lll. von Blankenheim-Manderscheid zum Reichsgrafen.

Grafentod bei Zülpich/Wichterich

Approx. 1468

Die Grafen von Blankenheim, durch ihre Hüttenbetriebe recht vermögend, hatten dem Erzbischof von Köln gegen Sicherheiten in Form von Pfand- oder Zollrechten Geld geliehen. Doch eines Tages verlangten die Erzbischöfe diese Pfandrechte zurück - wollten aber nicht zahlen. So kam es am 5. Januar 1468 zur Schlacht bei Wichterich. Dort stießen, so Dr. Klaus Grewe, 36 Kölner Ritter auf eine unbekannte Zahl Blankenheimer, die im Kampf recht unerfahren waren. Es gab elf Tote. Und einen Sieg der Kölner. Im Gemetzel kam Graf Wilhelm von Blankenheim 27-jährig zu Tode. Da er noch keinen Nachfolger hatte, trat Graf Dietrich III. von Manderfeld das Erbe an. Unter seiner Herrschaft wurde die Wasserleitung gebaut. (Quelle: Klaus Grewe, http://www.tiergartentunnel.de/presse/tiergartentunnel-presse43.pdf)

Wasserleitung zur Burg

Approx. 1469

Bau der Wasserleitung zur Burg
Nachdem in den Jahren 1468/1469 die Blankenheimer Herrschaft durch Erbschaft an Graf Dietrich III. von Manderscheid-Blankenheim gegangen war, baute dieser eine Fernwasserversorgung zur Burg, um die bestehende Versorgung aus einer Zisterne zu steigern. Er ließ eine rund einen Kilometer entfernt liegende Quelle im Tal “In der Rhenn” fassen und deren Wasser in einer Holzrohrleitung zu einem neuen Wasserbehälter im Burghof leiten. Die Leitung hatte in ihrem Verlauf ein 12 m tiefes Tal und daran anschließend einen 15 m hohen Bergsporn- den Tiergarten- zu durchqueren. Die Leitungstrasse war also in unterschiedlichen Techniken abschnittsweise als Gefälleleitung, als Druckrohrleitung und als Aquadukttunnel ausgebaut worden. Da Druckrohrleitungen z.B. in den Klöstern mit ihren Fließbrunnen- ein gängiges technisches Element des Wasserleitungsbaus im Mittelalter waren, gab es vielerorts Vorbilder, nach denen auch in Blankenheim zu bauen war.

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Johann I.

Approx. 1488 - Approx. 1524

Linie Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein
(1446-09.01.1524)

Johann II.

Approx. 1524 - Approx. 1533

Linie Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein

Arnold I.

Approx. 1533 - Approx. 1548

Nebenlinie Manderscheid-Blankenheim
verh. mit Gräfin Margarethe (1516–1571),

Johann IV., Bischof

Approx. 1538 - Approx. 1592

Johann von Manderscheid-Blankenheim (* 8. Februar 1538; † 2. Mai 1592 in Saverne), war von 1569 bis 1592 Bischof von Straßburg.
Johann war zweitältester Sohn des Grafen Arnold I. von Manderscheid-Blankenheim (1500–1548) und Gräfin Margarethe (1516–1571), Tochter von Graf Johann III. von Wied (1485–1533) und Gräfin Elisabeth von Nassau-Dillenburg (1488–1559). Sein Onkel Graf Friedrich IV. von Wied (1518–1568) war von 1562 bis 1567 Erzbischof von Köln und seine Schwester Gräfin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim (1544–1586) war von 1575 bis 1578 Fürstäbtissin des Reichsstiftes Essen.

Schon mit jungen Jahren wurde Johann 1547 als Domherr Mitglied des Kölner Domkapitels. Im Jahr 1562 war er Domscholaster und 1567 Kapuziner.

Nach dem Rücktritt seines Onkels Friedrich IV. von Wied als Kölner Erzbischof fanden im Herbst 1567 Neuwahlen statt. Johann konnte sich aber dabei nicht gegen Graf Salentin von Isenburg behaupten. Am 4. November 1568 resignierte er schließlich auf seine Kölner Ämter und setzte sich bei der Bischofswahl zu Straßburg am 26. Januar 1569 dann gegen den Pfalzgrafen Reichard von Pfalz-Simmern durch, wird aber erst im Sommer 1573 in Rom von Papst Gregor XIII. im Amt bestätigt.

Hermann

Approx. 1548 - Approx. 1604

Nebenlinie Manderscheid-Blankenheim
Graf Hermann galt als einer der großen Gelehrten in Deutschland, er führte in der Grafschaft die Reformation ein. Er gründete u.a. ein römisches Museum und ließ alle alten Handschriften in einer Bibliothek sammeln und katalogisieren.
1590 ließ Graf Hermann in Urft einen Meilenstein aus der Römerzeit ausgraben und ihn nach Blankenheim in seine Sammlung bringen, der Stein ist nicht mehr auffindbar. Auf dem Meilenstein waren als Entfernung von Köln "XXXIX Milia passum" angegeben das sind 57,72 km und entspricht der genauen Entfernung zwischen Köln und Urft. Die Nachfolger in der Landesherrschaft kehrten zum Katholizismus zurück – wohl auch auf Grund des Einflusses Churkölns.

Arnold II.

Approx. 1604 - Approx. 1614

Nebenlinie Manderscheid-Blankenheim
(12.07.1546 - 18.09.1614)
vermählt (7.7.1604 Heirathsbrief)mit Maria Ursula zu Leiningen und Dagsburg-Falkenburg (+16.08.1649)
Tochter war:
Anna Margareta (13.09.1606 - 01.02.1630)

Johann Arnold

Approx. 1614 - Approx. 1644

Nebenlinie Manderscheid-Blankenheim,
war verheiratet mit Antonia Elisabeth von Manderscheid-Gerolstein

In beiden Bildern das Wappen der Herrschaft, im Herrenbildnis mit zusätzlicher Nennung des Adelsgeschlechts „Manderscheid-Blankenheim“ sowie mit Altersangabe des Dargestellten von 28 Jahren und Datierung „1634“. Das Bildnis der Gemahlin ist auf dasselbe Jahr datiert.
13.12.2013:
„Wir konnten die Porträts des Grafenpaares bei der Versteigerung im Münchener Auktionshaus Hampel erwerben“, berichtete Dr. Ruth Britz-Kirstgen, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereines des Eifelmuseums. Dies sei ein großer Gewinn für die gesamte Gemeinde, die Freude sei dementsprechend groß. Der Schätzpreis lag bei 7000 bis 9000 Euro, der Zuschlag erfolgte bei dementsprechend günstigen 6600 Euro. „Mehrere Blankenheimer Vereine sowie einzelne Bürger haben auf unsere Anfrage zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen“, berichtete Britz-Kirstgen.

Salentin Ernst

Approx. 1644 - Approx. 1694

Nebenlinie Manderscheid-Blankenheim,
(* 16. August 1630; † 18. Februar 1705)
∞ (1651) Gräfin Ernestine zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (Erbin von Hachenburg -> katholisch) (* 23. April 1626; † 13. Oktober 1661)
Sohn Maximilian und die vier Töchter Anna Loysa, Franzisca Eleonora Clara, Magdalena Christina und Salome Sophia Ursula
∞ (1662) Gräfin Christina Elisabeth von Erbach -> protestantisch (* 10. September 1641; † 26. November 1692)
13 Kinder, u.a. Tochter: Johannette Elisabeth Franziska (26.09.1663 - 29.04.1704)
Er gründet 1666 Kloster Marienthal als Franziskanerkloster im Westerwald im heutigen Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz.
1644 übernahm Graf Salentin Ernst mit 14 Jahren die Erbfolge – zunächst unter Vormundschaft, nach Volljährigkeit in eigner Verantwortung. Er war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Ein halbes Jahrhundert regierte er mit staatsmännischer Weitsicht und wirtschaftlicher Tatkraft, war unermüdlich um das Wohlergehen seiner Untertanen bemüht und hielt die Grafschaft mit großem diplomatischen Geschick aus den Kriegsgeschäften heraus. Gegenüber seinen protestantischen Bürgern blieb Salentin Ernst immer tolerant. Salentin Ernst wurde 1630 geboren und besuchte in Köln die Schule, um Geistlicher zu werden. Als sein Vater 1644 starb, fiel ihm die Erbfolge zu und er entschloss sich, diese zu übernehmen. Mit 21 Jahren heiratete er die Gräfin Ernestina von Sayn-Wittgenstein. Durch die Verschmelzung des Hachenburger Teils der Sayner Grafschaft mit der Grafschaft Blankenheim – Manderscheid residierte Salentin Ernst teilweise in Hachenburg und teilweise in Blankenheim, angesichts der weiten Verkehrswege eine besondere Herausforderung. Entsprechend seiner humanistischen Einstellung gewährte Salentin Ernst volle Religionsfreiheit. Für die Hachenburger Teilgrafschaft war Salentin Ernst ein Glücksfall. Als 1661 Ernestina starb, heiratete Salentin Ernst die Gräfin Christina Elisabeth aus dem protestantischen Hause Erpach. Da viele Gemeinden keine Lehrer bezahlen konnten, setzte sich Salentin Ernst für kirchliche Schulen ein, wo die Pfarrer neben ihrer Seelsorgetätigkeit Schulunterricht geben mussten. In einer 1688 erlassenen Schulordnung für seine Grafschaft schrieb Graf Salentin Ernst den Unterricht in Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen und die Schulpflicht auch für Mädchen vor.

Johann Moritz Gustav, Bischof

Approx. 1676 - Approx. 1763

Johann Moritz Gustav Graf von Manderscheid-Blankenheim (tschechisch Jan Mořic Gustav z Manderscheid-Blankenheimu; * 12. Juni 1676 in Blankenheim; † 26. Oktober 1763 in Breschan) war von 1722 bis 1734 Bischof von Wiener Neustadt, ab 1725 Domprobst zu Köln und von 1735 bis 1763 Erzbischof von Prag sowie Primas des Königreichs Böhmen.

Franz Georg

Approx. 1694 - Approx. 1731

Wiedervereint: Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein und -Bettingen

Blankenheim, Ansicht von 1730 von R. Roidkin

Johann Wilhelm Franz

Approx. 1731 - Approx. 1772

Wiedervereint: Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein und -Bettingen (14.02.1708-02.11.1772)

∞ Maria Franziska von Manderscheid-Kail
Töchter:
Karolina (03.11.1768 - 11.06.1831)
Wilhelmina 13.03.1770 - 26.07.1789, siehe Bild)

Karolina (03.11.1768 - 11.06.1831)

Franz-Josef Georg Ludwig

Approx. 1772 - Approx. 1780

Wiedervereint: Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein und -Bettingen
∞ Maria Charlotte von Fugger-Dietenheim
1780 erlosch die Linie Blankenheim und damit das Grafenhaus Manderscheid im Mannesstamm. Über Augusta von Manderscheid zu Blankenheim kamen die Güter an in Böhmen begüterten Grafen von Sternberg.

Philipp Christian und Augusta

Approx. 1780 - Approx. 1798

Haus Sternberg
Philipp Christian Graf von Sternberg und Manderscheid (* 5. März 1732; † 14. Mai 1811)
∞ Augusta, Tochter von Johann Wilhelm Franz von Manderscheid zu Blankenheim (*28. Januar 1744, † 19. November 1811)
Tochter Franziska Wilhelmina Augusta ( 13. März 1770; † 26. August 1789)

Die Gräfin von Manderscheid floh in ihre zweite Heimat in Böhmen. Auf dieser Flucht wurden zwei Wagen gefüllt mit Urkunden und Besitznachweisen mitgeführt. Später versuchte die Gräfin von Prag aus ihren Besitz in der Eifel einzuklagen. Dieser Versuch scheiterte jedoch. Die Zeit der Manderscheider war damit in der Eifel endgültig vorbei. Soweit die Sammlungen nicht nach Prag überführt werden konnten wurden sie dem mit der Familie sehr verbundenen Hauslehrer Ferdinand Franz Wallraf in Köln überlassen.

Eifel wird französisch

Approx. 1794

Wegen der Grafschaft Blankenheim und Gerolstein waren die Grafen von Sternberg 1797 Mitglied der westfälischen Grafen der weltlichen Bank des Reichsfürstenrates des Reichstages sowie des westfälischen Reichskreises.

Franz Joseph

Approx. 1798 - Approx. 1802

Haus Sternberg
Franz Joseph Graf von Sternberg und Manderscheid
Die Grafschaft umfaßte 1801 insgesamt 4 Quadratmeilen mit 8.000 Einwohnern.

Eifel wird preußisch

Approx. 1815

1815–1818 gab es einen Kreis Blankenheim in der preußischen Rheinprovinz, 1818–1828 gehörte Blankenheim zum Kreis Gemünd, 1828–1971 zum Kreis Schleiden, seither zum Kreis Euskirchen.

Grafen von Arenberg (wozu Reetz die meiste Zeit gehörte)

Das Territorium erhielt seinen Namen vom Arenberg (623 m über NN) am Oberlauf der Ahr. Auf seiner Kuppe entstand vermutlich im hohen Mittelalter eine Burg. Man kann jedoch bereits für das Frühmittelalter eine befestigte Anlage erwarten. Die Besitzer der Burg nannten sich von Arenberg/Aremberg. Die Schreibweise variiert. Heute heißt der Ort: Aremberg, die Adelsfamilie hingegen nennt sich von Arenberg.
Der erste bekannte Träger des Namens von Arenberg, Heinrich, ist urkundlich 1166 als Vize-Burggraf von Köln belegt. Seit 1169 war er Burggraf in der Rheinstadt; dieses Amt hatten auch seine Nachkommen inne. Dadurch entwickelten sich frühe Verbindungen der Familie in den Kölner Raum und den Westerwald. Seit dem 14. und 15. Jahrhundert verlegte die Familie ihre Niederlassungen an die Maas (Lüttich) und schließlich in den Brüsseler Raum, so dass das Stammland für die Familie nur noch eine untergeordnete Bedeutung hatte.

Arenberga (Frau in Burgund)

Approx. 521

Der Name Arenberg erscheint zum ersten Mal auf einem Grabstein, der in dem burgundischen Ort Briort (französisches Departement Ain) gefunden wurde. Auf ihm ist der Tod einer jungen Fränkin namens Arenberga verzeichnet, die am Mi, 25. Mai 501 im Alter von 28 Jahren verstarb.
In den Jahren 500 bis 1000 tragen verschiedene Personen den Namen Arenberga, Arembert, Aremberge oder Aremburge: Arembert, Herzog der Franken, 626 - 637, ein Graf Arembert im Jahre 847 und schließlich ein Aremburge von Burgund im Jahre 1032. Quelle: arenbergcenter.eu

1032 Ulrich, Burggraf von Köln...

Approx. 1032

...Burggraf Ulrich, ein Lehensmann des Kölner Erzbischofs, wird Herr über das heutige Aremberg.

Franco I.

Approx. 1061 - Approx. 1074

Arnold

Approx. 1082 - Approx. 1135

1. Kreuzzug Hartmann von Arenberg

Approx. 1099

Hartmann von Arenberg, Ahnherr derer von Arenberg, fällt am Ende des ersten Kreuzzugs 1099.
Aus www.aremberg.de --> Nach der Wappensage fiel ein Hartmann von Arburg, die in Wirklichkeit nicht existiert haben soll, verwundet unter einen Mispelbaum. Von diesem Baum fielen drei Mispelblüten auf den blutgefärbten Schild des Verwundeten. Dieser Vorgang soll die Grundlage für die spätere Gestaltung eines Wappens geliefert haben. Andere, wie Pater Karl, sprechen dagegen von Rosen, die den Wappenschild derer von Arenberg schmücken.

Franco II.

Approx. 1106 - Approx. 1135

War Franco v. Arenberg mglw. der Namensgeber des Kölner Frankenturmes?
Köln: Der Frankenturm im Mittelalter stand am Ende der Trankgasse neben dem “Trankgassentor“. Namensgeber des Turmes war vermutlich ein Burggraf „Franco“ des 12. Jahrhunderts. 1347 nennt man den Turm auch mit Bezug auf die 1164 durch dieses Tor in die Stadt gebrachten Gebeine der Heiligen Drei Könige „turris trium regium“ (Dreikönigsturm). Um 1370 wurde der Turm als „porta Franconis“ erwähnt. Der Tordurchlass, die ehemalige Frankenpforte, wurde um 1500 vermauert. Über dem ehemaligen Durchlass waren an dieser repräsentativen Anlegestelle der Rheinfront drei Steintafeln mit den Bildern der Heiligen drei Könige angebracht, die seit der Niederlegung des Turms im Kölnischen Stadtmuseum aufbewahrt werden. Der Turm diente bis ins 18. Jahrhundert als Gefängnis. Er wurde 1856 niedergelegt. Die vor ihm verlaufende Straße, welche seit der mittelalterlichen Zeit „Unter Pöster“ genannt worden war, erhielt um 1812, in der Franzosenzeit, ihren heutigen Namen „Am Frankenturm.

Frankenturm und Umgebung in der Kölner Stadtansicht von 1570 nach Arnold Mercator

Heinrich I.

Approx. 1136 - Approx. 1159

Gerhard

Approx. 1159 - Approx. 1166

Heinrich II. de Arberg

Approx. 1166 - Approx. 1197

1166/67–1197

Eberhard

Approx. 1200 - Approx. 1218

Eberhard (1200–1218)
∞ Aleidis von Molsberg (auch Gräfin von Freusburg genannt)
In vielen Kirchen des europäischen Westens haben die Grafen, später Fürsten und Herzöge von Arenberg, Spuren hinterlassen, anfangend mit Kloster Marienstatt im Westerwald, das 1215 von Zisterziensern aus Heisterbach gegründet wurde. Die beiden Stifter, Burggraf Eberhard von Arenberg und seine Gemahlin Aleydis, haben dort seit 700 Jahren ihre Ruhestätte gefunden. --> Heimtajahrbucharchiv Kreis Ahrweiler.

Heinrich III.

Approx. 1220 - Approx. 1252

Gerhard

Approx. 1252 - Approx. 1267

Gerhard ∞ Mechthild von Holte

Johann

Approx. 1267 - Approx. 1280

Johann (1267–1280), ∞ Johanna von Jülich, verkauft 1279 das Kölner Burggrafenamt

Engelbert II. von der Mark

Approx. 1299 - Approx. 1328

Engelbert II. von der Mark († 18. Juli 1328) war Graf von der Mark und durch Heirat Graf von Aremberg. Er war Sohn und Erbe von Graf Eberhards II. Am 25. Januar 1299 heiratete er Mechtilde von Aremberg († 18. März 1328), Tochter von Johann von Aremberg und Katharina von Jülich. Erbe der Grafschaft Mark wurde der Sohn Adolf. Der Arenbergsche Besitz fiel an den Sohn Eberhard.

Mechthild/Mathilde von Arenberg

1299

Mechthild/Mathilde, ∞ 1299 Graf Engelbert II. von der Mark.

Graf Eberhard von der Mark

Approx. 1328 - Approx. 1387

Eberhard von der Mark (später von der Marck zu Arenberg) (auch Everhard) (* vor 1326; † vor 1378) war zunächst Domherr an verschiedenen Domkapiteln, ehe er heiratete und zum eigentlichen Begründer der Linie Mark-Arenberg wurde.

Graf Eberhard II. von der Marck-Arenberg

Approx. 1387 - Approx. 1454

Eberhard II. von der Marck-Arenberg (nach anderer Zählung Eberhard IV.) († um 1454) war von 1378 bis 1454 Graf von Arenberg und erwarb für sein Haus weitere Besitzungen.

Graf Johann von der Marck-Arenberg

Approx. 1454 - Approx. 1480

Graf Eberhard III. von der Mark-Arenberg

Approx. 1480 - Approx. 1496

1496 - ???? Graf Robert I. von der Marck-Arenberg

Approx. 1496 - Approx. 1520

Graf Robert II. von der Marck-Arenberg

Approx. 1520 - Approx. 1536

Robert II. de La Marck (* 1468; † Ende November 1536) war Gouverneur von Bouillon und Herr von Sedan.
Robert II. wurde als Sohn Roberts I. de La Mark und Neffe des Grafen Wilhelm von der Mark geboren.
Er trat unter Ludwig XII. in die französische Armee ein und machte 1513 die Schlacht bei Novara mit. Später trat er zu Karl V. über. Er söhnte sich aber wieder mit Frankreich aus und fiel 1524 in Luxemburg ein, wurde jedoch nach der Schlacht bei Pavia von den Kaiserlichen vertrieben und erhielt erst 1526 seine Lande wieder.
Er starb Ende November 1536. Seine Nachfolge trat sein Sohn Robert III. an.
Erard de La Marck, der Kardinal von Bouillon, war sein Bruder.

Graf Robert III. von der Marck-Arenberg

Approx. 1536 - Approx. 1541

Robert III. de La Marck (deutsch: Robert III. von der Mark; * 1492 oder 1493 in Sedan; † 21. Dezember 1536 in Longjumeau) war 1526 Marschall von Frankreich.

Robert III. wurde als erster Sohn Roberts II. de La Marck und seiner Frau Catherine de Croÿ geboren. Ostern 1510 heiratete er in Vigny Guillemette von Saarbrücken († 20. September 1571). Aus der Ehe ging 1512 der Sohn Robert IV. hervor.

Er nahm 1513 an der Schlacht bei Novara teil, in der ihm sein Vater das Leben rettete. 1525 wurde er in der Schlacht bei Pavia gefangengenommen. Er wurde 1526 zum Marschall von Frankreich ernannt und starb 1537.

Über die Zeit von 1519 bis 1521 schrieb er Memoiren, die 1753 veröffentlicht wurden.

Gräfin Margaretha von der Marck-Arenberg

Approx. 1541 - Approx. 1547

Gräfin Margaretha von der Marck-Arenberg (1527–1599)
Nach dem Aussterben dieser Linie im Mannesstamm heiratete seine Schwester Margarethe (1541–1596) 1547 den Grafen Johann von Ligne.
Margaretha war eine tiefreligiöse Frau. Als 1585 zum zweiten Male in einem Zeitraum von zehn Jahren die Pest das Land heimsuchte, empfahl sie ihren Untertanen das Gebet und ordnete die Abhaltung von Prozessionen und Bittfahrten an. Am deutlichsten jedoch tritt die Persönlichkeit der Fürstin in das Licht der Geschichte mit ihrer Verordnung von 1593, darin sie sich mit der Zauberei und dem Hexenwesen befaßt. Es ist bekannt, wie befangen ihre Zeit in diesen ihr so wichtigen Fragen war. Margaretha betrachtete sie von einem durchaus selbständigen Standpunkte aus. Im Unglauben und im Mißtrauen auf Gottes Barmherzigkeit und Kraft sieht sie die Ursache für die Existenz von Hexen. In ihrer umfangreichen Verordnung schreibt Margaretha einen intensiveren Unterricht in den Glaubenswahrheiten vor und trifft darüber hinaus genaue Verfügungen. Darunter befindet sich auch die, daß dem Unterricht der Katechismus des Petrus Canisius zugrunde zu legen sei. Sie führt den obligatorischen Unterricht im Lesen, Schreiben und Katechismus ein und bestimmt die Pfarrer zu Trägern dieses Unterrichts. Den Eltern, die ihre Kinder nicht zu dem Unterricht schickten, wurde eine Strafe angedroht. Mit dieser Maßnahme eilte Margaretha ihrer Zeit weit voraus. Sie hat die Eifel und das Stammland ihres Geschlechts geliebt. Die letzten Jahre ihres erfüllten Lebens verbrachte sie vorzugsweise auf Schloß Zevenberghe.

Graf Johann von Ligne

Approx. 1547 - Approx. 1568

Graf Johann von Ligne, seit 1549 Reichsgraf von Arenberg
Johann von Ligne, Baron von Barbençon (* um 1525; † 23. Mai 1568 in der Schlacht von Heiligerlee), entstammte dem alten, freiherrlichen Geschlecht Ligne, das sich nach dem Ort Ligne bei Tournai nannte, war von 1547 bis 1568 Graf - später Reichsgraf - von Arenberg.
Er heiratete am 18. Oktober 1547 Margaretha von der Marck-Arenberg, Schwester des 1541 ohne Nachkommen verstorbenen Robert III. von der Mark-Arenberg und wurde so der Stifter des dritten Hauses Arenberg. Beide Familien waren in den Spanischen Niederlanden und im Fürstbistum Lüttich begütert.

Graf (seit 1576 zum Fürst erhoben) Karl von Arenberg

Approx. 1568 - Approx. 1616

Graf Karl von Arenberg (seit 1576 zum Fürst erhoben). Arenberg wird Fürstentum. Fürst Karl von Arenberg, heiratet Anna von Croÿ, Herzogin und Erbin von Aarschot

Philipp Karl von Arenberg ...

Approx. 1616 - Approx. 1640

Philipp Karl von Arenberg (* 1587, † 1640) Fürst von Arenberg und Herzog von Aarschot

Philipp Franz von Arenberg ...

Approx. 1640 - Approx. 1674

Philipp Franz von Arenberg (* 1625, † 1674), 1644 zum Herzog erhoben (Arenberg wird Herzogtum)
Aremberger Luft,Brief von Kapuzinerpater P. Mansuet von Neufchateau an den Grafen: "Wir haben jetzt hier einige Adelige aus Köln, nämlich den Schwager und die Schwester des Herrn von Werll, die noch keine Kinder haben, obwohl sie schon zwei Jahre verheiratet sind. Sie haben sich überreden lassen, daß die Aremberger Luft, die den Ruf hat, daß sie die Unfruchtbaren fruchtbar macht, bei ihnen denselben Effekt haben kann wie bei der Frau Billau. Nach vielen Pilgerfahrten, die diese Frau Billau machte, um ein Kind zu gebären, weilte sie nur zehn Monate hier in Aremberg, und schon brachte sie ein Kind zur Welt. Wenn diese jungen Leute (Schwester des Statthalters von Werll aus Köln) auch hier Erfolg haben, dann wird das sicher dazu führen, daß der Ort belagert wird von jungen Frauen, die hierher kommen werden, um zwischen unseren Felsen ihre Fruchtbarkeit zu finden. Die Nähe, die wir zum Himmel haben, trägt vielleicht dazu bei, daß die Wünsche und Bitten eher erhört werden..." --> aus Heimatjahrbucharchiv Kreis Ahrweiler.

Karl Eugen von Arenberg ...

Approx. 1674 - Approx. 1681

Karl Eugen von Arenberg (* 1633, † 1681), Herzog von Arenberg und Aarschot

Philipp Karl Franz von Arenberg ...

Approx. 1681 - Approx. 1691

Philipp Karl Franz von Arenberg (* 1663, † 25. August 1691) Herzog von Arenberg und Aarschot

Leopold Philipp von Arenberg ...

Approx. 1691 - Approx. 1754

Leopold Philipp von Arenberg (* 1690, † 1754), Herzog von Arenberg und Aarschot
Um 1720 wird die Anlage von den Herzögen neu errichtet und zum Schloss umgebaut.


Schloß und Dorf Aremberg nach Zeichnungen von Roidkin (1725).
Wer war: Renier Roidkin (* 2. Dezember 1684 in Spa; † 13. März 1741 in Dreiborn), auch René Roidkin genannt, war ein wallonischer Maler des 18. Jahrhunderts. Hauptsächlich im Rheinland, in Belgien und in der Nordeifel zeichnete der Wandermaler zahlreiche Burgen, Kirchen, Schlösser und Stadtansichten. Er malte mit Pinsel, Federkiel und Bleistift sowie in Tusche. Viele seiner Tuschezeichnungen wurden später koloriert.

Karl Maria Raimund von Arenberg ...

Approx. 1754 - Approx. 1778

Karl Maria Raimund von Arenberg (* 1721, † 1778) Herzog von Arenberg und Aarschot

Ludwig Engelbert von Arenberg ...

Approx. 1778 - Approx. 1803

Ludwig Engelbert von Arenberg (* 3. August 1750 in Brüssel, † 7. März 1820), Herzog von Arenberg und Aarschot, Herzog von Meppen und Fürst von Recklinghausen, 1775 erblindet, 1803 zurückgetreten.
Im Jahre 1782 umfasste die Herrschaft Arenberg 8.800 Hektar mit rund 2.300 Einwohnern.
Am 13. Oktober 1794 kam der nächst Rückschlag. Als Vorbote der französischen Revolutionstruppen forderte ein französischer Soldat die Einquartierung seines Generals, eines Kommissars und mehrerer Offiziere im Schloss. Daraufhin räumte herzogliche Familie das Anwesen und siedelte in die Niederlande um. Im Jahre 1803 schließlich kaufte Jean Gaspard Villmart das „Schloß auf dem Aremberg“ und ließ es 1809 abbrechen. Aus allen Bauperioden sind Reste erhalten, so der Burggraben mit Mauer, Bastionen der Festung sowie zwölf Linden aus dem ehemaligen Schlossgarten.

Amalie Luise von Arenberg, Sissis Großmutter

Approx. 1789 - Approx. 1823

Amalie Luise von Arenberg (* 1789, † 1823), verheiratet mit Pius August in Bayern, Mutter von Herzog Max Joseph in Bayern und, man staune, Großmutter der Kaiserin Elisabeth (Sissi) von Österreich.

Ludwig von Arenberg ...

Approx. 1803 - Approx. 1861

Prosper Ludwig von Arenberg (* 1785, † 1861), letzter regierender Herzog von Arenberg, Aarschot und Meppen, Fürst von Recklinghausen


Dorfstraße von Arenberg um 1850 mit (v. I.) »Portse«, Kirche, Pfarrhaus, »Sturms«, »Prederes«, »Trappe« (Stahlstich v. H. Winkles) und Schlossruine 1820 (unbekannter Maler)

Engelbert-August von Arenberg ...

Approx. 1861 - Approx. 1875

Engelbert-August von Arenberg (* 1824, † 1875) Herzog von Arenberg, Aarschot und Meppen, Fürst von Recklinghausen

Engelbert-Maria von Arenberg ...

Approx. 1875 - Approx. 1949

Engelbert-Maria von Arenberg (* 10. August 1872, † 15. Januar 1949) Herzog von Arenberg, Aarschot und Meppen, Fürst von Recklinghausen, Chef des Hauses Arenberg
Wacholderheide und Aremberg, Gemälde von Fritz von Wille kurz vor 1910

Engelbert Karl von Arenberg ...

Approx. 1949 - Approx. 1974

Engelbert Karl von Arenberg (* 20. April 1899 in Héverlée, † 27. April 1974 Monte Carlo)

Erik von Arenberg ...

Approx. 1974 - Approx. 1992

Erik von Arenberg (* 17. Oktober 1901 in Héverlée, † 13. September 1992 in Punta del Este, Uruguay)

Jean Engelbert von Arenberg ...

Approx. 1992 - Approx. 2011

Herzog Jean Engelbert von Arenberg (* 14. Juli 1921 in Den Haag † 15. August 2011 in Lausanne–Ouchy; 1993 belgische Anerkennung als Chef des Hauses mit dem Titel Herzog von Arenberg

Léopold von Arenberg ...

Approx. 2011

seit 2011 Herzog Léopold von Arenberg (* 20. Februar 1956 in Tervuren)

Was heute noch vom Schloss Aremberg übrig geblieben ist :-(