Kirchengeschichte: Reformation

Allgemeines

Christof Kolumbus entdeckt Amerika

1492

Vasco da Gama entdeckt Indien

1498

Phasen

  • der Reformationsgeschichte bis 1555
  • und weiter

1. Phase

1517 - 1521
  • Reformation als literarische Bewegung ("Schriftenkrieg")
  • Ablassstreit und römischer Prozess gegen Luther
  • Die neue Reformatorische Theologie in der Heidelberger Disputation (April 1518), beim Augsburger Verhör von Cajetan (Oktober 1518), in der Leipziger Disputation (Juni/Juli 1519) und den reformatorischen Hauptschriften (1520)

2. Phase

1521 - 1524
  • Reformation als geschichtliche Bewegung. Zeit der spontanen Aufbrüche
  • Zürcher Reformation unter Huldreich Zwingli
  • Sog. Linker Flügel der Reformation: Karlstadt, Müntzer, Spiritualisten und Täufer
  • Luther nimmt Stellung zu Fragen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens

3. Phase

1525
  • Krisenjahr der Reformation: Bauernkrieg
  • Literarischer Streit zwischen Luther und Erasmus von Rotterdam über Willensfreiheit

4. Phase

1525 - 1530
  • Territoriale Konsolidierung der Reformation
  • Zwar weiterhin spontane Aufbrüche, schwerpunktmäßig aber jetzt eine Reformation "von oben". Anfänge des evangelischen Landeskirchentums

5. Phase

1530 - 1546
  • Ausbreitung der Reformation im Reich mit Hilfe des Schmalkaldischen Bundes.
  • Einführung der Reformation außerhalb der Reichsgrenzen im Norden und Osten Europas

6. Phase

1547 - 1555
  • Krisis und Stabilisierung der Reformation.
  • Schmalkaldischer Krieg führt zur Niederlage der Protestanten. Augsburger Interim 1548.
  • Passauer Vertrag 1522 zeigt die politische und religiöse Pattsituation im Reich. Sie führt zum Augsburger Religionsfrieden 1555.

Kirchliches

Fünftes Lateralkonzil

1512 - 1517

Papst Leo X verdammt Konziliarismus und Reformen > Endet ergebnislos

griechische NT

1516

Erasmus gibt das griechische NT heraus > Voraussetzung für Luther und Reformation.

Ablasshandel

1517

Der Dominikanerpater Johann Tetzel (Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt) betreibt für Erzbischof Albrecht v. Mainz Ablasshandel für Petersdom um Schulden beim Bankhaus Fugger in Augsburg abzuzahlen. P gewährte Albrecht Ämterkumulation und verlangte Geld dafür > Petersablass (Hälfte an Fugger).

Gegenthesen

1518

von J. Tetzel (hat er nicht selbst geschrieben)

Brenz und Bucer

1518

Brenz (später Württemberg) und Martin Bucer (Strassburg) werden für Reformation gewonnen, Melanchton kommt nach Wittenberg.

Kaiserwahl

1519

Der Habsburger Karl V setzt sich mit Hilfe von Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen (Berater Georg Spalatin) bei der Kaiserwahl gegen Franz I von Frankreich durch, seine Feinde: FR, Türken, P, Ref. Er unterstützte die Kath, doch konnte er wegen anderen Verpflichtungen erst 1546 militärisch gegen Protestanten vorgehen, als die Bew schon zu gross war.

Zweites Zentrum der Ref

1520

frühe 20er: Zweites Zentrum der Reformation bildet sich in Süddeutschland und der Schweiz. Durch Genossenschaftswesen war dort sittlich-pol Verantwortungsbewusstsein vorhanden und diese Gegend war weiterentwickelt > grosse Präsenz des Humanismus und Einfluss auf Ref

Wormser Reichstag

1521

Im Jan ergeht die Bannbulle, die Exkommunikation aus der Kirche > Wormser Reichstag: Ketzerprozess gegen Luther kommt zum Abschluss > Kirchenbann und Reichsacht. Es fand sich niemand, der das Wormser Edikt durchführen konnte (Karl V verliess das Reich kurz später und war inden nächsten 10 Jahren mit Aussenpolitik (Kampf gegen Fr und T beschäftigt)).

Karlstadt und Müntzer

1521

Während Luther auf der Wartburg ist, kommt es in Wittenberg zu Unruhen. Karlstadt förderte die Entfernung von allem was als gottlos erkannt worden war > Abschaffung des Zölibats, Messgottesdienst und Bilderverehrung. Die Zwickauer Propheten kommen. Obwohl die Stadt eine Reformationsordnung erlässt kommt es im Feb22 zum Bildersturm. Stadt ruft Luther zur Hilfe und dieser bringt mit seinen Predigten die Ref wieder in geordnete Bahnen.
- Einer der schwärmerischen Zwickauerpropheten, die alle von Luther vertrieben werden, ist Thomas Müntzer (Rebel in Christo). Sein Ziel war der christliche Kommunismus. Vereinigt Einflüsse von Luther und der dt Mystik und mischt sie mit apokalyptischen Ansichten (Chiliasmus). Sah Kirche als Ort der Gottlosigkeit. Der Glaube entstehe aus der Erfahrung des Geistes im Inneren. Er sieht im Gegensatz zu Luther die soziale Not der Bevölkerung. In den Bauernaufständen sieht er das Gericht Gottes anbrechen > M wird Agiator des Bauernaufstandes

Bündnisse

1524 - 1526

es bilden sich verschiedene kath (Regensburg, Dessau) und ref (Torgau) Bündnisse

Krise für Reformation

1525

Schwere Krise für Ref: Bruch mit Schwärmern und Humanisten

Luther Briefwechsel mit Erasmus über Willensfreiheit
- E: Betonung des freien Willens
- L: Sieht in Bibel Unfreiheit des Menschen gegenüber Gott bezeugt... Allein Gottes Wirken führt zur Heilsgewissheit des Menschen (der sich nur zu Glauben entscheiden kann) > Scheidung der Humanisten in Dt

Sakramentverständnis

1525

Seit 1525 stritten sich Luther und Zwingli um das Sakramentsverständnis (spez. ob nun Jesus im Abendmahl anwesend sei oder nicht (Zw, Karl, Bucer vertreten symbolische Deutung (JC ist nur im Geiste anwesend) > Zwingli ist für Luther ein Ketzer), Ausgelöst hatte diesen Streit Karlstadt (Schweizer und Oberdeutsche sympathisierten mit ihm).

Bauernkrieg

1525

Bauernkrieg (größte Massenerhebung Dt): Bauern wehren sich gegen Abgaben und fordern freie Pfarrwahl vs. Fürsten, Luther hat moralisches Recht der Bauern unterstützt, doch ihre Gewaltbereitschaft abgelehnt > Bauern werden von Fürsten vernichtend geschlagen (Frankenhausen), Ref verliert an Begeisterung und Luther lehnte seine Sache von nun an stärker an bestehende Ordnungsmacht (Er hatte diese auch aufgrund von Röm13 (Obrigkeit von Gott eingesetzt) zu erbarmungsloser Härte gegen Bauern aufgefordert). Eine Folge war, dass in Süddeutschland die Protestanten jetzt von den Fürsten mehr verfolgt wurden.
Da Zwingli selbst Bauer war hatte er mehr Verständnis für sie und es kam in Zürich zu Verhandlungen.

Reichstag v. Speyer

1526

Reichstag v. Speyer: Liga v.Cognat (Bündnis zwischen P und FR) + Türken haben zur Folge, dass Wormser Edikt ausgesetzt wird > Kirchenaufbau protestantischer Städte (Kursächsisches Modell setzt sich durch)

Spiritualisten

1526 - 12/24/1526

Spiritualisten: Denck / Franck: Wirken HG im Innern der Seele, Ablehnung äußere Mittel. Am 24.12.1526 muss Hans Denck Strassburg verlassen: Betont Liebe und Nachfolge.

Badner Disputation: Von innerschweizer Kantonen iniziiert. Führte zur Ächtung von Zwingli weil BE, BA und Sch den Beschluss nicht mitgetragen haben blieb es wirkungslos

Schleitheimer Artikel

1527

Dem Schleitheimer Artikel (dogmatische Fixierung der Grundlagen der Täufer) folgt das Konkordat gegen die Täufer (ZH;BE;SG)

Enführung Ref in Schweden

1527

Ende Renaissance-Papsttum

1527

Bern

2/7/1528

Nach Disputation (6.1.-26.1.) wird am 7.2. in Bern die Reformation per Mandat gewaltlos eingeführt und sofort rigoros gegen die Täufer vorgegangen. Geistiger Führer und vorsichtiger Vorbereiter der Ref in Bern war Berchtold Haller.

Marburger Religionsgespräche

1529

(zwecks Beseitigung konfessioneller Gegensätze von Philippe vHessen einberufen): L, Mel und Zw diskutieren über Abendmahl > keine Einigung

  • Die fünf Orte (Luzern, Zug, Innerschweiz) wollen mit Habsburg die Ref unterdrücken > Im Juni erklärt man Zürich den Krieg > Zürcher mussten Kompromissfrieden schließen

Türken belagern Wien

1529 - 1533

2. Reichstag v. Speyer

1529

Wormser Edikt wird bestätigt > evang. Stände erheben Einspruch (= Protestation > Namensgebung)

  • Seit Speyer2 wird dt Täufertum gnadenlos verfolgt

Ausbreitung Ref

1530

Die meisten Gebiete Deutschlands werden Protestantisch (Württemberg, Pommern). Auch die meisten Reichsstädte werden erfasst!

Augsburg

1530

Die Bekenntnisschrift Confessio Augustana (Mel) wird Karl V vorgelegt > Ablehnung und Erneuerung des Wormser Edikt (L nicht anwesend)

Schmalkaldischer Bund

1531

Gründung des Schmalkaldischen Bundes als Schutzbündnis gegen Kath (gegenseitige Waffenhilfe im Verteidigungsfall) > ist für 15 Jahre eine ernstzunehmende politische und militärische Größe und verhilf Ref zur Ausbreitung

Nürnberger Anstand

1532

Es wird vereinbart, dass Protestanten bis zu einem allg. Konzil geduldet sind, damit sie gegen Türken Hilfe leisten

Waffenstillstand

1533

Waffenstillstand zwischen Habsburger und Türken > Teilung Ungarns

England

1534

Heinrich VIII von England löst die Kirche von England vom Papst (Suprematsakte). Man kann hier nicht von einer Ref reden, sondern politische, private (Scheidung von seiner Frau (Tante Karl V) und finanzielle (nach Klosterschliessung fließt Geld in Staatskasse) Gründe Heinrich VIII's spielten mit! Anglikanische Kirche blieb aber in allem was nicht P betraf kath > Verfolgung von P-treuen und Kath-kritischen

Täuferreich von Münster

1535

Das Täuferreich von Münster wird durch die Rückeroberung des Bischof zerstört > durch grausame Vergeltung wird kath Herrschaft wieder hergestellt. Melchior Hoffmann hat apokalyptisch-enthusiastische Gedanken ins Täufertum gebracht (Forderte gewaltsame Vernichtung aller Gottlosen) > Melchioriten strömen von Überall nach Münster, stellen bald die Mehrheit, und warten auf das Gottesreich > Münster wird Standardausrede für Täuferverfolgung

Wittenberger Konkordie

1536

Durch Bucer kommt es in der Wittenberger Konkordie, die durch einen Kompromiss den Abendmahlstreit in Deutschlandbeendet > Revidierte CA von Mel 1540 > Die Süddeutschen die gegenüber Luther zuvor kritisch waren öffnen sich. Zürich bleibt draußen (Confessio Helvetica) > 49 Einigung zwischen Zürich und GE > Consensus Tigurinus 1549

  • P schreibt Konzil nach Mantua aus > Antwortend sind Schm.Artikel

Ausbreitung

1536

Dänemark, unter Christian III, und Norwegen schließen sich der Ref an

Frankfurter Anstand

1539

Durch wiederaufkommenden Druck der Täufer wird befristeter Religionsfrieden von Nöten

Religionsgespräche

1540 - 1542

Karl V versucht durch Religionsgespräche die Protestanten wieder in die kath. Kirche zu führen > Mel und Eck können sich in einigen Artikel verständigen, aber ansonsten scheiterten diese Gespräche (Hagenau, Worms41, Regensburg)

  • In England wird die Benutzung der bibel in der Landessprache vorgeschrieben!

Jesuiten

1540

Der Orden der Jesuiten wird vom P bestätigt: Sie waren die Führer der Gegenref. Gründer war Ignatius v. Loyola (1491-1556), soldatische Disziplin, Willensaustausch durch Exerzitien, unbedingter Gehorsam gegenüber P, unterscheidet sich stark von alten Orden, Tätigkeitsfeld in der Welt, übernahmen Schul und Unibildung (zunächst gegen naturwissenschaftliches Weltbild), renormalisierten Beichtwesen, zunächst Heidenmission (Franz Xaver), dann Schwerpunkt innerkirchliche Mission: Rekatholisierten ref Gebiete

  • Das Gegenstück zu den Jesuiten sind die ebenfalls im 16Jh vom Franziskanerorden abgespaltenen Kapuziner (vertraten strenge Armut). Während Jesuiten vor allem in sozial hochgestellten Laienkreisen aktiv waren (großen politischen Einfluss (häufig waren sie Fürstenberater)), nahmen sich die Kapuziner den Unterschichten an. Für Frauen entstand der Orden der Ursulinen.

Konzil von Trient

1545 - 1563

(Immer wieder gefordertes) Konzil von Trient (Trientinum): Ging von Tatbestand der Kirchenspaltung aus. Hat Katholizismus gefestigt, indem der Ref ein umfassendes kath Lehrsystem gegenübergestellt wurde (Göttliche Gnade geht Glaube und Rechtfertigung voraus > Eingiessung der Gnade durch Sakramente, Schrift und Tradition gleichgestellt, Betonung der Mittlerrolle des Priesters, Betonung der guten Werke in der Rechtfertigungslehre, Ref des Bischofs nicht des P, Ablass für Geld abgeschafft). Ausschlaggebend waren ital und span Theols. Dort waren Kräfte der kath Erneuerung erwacht (Theresa v. Avila). Unter dem Druck der Ref fanden sich hier P und Kirche wieder.

Schmalkaldischer Krieg

1546

In der Folge der gescheiterten Religionsgespräche schwächte Karl V den Schmalkaldischen Bund durch geschickte Schachzüge (erlaubte Philippe von Hessen Doppelehe) und nachdem es in Trient zur Einigung gekommen war kam es zum Schmalkaldischen Krieg. Er war ein Religionskrieg und endete mit der Niederlage der Protestanten > Die Kurwürde ging in Sachsen von Johann Friedrich (gefangen genommen) zu Moritz über.

Verschiebung des Konzils

1547

Der P verschiebt das Konzil nach Bolognia, da er die Macht von Karl V fürchtet > Protest Karls

Leipziger Interim

1548

Im Leipziger Interim antwortet Mel, dass Zugeständnisse nur in Zeremonien und Riten, nicht aber in zentralen Glaubensartikel möglich seien > Wiederstand v. strengen Lutheranern

Augsburger Interim

1548

Der Augsburger Interim (kaiserliche Erklärung die bis zum Konzilsentscheid gelten soll) versuchen eine Rekatholisierung, da Kaiser nach dem schm.Krieg auf dem Höhepunkt der Macht steht. In Süddt konnte man sich kaum wehren, im Norden gab es massiven Wiederstand.

Geburtsjahr der Reformierten

1549

Zürich (Bullinger) und Genf (Calvin) finden Einigung in Abendmahlsfragen (Consensus Tigurinus) > Reformierte haben zwei Äste: Zwinglianer und Calviner. Unter Protestanten versteht man alles, was aus der Ref hervorgegangen ist (Lutheraner, Reformierte, Anglikaner, Täufer).

Puritanismus

1550

Polit. Umschwund zu Gunsten der Prot

1552

Polit. Umschwund zu Gunsten der Prot: Moritz v. Sachsen stellt sich (mit Hilfe der Fr) gegen den Kaiser (dieser flieht nach Italien) > Das Augsburger Interim wird wieder aufgehoben und im Passauer Vertrag wird die vor dem Schm.Krieg bestehende Reichsordnung wiederhergestellt.

"Bloody Mary"

1553 - 1558

Kath. Königin Maria Tudor ("Bloody Mary") versucht in ENG Papstkirche wiederherzustellen und verfolgte die Protestanten (Kirche wurde nach dem Tod von Heinrich VIII schnell prot).

Michael Servete

1553

Spanier, Humanist, hasst Katholiken, große Breitenwirkung, Jesuszentrierheit > Antitrinitarier > Wollte totale Ref (zurück zu Urchristentum) wird in Genf verbrannt > Durch Hinrichtung hat Calvin die Proteste der Humanisten am Hals > Der Putschversuch der Calvingegner misslingt > Calvin kann nun Kirche unabhängig vom Staat etablieren und sein Programm komplett durchziehen. Genf wurde Mutter der französischen Kirchen.

Augsburger Religionsfrieden

1555

In Abwesenheit von Karl V wird den Anhängern der Confessio Augustana die reichsrechtliche Legitimation zugestanden > Unbefristeter Religionsfrieden zwischen den beiden Konfessionen. Der Landesherr bestimmt jeweils die Konfession auf seinem Gebiet (> Untertanen müssen gehorchen), Linker Flügel und Zwingli bleiben drausen. Regelungen des AR erweisen sich als unzureichend > Polarisierung schreitet fort > 30 J. Krieg - Calvin hat sich gegen seine Gegner durchgesetzt > Trotz demokr. Elementen kommt es zu einer Theokratie extremer Unfreiheit (strenge Sitte, Behörde in Abhängigkeit von Kirche (kommt Obrigkeit Gottesverehrung nicht mehr nach, so muss man ihr nicht mehr gehorchen) > In Vorstellung von Staat gibt es einen ungeheuren Gegensatz zwischen Calvin und Zwingli.

Luther

* Luther

1483

Luther wird in Eisleben als Sohn einer bürgerlichen Mutter und eines im Kupferbergbau erfolgreichen Vater geboren.

Studium in Erfurt

1501 - 1505

Luther studiert in Erfurt (7 freie Künste): Occamismus (via moderna) war vorherrschend an der Uni

Kloster der Augustinereremiten

1505

Luther tritt in das Kloster der Augustinereremiten in Erfurt ein (Gewitter Stotternheim), Luther möchte durch Mönchtum größtmögliche Heilssicherheit erreichen, Johann v. Staupitz wird sein Seelsorger und Förderer > er lenkt Luthers Blick vom richtenden zum gekreuzigten Jesus

Reise nach Rom

1510 - 1511

Winter, Anlass: Streitigkeiten in der deutschen Augustinerkongregation.

Lehrstuhl für Biblische Exegese

1512

Luther besetz nach seiner Promotion den Lehrstuhl für Biblische Exegese in Wittenberg: in seinen Vorlesungen entwickelt sich das reformatorische Gedankengut. Luther legt Wert auf buchstäblichen und existenziellen Sinn, Entfaltung der Demutstheologie.

Turmerlebnis

1514

Turmerlebnis von Luther (Neugeburt): Röm 1,17 (Mensch gerecht gemacht durch Glauben)

95 Thesen

10/31/1517

Luthers 95 Thesen markieren den Ausbruch der Reformation (Luther wendet sich gegen Ablasshandel: Gründe: Erfahrungen als Beichtvater, Kenntnis der Ablassinstruktionen Albrechts). Vor allem Humanisten hatten Freude an ihnen und verbreiteten sie in Windeseile.

Verhör

1518

Okt - Luther-Verhör vor Kardinal Cajetan: Luther bestätigt die Rechtfertigung allein aus Glaube (vs. Sakrament) und verweigert Wiederruf. > Luther Disp. in Heidelberg eröffnet: Luther entfaltet Kreuzestheologie und verurteilt mit 40 Thesen Sch auf Versammlung der Augustinereremiten

päpstliches Primat?

1519

Karl und Luther disputieren in Leibzig mit Eck über päpstliches Primat > Eck kann Luther Bemerkung entlocken, dass auch P und Konzilien irren können (Hussätze in Konstanz) > Luther ist quasi der Ketzerei überführt > Durch Disputation gewann Luther Humanisten (z.B. Melanchton, v. Hutten, Spengler, Zwingli lernt Luthers Schriften kennen)

Bannandrohungsbulle

1520

Dez: Bannandrohungsbulle gegen Luther > Luther verbrennt Werke des kanon. Rechts, die Verurteilungsbulle des P und ein Beichthandbuch.
3 Schriften Luthers: christlichen Adel dtNation (die geistliche ist der weltlichen Macht nicht überstellt, der Papst ist nicht der Einzige, der auslegen und Konzilien einberufen darf, es gibt nur zeitliche gebundene Ämter), Babyl.Gefangenschaft (Bruch mit kath. Sakramentslehre (nur noch Taufe, Abendmahl, Busse), FreiheitChristenmensch (Behandelt die philosophischen Probleme der Willensfreiheit).

Wartburg

05/1521 - 03/1522

Luther unter Schutz von Friedrich dem Weisen (Kurfürst SachsenT24) > Versteck und literarisches Schaffen auf der Wartburg > dt Übersetzung des NT

Septemberbibel

1522

Luther bringt seine Septemberbibel heraus (NT deutsch)

Schriften Kirchen- und GD-Ordnung

1523

Luther verfasst erste Schriften zu einer neuen Kirchen- und Gottesdienstordnung und äußert sich zum Verhältnis weltlich Obrigkeit und Reich Gottes

Kathanina von Bora

1525

Luther heiratet Katharina von Bora

Luther Bibel

1534

Deutsche Bibel wird von Luther herausgegeben

Schmalkalidische Artikel

1537

Schmalkaldische Artikel von Luther (= Zusammenfassung evang. Lehre):
1) Anerkannte altkirchlichen Bekenntnisse
2) Diskutierbare Lehren
3) Artikel die nicht angegeben werden dürfen

Theols haben dieses Bekenntnis sofort angenommen, der Bund allerdings zunächst nicht

Tod Luthers

1546

Zwingli

* Zwingli

1484

Zwingli wird in Wildhaus geboren.
Studium in Wien und Basel.

Pfarrer in Glarus

1506 - 1516

Zwingli Pfarrer in Glarus (Ablehnung gegen Reislaufen (Söldneranwerbung) > Verbot in Zürich 1522) > Entlassung

Feldprediger

1515

Zwingli als Feldprediger bei Schlacht von San Marignano > Abneigung gegen Reislaufen.

Priester am Grossmünster

1519

Zwingli wird Priester am Grossmünster in Zürich (kämpft mit Pest) > Bruch mit Perikopenordnung (Reihenpredigten), kommt eigenständig zu ref Erkenntnis, Zwingli leidet mehr unter der Not des Volkes als unter der Frage des persönlichen Seelenheils wie Luther. Zwingli ist Politiker: Kampf gegen Soldverträge der eidgenössischen Orte mit fremden Mächten (> machte sich dadurch Patrizier und innerschweizer Kantone zum Feind). Zwingli ist im Gegensatz zu Luther stark durch den humanistischen Rationalismus geprägt. Er lehnt Bilder und die katholischen Zeremonien viel radikaler als Luther ab.

Fastenstreit

1522

Der Fastenstreit (Wurstessen bei Froschauer) in Zürich wird zum Beginn der Ref in Zürich ("Vom Erkiesen und Freiheit der Speisen") > Zwingli wollte Kirche und politisches Gemeinwesen durch Konzentration auf Bibel reinigen > Abgrenzung gegenüber dem Bischof von Konstanz und gössere Zuständigkeit des Rates (auch in kirchlichen Angelegenheiten) > Konflikt mit den Altgläubigen über Priesterehe (Zwingli hatte Anna Reinhart geheiratet), Klosterleben, Heiligenverehrung.

vermehrt Streitigkeiten

1523

Zw-T: vermehrt Streitigkeiten zwischen Zwingli und Konrad Grebel, Felix Mantz und Blaurock

erste Neuerungen

1523

Zürcher Rat beschließt nach zwei Disputationen (Jan, Okt) erste Neuerungen im Sinn Zwinglis (67 Artikel, Abschaffung Messe, kultischer Bilder, kirchlicher Zehnten, Klosterauflösung) > ab 1524 durchgesetzt.

Tauffrage

1524

Zw-T: Die Tauffrage tritt in den Mittelpunkt der Diskussion. Balthasar Hubmaiers Einfluss.

neue Kirche Zürich

1525

Aufbau einer neuen Kirche ist in Zürich im wesentlichen beendet. Oberste Behörde ist der weltlich Rat (erlässt kirchliche Weisungen, entlässt Pfarrer). In Gemeinden wurde "Ehegericht" gegen Verstöße der Kirchenzucht geschaffen. Im Gegensatz zu Luther kannte Zwingli kein bischöfliche Gewalt (Pfarrsynode) > Kirchenordnung wurde auf Eidgenossenschaft übertragen

Geburtsstunde des Täufertums

01/17/1525 - 01/21/1525

Zw-T: 17.1.: In Disputation prallen Meinungen aufeinander > Taufzwang wird verfügt > Am 21.1. tauft in Zollikon Grebel Blaurock > Geburtsstunde des Täufertum! > erste Gemeinde in Zollikon > Mantz wird ersäuft und Blaurock ausgewiesen.

Zwingli bringt neue GD-Ordnung heraus > Ehe-(später:Sitten-)gericht wird def an Staat übertragen > Tendenz zur Staatskirche

Tod Zwinglis

1531

Zwingli stirbt als Feldprediger in der zweiten Schlacht bei Kappel > Bullinger wird Nachfolger.

Calvin

* Calvin

1509

Jean Calvin wird in Nordfrankreich als Sohn eines bischöflichen Notars geboren.

Humanistenkreis

1533

Calvin Mitglied eines Humanistenkreises an der Uni Paris (Sorbonne) > Ref Gedanken > plötzliche Bekehrung

Instutio

1534

Calvin muss wegen Protestantenverfolgung unter Franz I Frankreich verlassen > Basel: hier entsteht die Institutio religionis Christianae

Calvin in Genf

1536

Ein Teil der Bevölkerung suchte Loslösung von Savoyen (konnte, da es Waadt besass, jederzeit Handel in Genf lahm legen) > Man verjagte 1533 den Bischof und suchte Schutz in Bern > Bern schickt Farel nach Genf um Ref zu verbreiten. Dieser bittet Calvin zu bleiben, um bei der Ref mitzuhelfen > Calvin wird Lektor am Gymi und Prediger

aus Genf ausgewiesen

1538

Genfer Patrizier wollen Ref nur aus politischen Gründen > Konflikte zwischen Calvin und dem patrizischen Rat wegen deren strengen Katechismen, Kirchenordnung und Bekenntnisse > Calvin und Farel brechen das über sie ausgesprochene Predigtverbot > aus Genf ausgewiesen > Strassburg (Übernimmt franz Flüchtlingsgemeinde)

Rückkehr nach Genf

1541

Drängen seiner Anhänger bewirkte die Rückkehr Calvins nach Genf. Nach anfänglichen Kämpfen hat Calvin durch die Annahme der Genfer Kirchenordnung (4Ämter, Hervorhebung der Ältesten > Kirchenzucht, Unterricht und Sozialfürsorge) das erste Erfolgserlebnis. Charakteristisch für cKirche ist die Durchdringung von bürgerl. und kirchl. Gemeinde. Nicht wie in Zürich weltliche Kirchenoberhaupt, sondern Pfarrer und Presbyter leiteten > genfer (presbyterianische) Kirche wird Model für cKirchen in Westeuropa